Was ist Cerebrolysin?
Cerebrolysin ist keine einzelne Substanz, sondern eine komplexe Mischung aus kleinen neurotrophen Peptiden und Aminosäuren. Es ist dafür bekannt, die Wirkung körpereigener Nervenwachstumsfaktoren nachzuahmen, und wird in mehreren Ländern klinisch rund um Schlaganfall, Demenz und Hirnverletzungen eingesetzt.
Dieses Produkt ist die gefriergetrocknete Pulver-Form (60mg pro Vial, 6er-Pack = 360mg gesamt), nicht die offizielle flüssige Form. Deshalb wird in Milligramm dosiert. Wichtig vorweg: Cerebrolysin wird ausschließlich als Kur verwendet, niemals als Dauer- oder Maintenance-Anwendung.
Wie es wirkt
Die Peptid-Fraktionen in Cerebrolysin wirken ähnlich wie körpereigene neurotrophe Faktoren. Im Forschungskontext werden ihnen schützende und regenerative Effekte auf Nervenzellen zugeschrieben: Sie sollen die Energieversorgung der Zellen unterstützen, vor Schädigung schützen und Reparatur-Prozesse anstoßen.
Anders als ein Stoffwechsel- oder Hormon-Peptid mit einem klaren Einzel-Rezeptor ist Cerebrolysin ein Gemisch mit breitem Wirkprofil. Das ist auch der Grund, warum es in Kuren und nicht dauerhaft gefahren wird.
Was du brauchst
Für die Anwendung brauchst du:
- Das Cerebrolysin-Vial mit dem gefriergetrockneten Pulver
- Bakteriostatisches Wasser zum Auflösen (3ml pro 60mg-Vial ergeben 20mg/ml)
- Spritzen für die Anwendung (subkutan oder intramuskulär)
- Alkoholtupfer für den Vial-Deckel und die Hautstelle
- Einen verschließbaren Behälter für gebrauchte Nadeln
Rekonstitution
Pro 60mg-Vial werden etwa 3ml bakteriostatisches Wasser genommen, das ergibt eine Konzentration von 20mg/ml. Bei 20mg/ml entsprechen 20mg/Tag genau 1ml, 32mg sind rund 1,6ml.
Den Rechner oben kannst du nutzen, um Konzentration und Einheiten zu sehen. Weil die Tagesdosen relativ groß sind, kommst du je nach Dosis über das Volumen einer einzelnen Insulinspritze, deshalb werden Dosen über 20mg auf zwei Anwendungen pro Tag aufgeteilt.
Beim Auflösen das BAC-Wasser einfach reingeben, es ist egal ob es direkt aufs Pulver trifft. Danach schwenken oder schütteln, bis sich alles gelöst hat, beides ist okay. Die rekonstituierte Lösung hält gekühlt viele Wochen.
Anwendung
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Dosierung (nur als Kur)
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Was die Forschung zeigt
Cerebrolysin ist für ein neurotrophes Mittel relativ gut untersucht. In einer großen randomisierten Schlaganfall-Studie (CASTA, 2012) war der Haupt-Endpunkt insgesamt neutral, bei schwerer betroffenen Patienten zeigte sich aber ein günstiger Trend. Ein Cochrane-Review (2019) fand bei vaskulärer Demenz einen statistisch signifikanten Nutzen für die allgemeine kognitive und globale Funktion. Die Evidenz ist also gemischt und je nach Anwendungsgebiet unterschiedlich stark, das gehört ehrlich dazu.
Die Studien mit Links findest du unten im Quellenblock.
Nebenwirkungen
Cerebrolysin gilt in den Studien als gut verträglich. Berichtet werden meist leichte Dinge: Reaktionen an der Einstichstelle, gelegentlich Schwindel, Unruhe oder Kopfschmerzen, vor allem wenn zu schnell auftitriert wird. Genau dafür ist das langsame Hochtasten am Kur-Anfang gedacht. Die Kur-Struktur mit langer Pause ist selbst ein Sicherheits-Element.
Praxis
Ein paar Dinge, die wichtig sind:
- Als Kur denken, nicht als Dauer-Peptid. Maximal 30 Tage, dann mindestens 6 Monate Pause.
- Langsam auftitrieren, vor allem in den ersten Tagen.
- Die rekonstituierte Lösung gekühlt lagern, sie hält dort viele Wochen (real 8 bis 10 Wochen nahezu ohne Verlust).
- Nicht öfter als ein- bis zweimal pro Jahr.
Lagerung
Das ungelöste Pulver gehört kühl und dunkel gelagert. Die rekonstituierte Lösung kommt in den Kühlschrank (2 bis 8 Grad), ist vor Licht geschützt und bleibt dort viele Wochen stabil, real 8 bis 10 Wochen nahezu ohne Verlust. Das ist kürzer als bei vielen anderen Peptiden, also nicht auf Vorrat auflösen.