Beschreibung
Eloralintide (Entwicklungsname LY3841136) ist ein langwirksames Analog von Amylin, dem Hormon, das die Bauchspeicheldrüse zusammen mit Insulin ausschüttet und das dem Gehirn Sättigung meldet. Es stammt aus der Pipeline von Eli Lilly und gehört wie Cagrilintide zu den Amylin-Analoga mit Wochenrhythmus.
Der Unterschied liegt im Rezeptorprofil: Eloralintide bevorzugt den Amylin-1-Rezeptor und spricht den Calcitonin-Rezeptor in Zellversuchen rund zwölfmal schwächer an, Cagrilintide ist nicht selektiv. Die Arbeitshypothese der Entwickler: weniger Aktivierung am Calcitonin-Rezeptor, weniger Übelkeit bei gleicher Sättigung. Eine C20-Fettsäure bindet das Peptid an Albumin, daraus ergibt sich eine Halbwertszeit von rund 13 bis 15 Tagen.
Laut Studien setzt die Sättigung früher ein und hält länger, dazu bremst Amylin die Glukagon-Ausschüttung nach dem Essen und verlangsamt die Magenentleerung. GLP-1-Substanzen nutzen einen anderen Pfad, deshalb gilt der Amylin-Weg in der Forschung als Ergänzung. In der Phase-2-Studie über 48 Wochen sank das Gewicht je nach Dosis um 9 bis 20 Prozent, unter Placebo um 0,4 Prozent. Auffällig ist die Pulsfrequenz: Sie sank, statt wie unter GLP-1-Agonisten zu steigen.
Eloralintide ist nicht zugelassen, seit Ende 2025 laufen die ersten Phase-3-Studien. Langzeitdaten über 48 Wochen hinaus gibt es noch nicht.
Du erhältst Eloralintide als lyophilisiertes Peptid in 10er-Packs mit 10mg pro Vial.
Diese Information dient ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Keine medizinischen Empfehlungen.
Risiken & Sicherheit
Eloralintide ist ein junges Amylin-Analog. Die Daten stammen aus Phase-1- und Phase-2-Studien mit zusammen wenigen hundert Teilnehmern, Langzeitdaten fehlen.
In Studien beobachtet:
- Übelkeit, stark dosisabhängig: in der Phase 2 unter 1 und 3 mg auf Placebo-Niveau (11 und 13 Prozent gegen 14 Prozent), unter 6 mg bei 64 Prozent. Erbrechen und Durchfall waren in der Phase 1 selten.
- Müdigkeit: stieg mit der Dosis, unter 9 mg bei 43 Prozent der Teilnehmer, unter Placebo bei 12 Prozent.
- Einstichstelle: Reaktionen, meist Schmerz, traten in der Phase 1 ab 3 mg häufiger auf als unter Placebo.
- Stimmung: in der Phase 1 meldeten vier Teilnehmer gedrückte Stimmung, drei davon unter 12 mg. Diese drei setzten ab, die Beschwerden verschwanden in zwei bis vier Tagen.
- Lange Halbwertszeit: rund zwei Wochen. Nebenwirkungen klingen nach dem Absetzen über Wochen ab, nicht über Tage.
- Offene Fragen: keine Daten zu Schwangerschaft, Kindern oder Vorerkrankungen, keine Endpunktstudie zu Herz-Kreislauf-Ereignissen.
Diese Einordnung ersetzt keine ärztliche Beratung. Risiko und Verantwortung für jede tatsächliche Anwendung liegen vollständig beim Käufer.
Studien
- Eloralintide, a selective amylin receptor agonist for the treatment of obesity: a 48-week phase 2, multicentre, double-blind, randomised, placebo-controlled trial - The Lancet 2025, Billings et al: Phase-2-Studie an 263 Erwachsenen, 9 bis 20 Prozent Gewichtsreduktion je nach Dosis gegen 0,4 Prozent unter Placebo.
- Eloralintide, a selective, long-acting amylin receptor agonist for treatment of obesity: Phase 1 proof of concept - Diabetes, Obesity and Metabolism 2026, Bhattachar et al: Mehrfachgabe über 12 Wochen an 100 Teilnehmern, 2,6 bis 11,3 Prozent Gewichtsreduktion und sinkende Pulsfrequenz.
- Eloralintide (LY3841136), a novel amylin receptor agonist for the treatment of obesity: From discovery to clinical proof of concept - Molecular Metabolism 2025, Briere et al: Rezeptorselektivität, Tierdaten und Einmalgabe-Studie mit einer Halbwertszeit von 13 bis 15 Tagen.
- Cardiometabolic Risk Reduction Through Selective Amylin Receptor Agonism - Cardiology in Review 2026, Sigalov und Frishman: Übersicht zu den Herz-Kreislauf-Daten, die Autoren ordnen die Befunde ausdrücklich als vorläufig ein.