Beschreibung
Ipamorelin ist ein synthetisches Pentapeptid und gehört zur Klasse der Wachstumshormon-Sekretagoge (GHS). Es wurde 1998 als erster selektiver GH-Sekretagoge beschrieben: Es löst eine GH-Freisetzung über den GHS-R1a-Rezeptor (Ghrelin-Rezeptor) aus. Bei Schweinen hob es dabei ACTH und Cortisol nicht stärker an als das körpereigene GHRH, auch nicht in sehr hohen Dosen, während GHRP-2 und GHRP-6 beide Hormone anhoben. Prolaktin blieb in dieser Studie bei allen getesteten Substanzen unverändert. Veröffentlichte Humandaten zu Cortisol, ACTH oder Prolaktin unter Ipamorelin gibt es nicht.
Im Vergleich zu GHRP-6 oder GHRP-2 unterscheidet sich Ipamorelin damit vor allem durch die fehlende ACTH- und Cortisol-Antwort im Tierversuch. Appetitneutral ist es nicht: Bei Mäusen erhöhte Ipamorelin Körpergewicht und Fettanteil, die Behandlung mit GH-Sekretagogen (Ipamorelin oder GHRP-6) steigerte dort auch Leptin und Futteraufnahme (Lall 2001). Bei Ratten nach einer Bauch-OP steigerte wiederholtes Ipamorelin die Futteraufnahme (Venkova 2009). Eine Übersichtsarbeit von 2026 beschreibt die Appetitwirkung als schwächer als bei GHRP-2 oder GHRP-6. Für den Menschen liegen dazu keine Daten vor.
In präklinischen Studien löste Ipamorelin dosisabhängig GH aus, an Hypophysenzellen der Ratte nachweislich über einen GHRP-artigen Rezeptor, außerdem in narkotisierten Ratten und wachen Schweinen. Bei gesunden Männern zeigte sich nach einer 15-minütigen Infusion in die Vene ein einzelner GH-Puls mit dem Gipfel nach etwa 40 Minuten. Die Halbwertszeit von Ipamorelin lag dabei bei etwa zwei Stunden (Gobburu 1999).
In der Community wird Ipamorelin häufig mit einem GHRH-Analog wie CJC-1295 ohne DAC kombiniert, weil beide an unterschiedlichen Rezeptoren ansetzen. Eine Studie zu dieser Kombination gibt es nicht. Beim Menschen ist eine synergistische GH-Freisetzung nur für verwandte Substanzen zusammen mit natürlichem GHRH gezeigt, jeweils als einmalige Gabe in die Vene: für GHRP-6 (Bowers 1990) und für Ghrelin selbst (Arvat 2001).
Du erhältst Ipamorelin in 10er-Packs in 5mg und 10mg pro Vial.
Diese Information dient ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Keine medizinischen Empfehlungen.
Risiken & Sicherheit
Die Humandaten zu Ipamorelin sind dünn: eine Pharmakokinetik-Studie mit einer einmaligen Infusion bei gesunden Männern und eine Phase-2-Studie mit Patienten nach Darmoperationen. In der Phase-2-Studie (Infusion in die Vene, zweimal täglich bis zu 7 Tage) war Ipamorelin gut verträglich, unerwünschte Ereignisse traten nicht häufiger auf als unter Placebo. Zur subkutanen Anwendung und zu längeren Zeiträumen gibt es keine Humanstudien. Die Selektivität gegenüber Cortisol und ACTH ist nur im Tierversuch gezeigt.
In Forschung und Anwender-Berichten beschrieben:
- Injektions-Stelle: leichte Rötung, Druckgefühl oder vorübergehende Reizung an der Einstich-Stelle sind bei subkutanen Injektionen allgemein möglich. Studiendaten speziell zu Ipamorelin gibt es dazu nicht.
- GH-typische Effekte: für GH und die Substanzklasse werden vorübergehende Wasser-Einlagerung sowie Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Händen (Karpaltunnel-artige Symptome) beschrieben. Für Ipamorelin selbst sind sie nicht in Studien belegt.
- Glukose-Stoffwechsel: erhöhte GH-Spiegel können den Nüchtern-Blutzucker anheben und die Insulin-Sensitivität vorübergehend reduzieren. Auch das ist ein allgemeiner GH-Effekt, für Ipamorelin fehlen Humandaten.
- Appetit und Körperfett: in Tierstudien steigerte Ipamorelin Futteraufnahme, Körpergewicht und Körperfett (Mäuse, Ratten). Die Appetitwirkung gilt als schwächer als bei GHRP-2 oder GHRP-6, beim Menschen ist sie nicht untersucht.
- Langzeitdaten fehlen: belastbare Humanstudien über lange Zeiträume existieren für die Anwendung nicht. Das Profil stützt sich auf Tierstudien und kurze Humanstudien mit Infusionen in die Vene.
Diese Einordnung ersetzt keine ärztliche Beratung. Risiko und Verantwortung für jede tatsächliche Anwendung liegen vollständig beim Käufer.
Studien
- Ipamorelin, the first selective growth hormone secretagogue - European Journal of Endocrinology 1998: Erstbeschreibung mit GH-Freisetzung über einen GHRP-artigen Rezeptor an Hypophysenzellen der Ratte; bei Schweinen hob Ipamorelin ACTH und Cortisol anders als GHRP-2 und GHRP-6 nicht stärker an als GHRH, Prolaktin blieb bei allen Substanzen unverändert.
- Pharmacokinetic-pharmacodynamic modeling of ipamorelin, a growth hormone releasing peptide, in human volunteers - Pharmaceutical Research 1999: einmalige 15-minütige Infusion in die Vene bei gesunden Männern (fünf Dosisstufen mit je acht Teilnehmern): Halbwertszeit etwa zwei Stunden, ein einzelner GH-Puls mit dem Gipfel nach etwa 40 Minuten.
- The GH secretagogues ipamorelin and GH-releasing peptide-6 increase bone mineral content in adult female rats - Journal of Endocrinology 2000, Svensson et al: Tierstudie über 12 Wochen: der Knochenmineralgehalt stieg, weil die Knochen größer wurden, die volumetrische Knochendichte blieb unverändert.
- Growth hormone (GH)-independent stimulation of adiposity by GH secretagogues - Biochemical and Biophysical Research Communications 2001: bei Mäusen erhöhte Ipamorelin Körpergewicht und Fettanteil unabhängig vom GH, die Behandlung mit GH-Sekretagogen (Ipamorelin oder GHRP-6) steigerte außerdem Leptin und Futteraufnahme.
- Prospective, randomized, controlled, proof-of-concept study of the Ghrelin mimetic ipamorelin for the management of postoperative ileus in bowel resection patients - International Journal of Colorectal Disease 2014: Phase-2-Studie mit 114 Patienten nach Darmresektion: Ipamorelin als Infusion zweimal täglich bis zu 7 Tage war gut verträglich (unerwünschte Ereignisse 87,5 % gegenüber 94,8 % unter Placebo), verkürzte die Zeit bis zur ersten festen Mahlzeit aber nicht signifikant.



