Beschreibung
Sermorelin ist ein synthetisches Peptid, das die ersten 29 Aminosäuren des humanen GHRH (Growth Hormone-Releasing Hormone) rekonstruiert. Diese 1-29-Sequenz enthält den biologisch aktiven Kern des natürlichen GHRH-Moleküls, das im Hypothalamus produziert wird und in der vorderen Hypophyse die GH-Sekretion stimuliert. Sermorelin ist damit der älteste und am besten klinisch charakterisierte GHRH-Analog.
Im Setup wirkt Sermorelin über GHRH-Rezeptoren der somatotropen Zellen der Hypophyse und löst eine pulsatile GH-Freisetzung aus. Die Halbwertszeit ist mit etwa 10-20 Minuten kurz, was die natürliche pulsatile GHRH-Sekretion am ehesten nachahmt. Im Gegensatz zu modifizierten Varianten wie CJC-1295 oder Tesamorelin fehlen Sermorelin die Aminosäure-Modifikationen die gegen DPP-IV-Abbau schützen, was den Compound zum schnellsten der GHRH-Analog-Familie macht.
Diese Charakteristik macht Sermorelin besonders interessant für Setups die maximal physiologisch nahe Bedingungen erfordern. Die endogene GHRH-Sekretion ist pulsatil und schnell. Sermorelin ahmt dieses Muster am besten nach.
In präklinischen Studien wurde Sermorelin extensiv in der pädiatrischen GH-Mangel-Forschung untersucht, was eine umfangreiche Sicherheits- und Wirksamkeits-Datenbasis erzeugt hat. Heute wird der Compound primär in der Community für GH-Achsen-Studien eingesetzt.
Du erhältst Sermorelin in 5mg-Vials im 10er-Pack.
Diese Information dient ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Keine medizinischen Empfehlungen.
Risiken & Sicherheit
Sermorelin gilt laut Studien als gut verträglich. Als ältester GHRH-Analog verfügt der Compound über eine umfangreiche Sicherheits-Datenbasis, vor allem aus der pädiatrischen GH-Mangel-Forschung, mit einem durchgehend milden Profil.
In Forschung und Anwender-Berichten beobachtet:
- Injektions-Stelle: leichte Rötung, Druckgefühl oder vorübergehende Reizung an der Einstich-Stelle sind die häufigste Beobachtung bei subkutaner Anwendung.
- GH-typische Effekte: wie bei GH-Sekretagogen üblich werden in der Literatur vorübergehende Wasser-Einlagerung sowie Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Händen (Karpaltunnel-artige Symptome) beschrieben, meist dosis-abhängig und reversibel. Durch die sehr kurze Halbwertszeit fällt das Profil tendenziell mild aus.
- Glukose-Stoffwechsel: erhöhte GH-Spiegel können in Studien den Nüchtern-Blutzucker anheben und die Insulin-Sensitivität vorübergehend reduzieren.
- Vereinzelt werden Flush, Kopfschmerz oder kurzzeitige Müdigkeit kurz nach der Anwendung berichtet.
- Langzeitdaten fehlen: trotz umfangreicher pädiatrischer Daten existieren belastbare Humanstudien zur Anwendung über lange Zeiträume nicht.
Diese Einordnung ersetzt keine ärztliche Beratung. Risiko und Verantwortung für jede tatsächliche Anwendung liegen vollständig beim Käufer.
Studien
- Sermorelin: a review of its use in the diagnosis and treatment of children with idiopathic growth hormone deficiency - BioDrugs 1999: Übersichts-Arbeit zu Sermorelin als kürzestem synthetischem Peptid mit voller GHRH-Aktivität: beschreibt die gezielte Stimulation der GH-Ausschüttung aus der Hypophyse, den Einsatz als diagnostischen Test und Wachstums-Daten bei Kindern mit GH-Mangel.
- Once daily subcutaneous growth hormone-releasing hormone therapy accelerates growth in growth hormone-deficient children during the first year of therapy - Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 1996: Offene Multicenter-Studie mit 110 Kindern mit GH-Mangel: unter einer täglichen Gabe zur Nacht stieg die mittlere Wachstums-Geschwindigkeit von 4,1 auf 7,2 cm pro Jahr nach 12 Monaten.
- Growth hormone (GH)-releasing hormone-(1-29) twice daily reverses the decreased GH and insulin-like growth factor-I levels in old men - Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 1992: Bei gesunden älteren Männern hoben zweimal tägliche subkutane Injektionen über 14 Tage die GH- und IGF-1-Spiegel dosisabhängig auf das Niveau junger Männer an.
- Effects of single nightly injections of growth hormone-releasing hormone (GHRH 1-29) in healthy elderly men - Metabolism 1997: Sechs Wochen nächtlicher Einzel-Injektionen bei 11 älteren Männern steigerten die nächtliche GH-Ausschüttung, IGF-1, Körper-Zusammensetzung und Stoffwechsel-Werte blieben aber unverändert.


