Was ist B7-33?
B7-33 ist ein synthetisches, einkettiges Peptid aus 24 Aminosäuren, das aus der B-Kette des menschlichen Relaxin-2 (auch H2-Relaxin oder Serelaxin) abgeleitet ist. Das natürliche Relaxin-2 ist ein Hormon mit zwei Ketten und drei Disulfidbrücken - schwer und teuer herzustellen. B7-33 ist der Versuch, diese komplexe Struktur auf das Minimum einzudampfen, das am Relaxin-Rezeptor RXFP1 noch funktioniert.
Der Forschungs-Fokus liegt klar auf Anti-Fibrose: also der Frage, ob sich überschießendes Narben- und Bindegewebe in Organen (Herz, Lunge, Niere) im Modell zurückdrängen lässt. Genau dafür wurde B7-33 in Tiermodellen untersucht.
Vorweg das Wichtigste, das sich durch den ganzen Eintrag zieht: Die komplette Datenlage zu B7-33 ist präklinisch. Das heißt Mäuse, Ratten und Zellkultur. Es gibt keine einzige Humanstudie. B7-33 ist ein echtes Experimental-Peptid, kein erprobter Wirkstoff. Diese Information dient ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Keine medizinischen Empfehlungen.
Vergleich
Peptide mit Fokus auf Bindegewebe
B7-33 neben einem anderen Peptid aus der Fibrose-Forschung, so wie im TPD-Lexikon beschrieben. Ein Klick öffnet den Eintrag.
Vereinfacht: Beide wurden nur präklinisch untersucht und wirken über verschiedene Wege. 15
Wie es wirkt
B7-33 bindet an RXFP1, den körpereigenen Rezeptor für Relaxin-2. Das Spannende daran: Es ist ein sogenannter funktionell selektiver Agonist. RXFP1 kann nach Aktivierung mehrere Signalwege anstoßen - vereinfacht den cAMP-Weg und den pERK-Weg (ERK1/2). B7-33 schiebt das Gleichgewicht bevorzugt Richtung pERK und löst kaum cAMP aus.
Warum das im Forschungskontext interessant ist: In der Erst-Beschreibung wurde der starke cAMP-Anstieg von Relaxin-2 mit unerwünschtem, tumorförderndem Verhalten in Verbindung gebracht. B7-33 umgeht diesen Weg weitgehend - im selben Paper förderte es in einem Modell kein Prostata-Tumorwachstum, anders als das volle Relaxin. Der Anti-Fibrose-Effekt läuft präklinisch über RXFP1-AT2R-Rezeptor-Heterodimere und am Ende über das kollagenabbauende Enzym MMP-2.
Und nochmal der Realismus-Anker: Das alles ist in Zellen, Mäusen und Ratten beschrieben. Ob und wie sich dieses selektive Signalprofil auf den Menschen überträgt, ist schlicht nicht untersucht.
Wirkorte
Wo B7-33 in Versuchen wirkte
Punkt oder Karte antippen. Farbe = Rezeptor. Alles aus Zell- und Tierversuchen.
Bekannte Ziele1
Wirkstoff B7-33 (Relaxin-2 B-Kette): drei beschriebene Ziele, Art der Wirkung je Karte.
- Gen
- RXFP1
- UniProt
- Q9HBX9
- ChEMBL
- CHEMBL1293316
- Wirkung
- Agonist, bevorzugt pERK statt cAMP
- Gen
- AGTR2
- UniProt
- P50052
- ChEMBL
- CHEMBL4607
- Wirkung
- Partner von RXFP1 im Rezeptorpaar gegen Fibrose
Was du brauchst
Bevor du loslegst, solltest du alles dahaben:
Material
5 Teile, nummeriert wie im Bild
Hak ab, was du schon hast. Vial und BAC-Wasser sind unsere echten Shop-Fotos in gleicher Größe.
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B7-33-Vial
Das B7-33-Vial mit dem gefriergetrockneten Pulver
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Bakteriostatisches Wasser
Bakteriostatisches Wasser zum Auflösen
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U-100-Insulinspritzen
U-100-Insulinspritzen für die Anwendung
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Alkoholtupfer
Alkoholtupfer für den Vial-Deckel und die Hautstelle
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Abwurfbehälter
Einen verschließbaren Behälter für gebrauchte Nadeln
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B7-33 ist ein kleines, relativ kurzlebiges Peptid (in Serum-Tests war die Halbwertszeit sehr kurz, im Bereich weniger Minuten). Das ist ein weiterer Grund, warum hier nichts klar etabliert ist - sauber arbeiten und kühl halten ist trotzdem Pflicht.
Rekonstitution
Das Pulver wird mit bakteriostatischem Wasser aufgelöst. Wie viel Wasser du nimmst, entscheidet über die Konzentration und damit darüber, wie viele Einheiten du später auf der Insulinspritze für deine Dosis aufziehst.
Den Peptid-Rechner kannst du genau dafür nutzen: Wenn du Vial-Größe und Wassermenge wählst, siehst du sofort die Konzentration und die Einheiten pro Dosis. Weil die infrage kommenden Mengen sehr klein sind, lohnt sich eher eine größere Wassermenge - dann landest du pro Dosis bei einer ablesbaren Einheitenzahl statt bei einem winzigen Strich.
Schritt für Schritt
So löst du das Pulver
Vier Schritte, gleich für jede Vial-Größe.
- 1Deckel abwischen
Den Gummistopfen mit einem Alkoholtupfer reinigen.
- 2BAC-Wasser zugeben
Einfach reingeben, egal ob es direkt aufs Pulver trifft.
- 3Schwenken oder schütteln
Bis sich alles gelöst hat, beides ist okay.
- 4Aufziehen
Mit der U-100-Insulinspritze.
Injektion
Gespritzt wird subkutan, ins Unterhautfettgewebe. Typische Stellen sind der Bauch (rund um den Nabel aussparen), die Vorderseite und die Innenseite des Oberschenkels oder die Rückseite des Oberarms.
Injektion
Wo und in welchem Winkel
Stelle antippen oder Winkel umschalten. Subkutan heißt: ins Unterhautfett, nicht in den Muskel.
Stelle jedes Mal wechseln, nie zweimal hintereinander dieselbe.
Faustregel: Wo mehr Unterhautfett ist, gerade im 90-Grad-Winkel einstechen. Bei schlanken Personen mit wenig Fett im 45-Grad-Winkel, damit die Nadel im Unterhautfett bleibt. Vereinfachtes Schema.
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Hautstelle mit Alkoholtupfer reinigen und trocknen lassen
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Kleine Hautfalte abheben
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Nadel einstechen: im 90-Grad-Winkel, wenn an der Stelle mehr Unterhautfett ist, im 45-Grad-Winkel bei schlanken Personen mit wenig Fett
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Langsam injizieren, kurz warten, Nadel zurückziehen
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Nadel sofort in den Sammelbehälter
Einstichstelle jedes Mal wechseln.
Dosierung
Dosierung
Dosierung, Titrationsplan und Spritze
Die Dosierung wird geladen …
- Einstieg und Steigerung als Treppe
- Einheiten auf der U-100-Spritze je Stufe
- Wie lange ein Vial reicht
Was die Forschung zeigt
Die Studienlage ist klein, aber konsistent - und durchweg im Tier- oder Zellmodell:
- Erst-Beschreibung (Chemical Science 2016): B7-33 bindet RXFP1, aktiviert bevorzugt pERK statt cAMP und verhinderte oder reduzierte Organfibrose in drei Nager-Modellen (Herz und Lunge). Anders als volles Relaxin förderte es kein Prostata-Tumorwachstum.
- Herzinfarkt-Modell (JAHA 2020): Bei Mäusen nach Ischämie-Reperfusion verkleinerte B7-33 die Infarktgröße und erhielt die Pumpfunktion besser als das Vehikel - über einen ERK1/2-abhängigen Mechanismus.
- Kardiomyopathie-Modell (Biomedicine & Pharmacotherapy 2023): B7-33 senkte die linksventrikuläre Fibrose schneller als der etablierte ACE-Hemmer Perindopril und behielt weitere herzschützende Effekte des Relaxins.
- Gefäßmodell (Eur J Pharmacol 2017): In Ratten- und Maus-Gefäßen ahmte B7-33 die gefäßschützenden Effekte von Serelaxin nach.
Klingt vielversprechend - aber jedes einzelne Ergebnis stammt aus Nagern oder Zellkultur. Was im Menschen passiert, weiß niemand. Erwartungen entsprechend ehrlich einordnen.
Studienergebnisse
Was die Studien gemessen haben
Zum Ausprobieren: Reiter wechseln, Punkte antippen, Arme aus- und einblenden. Die Arme heißen relativ zueinander, keine Dosisempfehlung.
Herzinfarkt bei Mäusen2
Gefäß 30 Minuten verschlossen, dann wieder geöffnet, Werte in Prozent
Gerundete Werte aus dem Abstract (21,99 gegen 45,32 Prozent Infarktgröße). Mäuse, beim Menschen nicht untersucht.
Forschungsstand
Studienlage
Wo der Wirkstoff auf dem Weg von der Laborforschung zur Zulassung steht. Stand 26.10.2026. 6
- Präklinik Zellversuche und Nagetier-Modelle
- Phase 1 keine registrierte Studie
- Phase 2 keine registrierte Studie
- Phase 3 keine registrierte Studie
- Zulassung noch nicht
Bisher gibt es keine registrierte Humanstudie. 6
Nebenwirkungen
Ein belastbares Nebenwirkungsprofil beim Menschen gibt es nicht, weil es keine Humanstudien gibt. Alles, was man hier sagen kann, ist Spekulation auf Basis des Mechanismus und der Erfahrung mit dem verwandten Relaxin.
- Relaxin und seine Analoga wirken gefäßerweiternd - theoretisch denkbar wären Effekte auf Blutdruck, Schwindel oder Hautrötung.
- Wie bei jeder subkutanen Injektion: lokale Reaktionen an der Einstichstelle (Rötung, Druckempfindlichkeit).
- Peptide können generell Immun- oder Allergie-Reaktionen auslösen.
Weil hartes Sicherheitswissen fehlt, gilt umso mehr: konservativ und vorsichtig. Im Zweifel ist Zurückhaltung die ehrlichere Entscheidung.
Einordnung
B7-33 gehört zu den Compounds, bei denen die Mechanismus-Story sauber und elegant ist - ein einkettiges Mini-Relaxin, das gezielt nur den günstigen Signalweg anschaltet - die Übertragbarkeit auf den Menschen aber komplett offen bleibt. Es ist ein Werkzeug aus dem Labor, nicht aus der Klinik.
Wer sich damit beschäftigt, sollte das mit der Haltung tun, die zu einem reinen Research-Peptid passt: Neugier ja, Heilsversprechen nein. Es gibt nichts, was nahelegt, dass B7-33 beim Menschen tut, was es in der Maus getan hat.
Lagerung
Das ungelöste Pulver ist robust, normale Raumtemperatur (rund 20 bis 25 Grad) reicht, am besten dunkel lagern. Angemischt im Kühlschrank (2 bis 8 Grad) mindestens 4 bis 6 Monate haltbar. Das bakteriostatische Wasser bringt einen Konservierungsstoff mit, der die gelöste Form länger stabil hält. B7-33 ist als kleines Peptid empfindlich - vermeide Hitze, direktes Licht und wiederholtes Einfrieren/Auftauen.
Haltbarkeit
Wie lange es hält
Robust, ein Kühlschrank ist nicht nötig. Hält so problemlos mehrere Monate.
Mindestens 4 bis 6 Monate haltbar. Das bakteriostatische Wasser bringt einen Konservierungsstoff mit. Hitze, direktes Licht und wiederholtes Einfrieren meiden.
- Dunkel lagern
- Gelöst: 2 bis 8 Grad
- Anmischdatum notieren