Medikament

Metoprololsuccinat ER

Metoprololsuccinat ER - der beta1-selektive Betablocker als Retardform. Eine Tablette am Tag statt drei, gleichmäßiger Spiegel.

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25mg × 10 Tabletten = 250 mg für 16 €

1,60 € pro Tablette

Fertig dosiert, kein Anmischen.

25mg × 10 Tabletten Gesamt-Inhalt: 250 mg Pro Dose 16 €
50mg × 10 Tabletten Gesamt-Inhalt: 500 mg Pro Dose 24 €
100mg × 10 Tabletten Gesamt-Inhalt: 1 g Pro Dose 32 €

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Wissen

Was du wissen solltest

Beschreibung

Metoprolol ist ein relativ beta1-selektiver Betablocker ohne intrinsische sympathomimetische Aktivität. Er besetzt die beta1-Adrenozeptoren am Herzen und dämpft damit den Zugriff von Adrenalin und Noradrenalin: Herzfrequenz, Kontraktionskraft und Erregungsleitung gehen zurück, der Sauerstoffbedarf des Herzmuskels sinkt. Die relative Selektivität für beta1 gegenüber beta2 ist der Grund, warum Metoprolol an der Bronchialmuskulatur weniger angreift als unselektive Vertreter. Relativ heißt aber nicht absolut. Mit steigender Dosis verwässert sich der Unterschied.

Der Unterschied zwischen Succinat und Tartrat liegt nicht am Wirkstoff, sondern an der Galenik. Metoprololtartrat ist die schnell freisetzende Form und wird zwei- bis dreimal täglich genommen, weil der Spiegel zwischen den Gaben deutlich schwankt. Metoprololsuccinat in der ER-Zubereitung (auch CR/XL genannt) gibt den Wirkstoff kontrolliert über 24 Stunden ab. Das Ergebnis ist ein flacheres Profil ohne die Spitzen und Täler der schnellen Form, bei einer Einnahme pro Tag.

Genau diese Retardform ist die, für die es die harten Endpunktdaten gibt. Die Übersicht von Prakash und Markham fasst MERIT-HF zusammen: 3.991 Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz, NYHA-Klasse II bis IV und einer Ejektionsfraktion von höchstens 0,40, zusätzlich zur Standardtherapie randomisiert auf Metoprolol CR/XL oder Placebo. Nach im Mittel einem Jahr lag die Gesamtsterblichkeit in der Metoprolol-Gruppe um 34 Prozent niedriger. Die Auswertung von Hjalmarson und Fagerberg schlüsselt das auf: plötzliche Todesfälle gingen um 41 Prozent zurück, Todesfälle durch fortschreitende Herzinsuffizienz um 49 Prozent, dazu kamen weniger Krankenhausaufenthalte und weniger Tage im Krankenhaus.

Auffällig ist das Dosierungsschema dieser Studien, weil es dem Reflex widerspricht, ein Medikament gleich in Zieldosis zu geben. Die Beschreibung des Studienprotokolls von Wikstrand nennt als Startdosis eine halbe 25-mg-Tablette täglich bei NYHA III bis IV und eine ganze bei NYHA II. Verdoppelt wurde erst alle zwei Wochen, die Zieldosis von 200 mg täglich war so über acht Wochen aufgebaut. Die frühe Annahme, Betablocker seien bei Herzinsuffizienz kontraindiziert, war kein reiner Irrtum: zu schnell angesetzt verschlechtern sie den Zustand. Erst das langsame Auftitrieren hat aus der Kontraindikation einen Standard gemacht. Die Übersicht von Adams zeichnet diesen Weg über CIBIS-II, MERIT-HF und COPERNICUS nach.

Du erhältst Metoprololsuccinat ER als Retardtabletten mit 25 mg, 50 mg oder 100 mg pro Tablette, 10 Tabletten pro Blister.

Diese Information dient ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Keine medizinischen Empfehlungen.

Risiken & Sicherheit

Betablocker sind keine Substanz, die man nach Gefühl nimmt und weglässt. Die beiden gefährlichsten Momente sind der Anfang und das Ende.

  • Nicht abrupt absetzen: Unter Dauertherapie reguliert der Körper die beta-Rezeptoren hoch. Fällt der Blocker plötzlich weg, trifft der unveränderte Sympathikus auf mehr Rezeptoren als vorher. Blutdruckanstieg, Tachykardie, Angina bis hin zum Infarkt sind beschrieben. Ausschleichen über Tage bis Wochen, nie von heute auf morgen.
  • Einschleichen statt einsteigen: Die MERIT-HF-Dosierung begann bei 12,5 bis 25 mg und brauchte acht Wochen bis 200 mg. Wer bei eingeschränkter Pumpfunktion gleich hoch einsteigt, verschlechtert sie.
  • Asthma und COPD: Die beta1-Selektivität ist relativ und dosisabhängig. Bei obstruktiven Atemwegserkrankungen kann Metoprolol einen Bronchospasmus auslösen. Wer auf Salbutamol oder ähnliche beta2-Mimetika angewiesen ist, hat hier ein echtes Problem.
  • Bradykardie und AV-Block: Puls unter 50, Schwindel, Synkopen. Die Kombination mit anderen frequenzsenkenden Substanzen, etwa Verapamil oder Diltiazem, verstärkt das erheblich.
  • Diabetes: Betablocker können die Warnzeichen einer Unterzuckerung überdecken, weil Zittern und Herzrasen sympathisch vermittelt sind. Das Schwitzen bleibt, der Rest fehlt.
  • Kein Ersatz für die schnelle Form im Verhältnis eins zu eins: Succinat ER und Tartrat unterscheiden sich in der Freisetzung. Ein Wechsel ist keine reine Namensänderung.
  • Häufige unerwünschte Wirkungen: Müdigkeit, kalte Hände und Füße, Schwindel, Schlafstörungen mit lebhaften Träumen, bei Männern gelegentlich Erektionsstörungen.

Diese Einordnung ersetzt keine ärztliche Beratung. Risiko und Verantwortung für jede tatsächliche Anwendung liegen vollständig beim Käufer.

Studien

  • Metoprolol: a review of its use in chronic heart failure - Drugs 2000, Prakash und Markham: Übersicht zu Metoprolol CR/XL bei chronischer Herzinsuffizienz, mit der 34-prozentigen Senkung der Gesamtsterblichkeit in MERIT-HF und dem Titrationsschema von 12,5 bis 25 mg auf 200 mg täglich.
  • MERIT-HF mortality and morbidity data - Basic Research in Cardiology 2000, Hjalmarson und Fagerberg: Auswertung der 3.991 Patienten, mit 41 Prozent weniger plötzlichen Todesfällen, 49 Prozent weniger Todesfällen durch fortschreitende Herzinsuffizienz und deutlich weniger Krankenhaustagen.
  • MERIT-HF - description of the trial - Basic Research in Cardiology 2000, Wikstrand: Studienprotokoll mit Einschlusskriterien, Placebo-Vorlauf und dem Auftitrieren über acht Wochen.
  • Beta-blockers in heart failure: how far have we progressed? - Postgraduate Medicine 2002, Adams: Einordnung über CIBIS-II, MERIT-HF und COPERNICUS, inklusive der früheren Annahme, Betablocker seien bei Herzinsuffizienz kontraindiziert.
Lexikon Metoprololsuccinat ER: ausführlicher Wissens-Artikel Wirkmechanismus, Rekonstitutions-Rechner, realistische Dosierung und die Studien.

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