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Lexikon

Forxiga (Dapagliflozin)

Der SGLT2-Hemmer, der Glukose über die Niere ausschleust - mit einem Ketoazidose-Risiko, das Low-Carb-Anwender direkt betrifft.

4 Min. Lesezeit 8 Quellen

Großes blaues 3D-Molekülmodell mit einem grünen Atom über einem runden weißen Podest in einem hellen Labor
Wirkstoff zugelassen · seit 2012

Kurzfassung

Auf einen Blick

Quellen geprüft am 26.10.2026

Verschlechterung oder Herztod
-26 %

Herzschwäche mit reduzierter Pumpkraft, 4.744 Patienten, Hazard Ratio 0,741

Für ein verhindertes Nierenereignis
19 Personen

chronische Nierenerkrankung, über im Median 2,4 Jahre5

Bioverfügbarkeit
78 %

Spitzenspiegel meist binnen 2 Stunden4

Halbwertszeit
12,9 Stunden

nach einer Gabe, Abbau vor allem über UGT1A94

  • Dapagliflozin hemmt den Zuckertransporter SGLT2 in der Niere. Ein Teil des Zuckers wird dadurch über den Urin ausgeschieden, unabhängig von Insulin.84
  • Bei Herzschwäche mit reduzierter Pumpkraft sank das Risiko für Verschlechterung oder Herztod um 26 Prozent, mit und ohne Diabetes.1
  • Bei chronischer Nierenerkrankung wurde die Studie wegen klarer Wirkung früher beendet: 9,2 gegen 14,5 Prozent Ereignisse. Auch bei erhaltener Pumpkraft sank das Risiko.56
  • In der großen Diabetes-Studie mit über 17.000 Patienten sanken schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse nicht sicher, Krankenhausaufenthalte wegen Herzschwäche aber schon.2
  • Ketoazidose war selten, aber häufiger als unter Placebo (0,3 gegen 0,1 Prozent). Alles hier ist Forschungsstand und keine Empfehlung.23
Steckbrief

Stand Juli 2026

Wie lange bleibt es im Körper?

Anteil nach einer Gabe, gerechnet mit ~12,9 Stunden Halbwertszeit

Halbwertszeit ~12,9 Stunden
Nach 26 Stunden noch 25 %
Stunde 13 · 50 %Stunde 24, nächste Gabe · 28 %Stunde 26 · 25 %Stunde 39 · 12,3 %Stunde 65 · 3 %

Vereinfachtes Modell ohne Aufnahmephase, Halbwertszeit aus dem TPD-Lexikon.

Klasse
SGLT2-Hemmer

Gliflozin, selektiv

Anwendung
Oral

1x täglich

Halbwertszeit
rund 12

9 Stunden

Bioverfügbarkeit
etwa 78 Prozent oral
Status
Klinisch zugelassen

Diabetes, Herzinsuffizienz, CKD

Größen
10 mg

1 Größe im Shop

Inhalt 14 Abschnitte
  1. Auf einen Blick
  2. Was ist Dapagliflozin?
  3. Wie es wirkt
  4. Pharmakokinetik
  5. Euglykämische Ketoazidose - der Punkt, der zählt
  6. Dosierung
  7. Was die Forschung zeigt
  8. Studienlage
  9. Nebenwirkungen
  10. Lagerung
  11. Verwandte Wirkstoffe
  12. Häufige Fragen
  13. Begriffe
  14. Quellen

Was ist Dapagliflozin?

Dapagliflozin (Markenname Forxiga, in den USA Farxiga) ist ein selektiver Hemmer des Natrium-Glukose-Cotransporters 2, kurz SGLT2. Es war der erste Vertreter dieser Klasse mit breiter Zulassung in Europa und ist heute bei Typ-2-Diabetes, Herzinsuffizienz und chronischer Nierenerkrankung zugelassen.

Der Ansatz ist ungewöhnlich, weil er komplett an der Bauchspeicheldrüse vorbeigeht. Statt Insulin zu erhöhen oder die Insulinwirkung zu verbessern, lässt Dapagliflozin Zucker einfach über den Urin abfließen. Das macht die Substanz insulinunabhängig und erklärt, warum sie in Monotherapie kaum Unterzuckerungen auslöst.

Diese Information dient ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Keine medizinischen Empfehlungen.

Vergleich

Stoffwechsel-Wirkstoffe im Lexikon

Woran die Einträge ansetzen, so wie im TPD-Lexikon beschrieben. Ein Klick öffnet den Eintrag.

Vereinfacht. SGLT2-Hemmer wirken in der Niere und unabhängig von Insulin, GLP-1-Wirkstoffe über Hormone aus dem Darm. 8

Wie es wirkt

Die Niere filtert täglich eine erhebliche Menge Glukose. Damit die nicht verloren geht, holt der SGLT2-Transporter im proximalen Tubulus rund 90 Prozent davon zurück ins Blut. Dapagliflozin blockiert genau diesen Transporter mit über 1000-facher Selektivität gegenüber SGLT1 im Darm - deshalb bleibt die Glukose-Aufnahme aus der Nahrung unangetastet.

Was bleibt, ist eine gezielte Glukosurie. Unter 10mg täglich werden in Studien rund 70 Gramm Glukose pro Tag renal ausgeschieden, umgerechnet etwa 280 Kilokalorien. Der ausgeschiedene Zucker zieht osmotisch Wasser mit, was eine milde Diurese und einen leichten Blutdruckabfall erklärt. Parallel steigen Hämatokrit und Hämoglobin messbar an.

Wirkorte

Wo Dapagliflozin wirkt

Punkt oder Karte antippen. Farbe = SGLT2, grau = beobachtet.

  1. Niere

    Weniger Zucker zurück ins Blut, mehr Zucker im Urin; Nierenverlauf in Studien langsamer5

    SGLT2
  2. Herz

    Weniger Verschlechterung der Herzschwäche, mit und ohne Diabetes1

    In Studien beobachtet
  3. Leber

    Abbau über das Enzym UGT1A9 zu einem unwirksamen Abbauprodukt4

    In Studien beobachtet

Ziele in der Datenbank ChEMBL8

Wirkstoff ChEMBL CHEMBL429910: ein erfasster Mechanismus, Hemmer.

Natrium-Glukose-Cotransporter 2
Gen
SLC5A2
UniProt
P31639
ChEMBL
CHEMBL3884
Wirkung
Hemmer
Durchsichtiges Nierenkanälchen mit blauen Transportern in der Wand, an die blaue 3D-Moleküle andocken, im Inneren kleine Zuckerkristalle
SGLT2 im Nierenkanälchen wird blockiert. Symbolbild.

Pharmakokinetik

  • Bioverfügbarkeit: etwa 78 Prozent absolut, oral.
  • Wirkeintritt: Spitzenkonzentration nüchtern nach rund 1 bis 2 Stunden. Nahrung verzögert den Peak, verändert die Gesamtaufnahme aber nicht relevant.
  • Halbwertszeit: rund 12,9 Stunden nach einer Einzeldosis von 10mg - trägt eine einmal tägliche Gabe.
  • Abbau: überwiegend über UGT1A9 zum inaktiven Dapagliflozin-3-O-Glucuronid, nicht primär über CYP450. Das Interaktionsprofil ist dadurch vergleichsweise schlank.
  • Ausscheidung: ganz überwiegend renal, ein kleinerer Teil über den Stuhl.

Euglykämische Ketoazidose - der Punkt, der zählt

Das ist die wichtigste seltene Gefahr der gesamten SGLT2-Klasse und der Grund, warum diese Substanz kein Selbstläufer ist. Bei einer klassischen Ketoazidose schießt der Blutzucker hoch und man merkt es. Unter SGLT2-Hemmung wird der Zucker aber laufend über den Urin abgeführt - die Ketone steigen trotzdem, der Blutzucker bleibt normal oder nur leicht erhöht. Ein Glukose-Messgerät zeigt schlicht nichts an.

In DECLARE-TIMI 58 trat eine diabetische Ketoazidose bei 0,3 Prozent unter Dapagliflozin gegenüber 0,1 Prozent unter Placebo auf. Die Fallserie von Peters et al. beschreibt das Muster systematisch. Als Auslöser sind in der Literatur beschrieben:

  • Ketogene oder stark kohlenhydratarme Ernährung.
  • Längeres Fasten oder ein aggressives Kaloriendefizit.
  • Alkohol.
  • Infekte, Operationen, Dehydratation.

Genau diese Konstellation ist in der Fitness-Szene Alltag, weshalb das Risiko hier praktisch statt theoretisch ist. Wer unter Low-Carb forscht, misst Ketone statt Blutzucker. Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, auffällig tiefe Atmung oder Verwirrtheit sind in der Literatur als Warnzeichen beschrieben und gehören ärztlich abgeklärt.

Dosierung

Dosierung

Dosierung, Titrationsplan und Spritze

Die Dosierung wird geladen …

  • Einstieg und Steigerung als Treppe
  • Einheiten auf der U-100-Spritze je Stufe
  • Wie lange ein Vial reicht
Weiße Faltschachtel mit TPD-Logo neben einem Blister mit weißen Tabletten auf einem hellen Labortisch
Tabletten im Blister. Symbolbild.

Was die Forschung zeigt

DAPA-HF (McMurray et al., NEJM 2019) untersuchte rund 4700 Teilnehmer mit Herzinsuffizienz und reduzierter Auswurffraktion. 10mg täglich senkten den primären Kombinationsendpunkt aus Herzinsuffizienz-Verschlechterung und kardiovaskulärem Tod um etwa ein Viertel - und zwar bei Teilnehmern mit und ohne Diabetes. Das war der Befund, der die Klasse aus der reinen Diabetes-Ecke geholt hat.

DECLARE-TIMI 58 (Wiviott et al., NEJM 2019) ist mit über 17.000 Teilnehmern und rund 4 Jahren Beobachtung die große Sicherheits- und Endpunkt-Studie. Der klassische MACE-Endpunkt wurde nicht signifikant gesenkt, die Kombination aus kardiovaskulärem Tod und Herzinsuffizienz-Hospitalisierung dagegen deutlich. Aus derselben Studie stammen die belastbaren Zahlen zu Ketoazidose und Genitalinfektionen.

DAPA-CKD (Heerspink et al., NEJM 2020) und DELIVER (Solomon et al., NEJM 2022) erweiterten das Bild auf chronische Nierenerkrankung beziehungsweise auf Herzinsuffizienz mit erhaltener Auswurffraktion.

Studienergebnisse

Was die Studien gemessen haben

Zum Ausprobieren: Reiter wechseln, Punkte antippen, Arme aus- und einblenden. Die Arme heißen relativ zueinander, keine Dosisempfehlung.

Herzschwäche mit reduzierter Pumpkraft1

4.744 Patienten, im Median 18,2 Monate, Anteil mit Ereignis

Verschlechterung oder Herztod1 Hauptziel
Placebo 21,2 %
Dapagliflozin 16,3 %
Erste Verschlechterung1
Placebo 13,7 %
Dapagliflozin 10,0 %
Herz-Kreislauf-Tod1
Placebo 11,5 %
Dapagliflozin 9,6 %
Tod jeder Ursache1
Placebo 13,9 %
Dapagliflozin 11,6 %

Werte aus dem Abstract, zusätzlich zur üblichen Therapie. Mit und ohne Diabetes ähnlich. Volumenmangel, Nierenprobleme und Unterzuckerung waren nicht häufiger als unter Placebo.

Herzschwäche mit leicht reduzierter oder erhaltener Pumpkraft6

6.263 Patienten, im Median 2,3 Jahre, Anteil mit Ereignis

Verschlechterung oder Herztod6 Hauptziel
Placebo 19,5 %
Dapagliflozin 16,4 %
Verschlechterung der Herzschwäche6
Placebo 14,5 %
Dapagliflozin 11,8 %
Herz-Kreislauf-Tod6 nicht sicher verschieden
Placebo 8,3 %
Dapagliflozin 7,4 %

Werte aus dem Abstract. Ergebnisse ähnlich unter und über 60 Prozent Auswurffraktion, mit und ohne Diabetes. Nebenwirkungen gleich häufig wie unter Placebo.

Chronische Nierenerkrankung5

4.304 Teilnehmende, im Median 2,4 Jahre, Anteil mit Ereignis

Nierenfunktion halbiert, Nierenversagen oder Tod5 Hauptziel
Placebo 14,5 %
Dapagliflozin 9,2 %
Tod jeder Ursache5
Placebo 6,8 %
Dapagliflozin 4,7 %

Werte aus dem Abstract. Die Studie wurde wegen klarer Wirkung früher beendet. Mit und ohne Typ-2-Diabetes ähnlich, 19 Behandelte für ein verhindertes Ereignis.

Herz und Niere bei Typ-2-Diabetes2

17.160 Patienten, im Median 4,2 Jahre, Anteil mit Ereignis

Schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse2 nicht sicher verschieden
Placebo 9,4 %
Dapagliflozin 8,8 %
Herztod oder Klinik wegen Herzschwäche2
Placebo 5,8 %
Dapagliflozin 4,9 %
Nierenereignis2
Placebo 5,6 %
Dapagliflozin 4,3 %
Tod jeder Ursache2
Placebo 6,6 %
Dapagliflozin 6,2 %

Werte aus dem Abstract. Der Vorteil beim kombinierten Ziel ging auf weniger Krankenhausaufenthalte wegen Herzschwäche zurück, beim Herztod gab es keinen Unterschied.

Seltene, aber wichtige Nebenwirkungen2

17.160 Patienten mit Typ-2-Diabetes, im Median 4,2 Jahre

Diabetische Ketoazidose2
Placebo 0,1 %
Dapagliflozin 0,3 %
Genitalinfektion, schwer oder mit Abbruch2
Placebo 0,1 %
Dapagliflozin 0,9 %

Werte aus dem Abstract. Eine Fallserie beschreibt Ketoazidosen mit fast normalem Blutzucker, die deshalb spät erkannt wurden.

Gläsernes Nierenmodell zwischen Petrischalen, einer Pipette, einem Glastrichter und zwei Zuckerwürfeln auf weißem Grund
Große Studien zu Herz und Niere. Symbolbild.

Forschungsstand

Studienlage

Bei ClinicalTrials.gov stehen 758 Studien mit Dapagliflozin, 182 davon in Phase 3. Hier stehen die großen Endpunkt-Studien zu Diabetes, Herz und Niere. Stand 26.10.2026. 7

  1. Präklinik Pharmakokinetik und Wirkung auf die Zuckerausscheidung
  2. Phase 1 keine registrierte Studie
  3. Phase 2 keine registrierte Studie
  4. Phase 3 5 Studien, 5 abgeschlossen
  5. Zulassung seit 2012
36.518 Teilnehmende in Phase 3 Zugelassen: ChEMBL führt Dapagliflozin mit höchster Phase 4 und erster Zulassung 2012. Laut Eintrag bei Typ-2-Diabetes, Herzschwäche und chronischer Nierenerkrankung.8
Alle 5 Studien aus Phase 3 im ZeitverlaufZeitverlauf ausblenden 5 abgeschlossen 0 laufend 4 mit Ergebnissen
Phase 3

Balken: Start bis Hauptendpunkt (bei laufenden Studien geplant). Grün = abgeschlossen, blau = Fortschritt bis 26.10.2026.

Nebenwirkungen

  • Genitale Pilzinfektionen: häufigster dokumentierter Effekt, direkte Folge der Glukose im Urin. Frauen deutlich häufiger betroffen.
  • Harnwegsinfekte: ebenfalls über Placebo-Niveau dokumentiert.
  • Volumenmangel: Schwindel, orthostatische Beschwerden, Dehydratation. Verstärkt durch Diuretika, Hitze, Training oder wenig Trinken.
  • Euglykämische Ketoazidose: selten, aber schwer. Siehe eigene Sektion oben.
  • Fournier-Gangrän: sehr seltene nekrotisierende Infektion im Genital- und Dammbereich, Sicherheitssignal der gesamten Klasse.
  • Initialer eGFR-Abfall: reversibler Rückgang in den ersten Wochen, danach langsamere Abnahme als unter Placebo.
  • Hämatokrit-Anstieg: messbar. Relevant, wenn die Blutwerte ohnehin schon hoch stehen.
  • Hypoglykämie: in Monotherapie gering, in Kombination mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen deutlich häufiger.

Lagerung

Trocken und vor Licht geschützt bei Raumtemperatur lagern. Tabletten in der Originaldose lassen. Außerhalb der Reichweite von Kindern.

Drei weiße Tablettendosen und ein gefaltetes hellblaues Handtuch auf einem weißen Regal
Trocken, vor Licht geschützt, bei Raumtemperatur. Symbolbild.
Wirkspiegel · Forxiga (Dapagliflozin)

Wie sich der Spiegel aufbaut

1 Gabe pro Tag: jede Gabe setzt auf den Rest der vorigen auf.

Lexikon: Oral, 1x täglich
Spitze 1,38×Tal 0,38×
Tag 2 · 3. Gabe
1,35× der ersten Gabe
Plateau
ab Tag 2

98 % des Plateaus nach der 3. Gabe

Spitze
1,38×

der ersten Gabe

Tal
0,38×

vor der nächsten Gabe

Vereinfachtes Modell, Werte relativ zur ersten Gabe, keine Dosisangabe. Gestrichelt: die erste Gabe allein, grün: das Plateau.

Verwandt

Verwandte Wirkstoffe

Gleiche Ansatzpunkte oder ein anderer Weg: alles im TPD-Lexikon.

FAQ

Häufige Fragen zu Forxiga (Dapagliflozin)

Kurze Antworten, jede mit den Quellen unten belegt.

Wie wirkt Dapagliflozin?

Es hemmt in der Niere den Transporter SGLT2, der gefilterten Zucker zurück ins Blut holt. Der Zucker geht dann mit dem Urin hinaus, ohne dass Insulin nötig ist. Der Abbau läuft vor allem über das Enzym UGT1A9 zu einem unwirksamen Abbauprodukt.84

Hilft es auch ohne Diabetes?

In den Studien zu Herzschwäche und chronischer Nierenerkrankung war die Wirkung mit und ohne Diabetes ähnlich. Bei reduzierter Pumpkraft sank das Risiko für Verschlechterung oder Herztod um 26 Prozent.15

Was zeigte die Nierenstudie?

Bei 4.304 Teilnehmenden hatten 9,2 Prozent unter Dapagliflozin und 14,5 Prozent unter Placebo ein Ereignis (Halbierung der Nierenfunktion, Nierenversagen oder Tod). 19 mussten behandelt werden, um eines zu verhindern. Die Studie wurde deshalb früher beendet.5

Was ist eine euglykämische Ketoazidose?

Eine Übersäuerung durch Ketone bei fast normalem Blutzucker. Weil der Zucker nicht stark steigt, wurde sie in einer Fallserie spät erkannt. Die Autoren raten, bei Übelkeit, Erbrechen oder Unwohlsein Ketone zu prüfen. In der großen Diabetes-Studie trat sie bei 0,3 gegen 0,1 Prozent auf.32

Senkt es Herzinfarkte und Schlaganfälle?

In der Diabetes-Studie mit 17.160 Patienten nicht sicher: 8,8 gegen 9,4 Prozent schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse. Deutlich sanken aber Krankenhausaufenthalte wegen Herzschwäche und Nierenereignisse.2

Welche Nebenwirkungen sind bekannt?

Schwere oder zum Abbruch führende Genitalinfektionen traten bei 0,9 gegen 0,1 Prozent auf, Ketoazidose bei 0,3 gegen 0,1 Prozent. In den Herzschwäche-Studien waren Volumenmangel, Nierenprobleme und Unterzuckerung nicht häufiger als unter Placebo.21

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Gepunktet unterstrichene Wörter im Text zeigen diese Erklärungen direkt an.

Auswurffraktion
Anteil des Blutes, den die linke Herzkammer pro Schlag auspumpt.
Diurese
Harnausscheidung. Hier mild erhöht, weil Zucker Wasser mitzieht.
eGFR
Geschätzte Filtrationsleistung der Nieren, das übliche Maß für die Nierenfunktion.
Euglykämische Ketoazidose
Übersäuerung durch Ketone bei fast normalem Blutzucker. Seltene, aber gefährliche Nebenwirkung der Klasse.
Fournier-Gangrän
Sehr seltene, schwere Infektion im Genital- und Dammbereich.
Glukosurie
Zucker im Urin. Unter SGLT2-Hemmern gewollt.
Hämatokrit
Anteil der roten Blutkörperchen am Blutvolumen.
MACE
Schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse: Herztod, Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Proximaler Tubulus
Erster Abschnitt der Nierenkanälchen, in dem Zucker und Salz zurückgeholt werden.
SGLT2
Natrium-Glukose-Cotransporter 2. Er holt in der Niere den größten Teil des gefilterten Zuckers zurück ins Blut.
UGT1A9
Enzym in Leber und Niere, das Dapagliflozin an Glucuronsäure koppelt und so unwirksam macht.

Evidenz

Quellen

Alle 8 Quellen anzeigenQuellen ausblenden 6 Studien1 Studienregister1 Datenbank geprüft am 26.10.2026

Studien

  1. DAPA-HF: Herzschwäche mit reduzierter Pumpkraft

    McMurray et al., New England Journal of Medicine, 2019

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  2. DECLARE-TIMI 58: Herz und Niere bei Typ-2-Diabetes

    Wiviott et al., New England Journal of Medicine, 2019

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  3. Euglykämische Ketoazidose unter SGLT2-Hemmern, Fallserie

    Peters et al., Diabetes Care, 2015

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  4. Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von Dapagliflozin

    Kasichayanula et al., Clinical Pharmacokinetics, 2014

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  5. DAPA-CKD: chronische Nierenerkrankung

    Heerspink et al., New England Journal of Medicine, 2020

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  6. DELIVER: Herzschwäche mit erhaltener Pumpkraft

    Solomon et al., New England Journal of Medicine, 2022

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed

Studienregister

  1. Dapagliflozin im Register ClinicalTrials.gov

    ClinicalTrials.gov, U.S. National Library of Medicine

    Geprüft am 26.10.2026 über ClinicalTrials.gov API v2

Datenbank

  1. Dapagliflozin in ChEMBL (Zulassung und Wirkort)

    ChEMBL, EMBL-EBI (CHEMBL429910)

    Geprüft am 26.10.2026 über ChEMBL API

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