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Medikament

Vardenafil

Vardenafil - PDE5-Hemmer mit hoher Selektivität. Zwischen dem kurzen Sildenafil und dem langen Tadalafil.

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Vardenafil in Zahlen

Die wichtigsten Werte aus unserem Lexikon. Zieh den Punkt über die Kurve und sieh, wie viel nach einer Gabe rechnerisch noch da ist.

Ganzer Lexikon-Eintrag

Wie lange bleibt es im Körper?

Anteil nach einer Gabe, gerechnet mit ~4 Stunden Halbwertszeit

Halbwertszeit ~4 Stunden
Nach 8 Stunden noch 25 %
Stunde 4 · 50 %Stunde 8 · 25 %Stunde 12 · 12,5 %Stunde 20 · 3,1 %

Vereinfachtes Modell ohne Aufnahmephase, Halbwertszeit aus dem TPD-Lexikon.

Klasse
PDE-5-Hemmer

Levitra, Vivanza

Halbwertszeit
Etwa 4 Stunden
Anwendung
Oral

bei Bedarf, etwa 30 bis 60 Minuten vorher, höchstens 1x in 24 Stunden

Größen
10 bis 20 mg

3 Größen im Shop

Nur für Forschungs- und Bildungszwecke. Werte aus dem TPD-Lexikon, Quellen dort verlinkt.

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Wissen

Alles zu Vardenafil

Beschreibung

Vardenafil ist der dritte der klassischen PDE5-Hemmer und sitzt zwischen den beiden bekannteren Vertretern. Wie Sildenafil und Tadalafil blockiert es die Phosphodiesterase Typ 5, also das Enzym, das zyklisches Guanosinmonophosphat im Schwellkörper abbaut. Die Übersichtsarbeit von Ormrod und Kollegen beschreibt die Kette: bleibt cGMP erhalten, entspannt sich die glatte Muskulatur, der arterielle Zufluss steigt, das anschwellende Gewebe drückt die abführenden Venen gegen die Tunica albuginea und der Abfluss wird gedrosselt.

Entscheidend ist, dass PDE5-Hemmer eine bestehende Signalkette verstärken und keine neue starten. Ohne sexuelle Stimulation passiert nichts, weil dann kein Stickstoffmonoxid freigesetzt wird und kein cGMP entsteht, das man vor dem Abbau schützen könnte. Das gilt für alle Substanzen dieser Klasse gleichermaßen.

Vardenafil hat von den drei klassischen Vertretern die höchste Selektivität für PDE5 gegenüber PDE6, dem verwandten Enzym in der Netzhaut. Praktisch bedeutet das weniger Sehstörungen als bei Sildenafil. Die Aufnahme ist schnell und die Bioverfügbarkeit hoch, die Wirkdauer liegt deutlich unter der von Tadalafil.

Die Wirksamkeitsdaten sind umfangreich. Ormrod und Kollegen fassen unter anderem eine 26-Wochen-Studie an 736 Männern zusammen, in der 85 Prozent unter 20 mg eine verbesserte Erektionsfähigkeit berichteten gegenüber 28 Prozent unter Placebo. Auch in schwierigeren Gruppen zeigte sich ein Effekt: in einer 12-Wochen-Studie an 452 Männern mit Diabetes mellitus und in einer placebokontrollierten Studie an 440 Patienten nach radikaler Prostatektomie verbesserten sich die Werte der IIEF-Erektionsdomäne gegenüber Placebo.

Neben der Filmtablette existiert eine Schmelztablette. Die Übersicht von Sanford weist ausdrücklich darauf hin, dass die beiden Formen pharmakokinetisch nicht gleichwertig sind: die Schmelztablette liefert durchgehend eine höhere systemische Exposition, die Darreichungsformen sind deshalb nicht austauschbar.

Du erhältst Vardenafil als orale Tabletten mit 20 mg pro Tablette, 10 Tabletten pro Blister.

Diese Information dient ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Keine medizinischen Empfehlungen.

Risiken & Sicherheit

Die PDE5-Klasse hat eine absolute Gegenanzeige, die jedes Jahr Menschen das Leben kostet, weil sie nicht bekannt ist.

  • Nitrate sind eine absolute Gegenanzeige: Nitroglycerin, Isosorbiddinitrat, Isosorbidmononitrat, Amylnitrit und die als Poppers verkauften Alkylnitrite. Nitrate und PDE5-Hemmer greifen an derselben Signalkette an. Zusammen kann der Blutdruck lebensbedrohlich abstürzen. Das gilt auch dann, wenn zwischen beiden Stunden liegen.
  • Alphablocker: Bei Substanzen wie Tamsulosin oder Alfuzosin kann sich der blutdrucksenkende Effekt addieren. Relevant für alle, die wegen der Prostata behandelt werden.
  • Herz-Kreislauf-Status: Sexuelle Aktivität ist eine körperliche Belastung. Bei instabiler Angina, kurz zurückliegendem Infarkt oder Schlaganfall und bei schwerer Herzinsuffizienz ist die Frage nicht das Medikament, sondern die Belastbarkeit.
  • Häufige unerwünschte Wirkungen: Ormrod und Kollegen nennen Kopfschmerz, Flush, Dyspepsie und Rhinitis, überwiegend dosisabhängig und leicht bis mittelschwer.
  • Sehstörungen: Trotz der höheren PDE5-Selektivität gegenüber PDE6 nicht ausgeschlossen. Jede plötzliche Sehverschlechterung ist ein Abbruch-Grund und ein Notfall.
  • Priapismus: Eine Erektion über vier Stunden ist ein urologischer Notfall. Ohne Behandlung drohen bleibende Schäden am Schwellkörpergewebe.
  • Schmelztablette ist nicht dasselbe: Wer von der Filmtablette wechselt, wechselt auf eine höhere Exposition. Die beiden Formen sind laut Sanford ausdrücklich nicht austauschbar.

Diese Einordnung ersetzt keine ärztliche Beratung. Risiko und Verantwortung für jede tatsächliche Anwendung liegen vollständig beim Käufer.

Studien

  • Vardenafil - Drugs & Aging 2002, Ormrod et al: Übersicht zum Mechanismus der PDE5-Hemmung, zur 26-Wochen-Studie an 736 Männern mit 85 Prozent verbesserter Erektionsfähigkeit unter 20 mg, sowie zu den Studien bei Diabetes mellitus und nach radikaler Prostatektomie.
  • Vardenafil orodispersible tablet - Drugs 2012, Sanford: Auswertung der POTENT-I- und POTENT-II-Studien zur Schmelztablette mit dem Hinweis, dass die Darreichungsformen wegen der höheren systemischen Exposition nicht austauschbar sind.

Dosierung

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FAQ

Häufige Fragen

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Wie wirkt Vardenafil?

Bei Erregung setzen Nerven im Schwellkörper Stickstoffmonoxid frei, der Botenstoff cGMP steigt, die Gefäße weiten sich. PDE5 baut cGMP wieder ab. Vardenafil hemmt PDE5, das Signal hält länger. Ohne sexuelle Stimulation läuft die Kette nicht an.

Wie schnell wirkt es und wie lange?

Der Spitzenspiegel kam nach 0,7 bis 0,9 Stunden, die Halbwertszeit lag bei rund 4 Stunden. In der Stoppuhr-Studie mit 732 Männern war der Unterschied zu Placebo ab 10 bis 11 Minuten signifikant. Innerhalb von 25 Minuten gelang Verkehr bei 50 bis 53 Prozent, unter Placebo bei 26 Prozent.

Was unterscheidet Vardenafil von Sildenafil?

Im direkten Laborvergleich hemmte Vardenafil PDE5 bei 0,7 nM, Sildenafil bei 6,6 nM. Gegenüber PDE6 in der Netzhaut lag der Abstand bei 16 gegen 7,4, gegenüber PDE1 bei 257 gegen 60. Deshalb sind die Dosen kleiner. In der Netzwerk-Metaanalyse wirkte die Startdosis von Vardenafil insgesamt schwächer als die von Sildenafil.

Wirkt es auch bei Diabetes oder nach einer Prostata-OP?

Ja, auf niedrigerem Niveau. Bei 452 Männern mit Diabetes berichteten 57 und 72 Prozent unter mittlerer und höchster Dosis gebesserte Erektionen, unter Placebo 13 Prozent, auf jeder HbA1c-Stufe. Nach nervenschonender Prostata-Entfernung (440 Männer, 70 Prozent schwere Störung) waren es 59 und 65 gegen 12,5 Prozent.

Ist Vardenafil zugelassen?

Ja. In den USA seit August 2003, ChEMBL führt es mit höchster Phase 4. Im Register ClinicalTrials.gov stehen 83 Studien (Stand 26. Oktober 2026). Alles hier ist Forschungsstand und keine Empfehlung.

Warum niemals mit Nitraten?

PDE-5-Hemmer verstärken den Blutdruckabfall durch Nitrate. Einen sicheren Abstand zwischen Vardenafil und einem Nitrat kennt die US-Fachinformation nicht, die Kombination ist ausgeschlossen. Das gilt auch für andere Stickstoffmonoxid-Spender. Starke CYP3A4-Hemmer heben den Spiegel stark an, Ritonavir die Gesamtmenge 49-fach.

Welche Nebenwirkungen sind häufig?

In den gepoolten Studien Kopfschmerz bei 15 gegen 4 Prozent, Gesichtsrötung bei 11 gegen 1 Prozent und verstopfte Nase bei 9 gegen 3 Prozent. Mehrere davon nahmen mit der Dosis zu. Für die ganze Klasse gilt: plötzlicher Sehverlust oder Hörverlust und eine Erektion über vier Stunden sind ein Notfall.

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