Armodafinil, Produktfoto
Medikament

Armodafinil

Armodafinil - das reine R-Enantiomer von Modafinil. Halbe Dosis, flacherer Abfall über den Nachmittag.

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Armodafinil in Zahlen

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Ganzer Lexikon-Eintrag

Wie lange bleibt es im Körper?

Anteil nach einer Gabe, gerechnet mit ~15 Stunden Halbwertszeit

Halbwertszeit ~15 Stunden
Nach 30 Stunden noch 25 %
Stunde 15 · 50 %Stunde 30 · 25 %Stunde 45 · 12,5 %Stunde 75 · 3,1 %

Vereinfachtes Modell ohne Aufnahmephase, Halbwertszeit aus dem TPD-Lexikon.

Klasse
Eugeroikum

Wachheits-Förderer, R-Enantiomer von Modafinil

Halbwertszeit
Etwa 15 Stunden

einphasiger Abfall

Anwendung
Oral

1x pro Wachphase, morgens oder etwa 1 Stunde vor der Schicht

Größen
150 bis 250 mg

3 Größen im Shop

Nur für Forschungs- und Bildungszwecke. Werte aus dem TPD-Lexikon, Quellen dort verlinkt.

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Wissen

Alles zu Armodafinil

Beschreibung

Armodafinil ist das R-Enantiomer von Modafinil. Modafinil selbst ist ein Racemat, also eine Mischung aus zwei spiegelbildlichen Molekülen zu gleichen Teilen. Von diesen beiden hat das R-Enantiomer die deutlich längere Halbwertszeit, das S-Enantiomer verschwindet etwa dreimal so schnell aus dem Plasma. Armodafinil isoliert genau den langsamer abgebauten Anteil, weshalb 150 mg Armodafinil in etwa 200 mg Modafinil entsprechen.

Der praktische Unterschied liegt nicht in der Spitzenwirkung, sondern im Verlauf. Weil der schnell abgebaute Anteil fehlt, fällt der Plasmaspiegel über den Nachmittag flacher ab und die Konzentration in der zweiten Hälfte des Tages liegt höher als bei einer äquivalenten Modafinil-Dosis. Genau das ist der Grund, warum Armodafinil in Untersuchungen zu Schichtarbeit und verschobenen Rhythmen bevorzugt eingesetzt wurde.

Der Mechanismus ist derselbe wie beim Racemat und bis heute nicht vollständig aufgeklärt. Im Vordergrund steht eine Hemmung des Dopamin-Transporters, dazu kommen Effekte auf das orexinerge, histaminerge, noradrenerge und glutamaterge System des Hypothalamus. Die Übersichtsarbeit von Sousa und Dinis-Oliveira ordnet Armodafinil ausdrücklich in dieselbe pharmakologische Klasse ein wie Modafinil und Adrafinil. Wie beim Racemat wird Dopamin nicht aktiv aus den Vesikeln freigesetzt, sondern nur die Wiederaufnahme blockiert, was das Wirkprofil klar von Amphetamin-Derivaten trennt.

Die Studienlage ist schmaler als bei Modafinil, aber an einer Stelle sehr solide. In der randomisierten, placebokontrollierten Multicenter-Studie von Czeisler und Kollegen an 254 Nachtschicht-Arbeitenden mit Schichtarbeiter-Syndrom verlängerte Armodafinil 150 mg die mittlere Einschlaflatenz von 2,3 auf 5,3 Minuten, während sie unter Placebo praktisch unverändert blieb. Verbessert haben sich auch standardisierte Gedächtnis- und Aufmerksamkeits-Tests. Der Tagschlaf wurde polysomnographisch nicht gestört. Für die Beurteilung von Wechselwirkungen und unerwünschten Wirkungen lässt sich weitgehend auf die Modafinil-Literatur zurückgreifen, etwa auf die evidenzbasierte Übersicht von Kumar.

Im Research-Kontext ist Armodafinil damit als Wachheits-Compound mit längerem Wirkprofil einzuordnen, nicht als stärkere Variante von Modafinil. Wer eine kürzere Wirkung will, ist beim Racemat besser aufgehoben.

Du erhältst Armodafinil als orale Tabletten mit 150 mg oder 250 mg pro Tablette, 10 Tabletten pro Blister.

Diese Information dient ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Keine medizinischen Empfehlungen.

Risiken & Sicherheit

Armodafinil teilt das Sicherheitsprofil von Modafinil. Zwei Punkte werden dabei regelmäßig übersehen. Beide gehören vor jeder Beschäftigung mit der Substanz auf den Tisch.

  • Schwere Hautreaktionen: Für die Modafinil-Klasse sind schwere Hautreaktionen bis hin zum Stevens-Johnson-Syndrom dokumentiert, die Übersicht von Sousa und Dinis-Oliveira führt sie ausdrücklich auf. Sie sind sehr selten, treten meist in den ersten Wochen auf und sind potenziell lebensbedrohlich. Jeder neu auftretende Hautausschlag, jede Blasenbildung und jede Beteiligung von Mund, Augen oder Schleimhäuten ist ein Abbruch-Grund und ein Fall für ärztliche Abklärung.
  • Wechselwirkung mit hormonellen Verhütungsmitteln: Die Substanzklasse induziert CYP3A4. Die Fachinformationen weisen deshalb auf eine verminderte Verlässlichkeit hormoneller Verhütung während der Anwendung und für etwa einen Monat danach hin. Das ist der am häufigsten übersehene Punkt der ganzen Klasse.
  • Längere Wirkung heißt längere Schlafverschiebung: Genau der Vorteil von Armodafinil ist auch sein Risiko. Wer nachmittags dosiert, verschiebt den Schlaf weiter in die Nacht als mit Modafinil. Der Zeitpunkt der Einnahme ist bei dieser Substanz wichtiger als die Menge.
  • Weitere CYP-Interaktionen: Über die CYP3A4-Induktion sind Substrate mit hohem First-Pass-Metabolismus betroffen, zusätzlich wird CYP2C19 gehemmt, was unter anderem Diazepam, Omeprazol und Phenytoin betrifft.
  • Häufige unerwünschte Wirkungen: Kopfschmerz ist in den Studien der mit Abstand häufigste Effekt, dazu Übelkeit, Nervosität, Appetitminderung und Mundtrockenheit. Leichte Anstiege von Blutdruck und Herzfrequenz sind beschrieben.
  • Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial: Niedriger als bei Amphetaminen, aber nicht null. Die Übersichten der Klasse leiten das aus der Dopamin-Wirkung ab und schließen ein Potenzial in gefährdeten Gruppen nicht aus.

Diese Einordnung ersetzt keine ärztliche Beratung. Risiko und Verantwortung für jede tatsächliche Anwendung liegen vollständig beim Käufer.

Studien

Dosierung

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FAQ

Häufige Fragen

Quellen zu jeder Antwort: Lexikon-Eintrag

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Wofür ist Armodafinil zugelassen?

In den USA seit Juni 2007 zur Verbesserung der Wachheit bei Erwachsenen mit übermäßiger Schläfrigkeit durch obstruktive Schlafapnoe, Narkolepsie oder Schichtarbeiter-Syndrom. Bei Schlafapnoe ersetzt es nicht die Behandlung der Atemwege.

Ist Armodafinil stärker als Modafinil?

An der Spitze nicht. Halbwertszeit und Spitzenspiegel waren nach Einzeldosen gleich, beide rund 13 Stunden. Armodafinil fällt aber einphasig und flacher ab, deshalb lag die Gesamtexposition je Milligramm 33 bis 40 Prozent höher. Das heißt vor allem: mehr Wirkstoff am Nachmittag und Abend.

Was zeigte die Studie zur Schichtarbeit?

254 Nachtschicht-Arbeitende nahmen 12 Wochen lang Armodafinil oder Placebo vor der Schicht. Die Einschlaflatenz in der Nacht stieg von 2,3 auf 5,3 Minuten, unter Placebo nur von 2,4 auf 2,8. Gedächtnis und Aufmerksamkeit wurden besser, der Tagschlaf blieb ungestört.

Und bei Narkolepsie?

Bei 196 Patienten verlängerte sich die Wachhaltezeit um 1,3 Minuten (niedrigere Studiendosis) und 2,6 Minuten (höhere), unter Placebo sank sie um 1,9 Minuten. Der Abstand zwischen den beiden Dosen war klein.

Welche Wechselwirkungen sind gemessen?

Nach mehrwöchiger Gabe sank die Exposition von Midazolam um 17 Prozent (Vene) und 32 Prozent (Mund), ein Zeichen für mehr CYP3A4-Aktivität. Omeprazol stieg um 38 Prozent, weil CYP2C19 gehemmt wird. Koffein blieb unverändert. Wer Wirkstoffe nutzt, die über diese Enzyme abgebaut werden, klärt das ärztlich ab.

Was zeigen die Langzeitdaten?

In der offenen Verlängerung mit 743 Patienten über mindestens 12 Monate blieb die Wirkung erhalten. 13 Prozent brachen wegen Nebenwirkungen ab, am häufigsten waren Kopfschmerz (25 Prozent) und Schlaflosigkeit (14 Prozent). Blutdruck und Puls stiegen moderat, vor allem in den ersten drei Monaten.

Wirkt Armodafinil wie ein Stimulans?

Es setzt am Dopamin-Transporter an wie Kokain, hemmt ihn aber schwächer. In Mäusen stieg Dopamin im Nucleus accumbens weniger stark, dafür länger an. In einem Unterscheidungstest ersetzten beide Enantiomere bei Mäusen Kokain vollständig. Ein Missbrauchspotenzial ist deshalb nicht ausgeschlossen.

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