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Lexikon

Humalog (Insulin Lispro)

Das erste zugelassene Insulinanalogon: 15 Minuten bis zum Wirkeintritt, Peak nach 1-2 Stunden - und einer der schmalsten Sicherheitsspielräume im Katalog.

5 Min. Lesezeit 7 Quellen

Glänzende blaue 3D-Peptidkette schwebt über einem weißen Podest in einem hellen Labor, Symbolbild für Insulin Lispro
Zugelassen · seit 1996

Kurzfassung

Auf einen Blick

Quellen geprüft am 25.10.2026

Bis zum höchsten Spiegel
42 Minuten

10 gesunde Männer, Normalinsulin 101 Minuten, Spitze mehr als doppelt so hoch1

Unterzuckerungen
-12 %

1.008 Patienten mit Typ-1-Diabetes über 6 Monate, größter Vorteil nachts2

Schwere Unterzuckerung
3,1 %

Auswertung von acht Studien, unter Normalinsulin 4,4 %3

Abstand zur Mahlzeit
22,5 Minuten

Im Studienmittel für die beste Kontrolle, bei Normalinsulin 63,8 Minuten4

  • Insulin Lispro ist Humaninsulin, bei dem zwei Bausteine an den Positionen B28 und B29 vertauscht sind. Daher der Name Lys-Pro.17
  • Der Tausch schwächt das Zusammenlagern der Moleküle. Bei 10 gesunden Männern lag der höchste Spiegel nach 42 statt nach 101 Minuten und war mehr als doppelt so hoch.1
  • Bei 1.008 Patienten mit Typ-1-Diabetes stieg der Blutzucker nach dem Essen weniger an, Unterzuckerungen waren um 12 Prozent seltener.2
  • Über acht Studien hatten unter Lispro 3,1 Prozent eine schwere Unterzuckerung, unter Normalinsulin 4,4 Prozent. Hauptrisiko bleibt die Unterzuckerung.3
  • Laut ChEMBL ist Insulin Lispro seit 1996 zugelassen. Alles hier ist Forschungsstand und keine Empfehlung.7
Steckbrief

Stand Juli 2026

Klasse
Schnellwirksames Insulinanalogon
Wirkeintritt
rund 15 Minuten
Peak / Wirkdauer
1-2 Stunden / 3-5 Stunden
Konzentration
U-100

100 IU pro ml, 6ml = 600 IU

Status
Klinisch zugelassen

Hochrisiko-Substanz

Größen
6ml/600iu

1 Größe im Shop

Inhalt 14 Abschnitte
  1. Auf einen Blick
  2. Was ist Insulin Lispro?
  3. Wie es wirkt
  4. Das Wirkprofil im Detail
  5. Dosierung: wie sie überhaupt zustande kommt
  6. Hypoglykämie - das zentrale Risiko
  7. Was die Forschung zeigt
  8. Studienlage
  9. Nebenwirkungen
  10. Lagerung
  11. Verwandte Wirkstoffe
  12. Häufige Fragen
  13. Begriffe
  14. Quellen

Was ist Insulin Lispro?

Insulin Lispro (Markenname Humalog) ist ein schnellwirksames Insulinanalogon und war Mitte der 1990er das erste gentechnisch veränderte Insulinanalogon überhaupt, das eine Zulassung bekam. Der Eingriff am Molekül ist winzig: in der B-Kette sind die Aminosäuren an Position 28 und 29 vertauscht. Aus der natürlichen Abfolge Prolin-Lysin wird Lysin-Prolin, daher der Name Lis-Pro.

Diese eine Vertauschung verändert nichts an der Wirkung am Rezeptor, aber alles am Zeitverhalten. Sie ist der Grund, warum Lispro nach 15 Minuten anschlägt statt nach 30 bis 45 wie Normalinsulin.

Diese Information dient ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Keine medizinischen Empfehlungen.

Vergleich

Schnell und lang wirksame Insuline

Alle wirken am selben Insulin-Rezeptor, sie unterscheiden sich im Zeitprofil, so wie im TPD-Lexikon beschrieben. Ein Klick öffnet den Eintrag.

Vereinfacht: Schnelle Insuline decken den Anstieg nach dem Essen, lange den Grundbedarf über den Tag. Lispro ersetzt kein Basalinsulin. 75

Wie es wirkt

Insulin liegt in Lösung nicht als Einzelmolekül vor, sondern lagert sich zu Dimeren und Hexameren zusammen. Aus dem Depot unter der Haut kann aber nur das Monomer ins Blut übertreten. Bei Humaninsulin muss der Hexamer-Verband also erst zerfallen. Genau dieser Zerfall ist der Zeitfresser.

Der Tausch an B28 und B29 schwächt exakt die Kontaktflächen, über die sich die Moleküle aneinanderlagern. Lispro zerfällt schneller in Monomere und wird entsprechend früher resorbiert.

Am Insulinrezeptor selbst verhält sich Lispro dann wie körpereigenes Insulin:

  • Rezeptor-Tyrosinkinase: wird aktiviert und startet die Signalkaskade.
  • GLUT4-Transporter: wandern an die Zellmembran, die Glukose-Aufnahme in Muskel- und Fettgewebe steigt.
  • Leber: die hepatische Glukose-Freisetzung wird gedrosselt.
  • Fettgewebe: die Lipolyse wird gehemmt, die Speicherung gefördert.
  • Kalium: über die Natrium-Kalium-ATPase wird Kalium aus dem Blut in die Zelle geschoben - der Serum-Kalium-Wert fällt.

Wirkorte

Wo Insulin Lispro in Studien wirkte

Punkt oder Karte antippen. Farbe = Insulin-Rezeptor, grau = in Studien beobachtet.

  1. Unterhautfett (Depot)

    Spiegel-Gipfel nach 42 statt 101 Minuten, mehr als doppelt so hoch1

    In Studien beobachtet
  2. Blutzucker

    Anstieg nach dem Essen flacher als unter Normalinsulin2

    INSR
  3. Gehirn

    Schwere Unterzuckerung bei 3,1 % der Patienten, unter Normalinsulin 4,4 %3

    In Studien beobachtet

Ziele in der Datenbank ChEMBL7

Wirkstoff CHEMBL1201538: ein erfasster Mechanismus, Agonist mit direkter Bindung an den menschlichen Rezeptor.

Insulin-Rezeptor
Gen
INSR
UniProt
P06213
ChEMBL
CHEMBL1981
Wirkung
Agonist, direkte Bindung
Blaue 3D-Moleküle schweben auf Y-förmige Rezeptoren an einer durchscheinenden Zellwand zu, im Inneren Bläschen mit kleinen Teilchen
Einzelne Insulin-Moleküle binden am Insulin-Rezeptor, die Zelle nimmt Zucker auf. Symbolbild.

Das Wirkprofil im Detail

Das Zeitprofil ist der ganze Punkt dieser Substanz und gleichzeitig ihre Gefahr:

  • Wirkeintritt: rund 15 Minuten nach subkutaner Gabe.
  • Serumspiegel-Peak: etwa 30 bis 70 Minuten.
  • Wirkmaximum: 1 bis 2 Stunden.
  • Wirkdauer: 3 bis 5 Stunden.
  • Halbwertszeit: nach subkutaner Injektion rund 1 Stunde.
  • Bioverfügbarkeit: in den Zulassungsdaten etwa 55 bis 77 Prozent.

Zum Vergleich braucht Normalinsulin 30 bis 45 Minuten bis zum Anschlag und wirkt 6 bis 8 Stunden nach. Diese lange Nachwirkung ist der klassische Grund für späte Unterzuckerungen. Lispro löst dieses Problem und schafft dafür ein neues: das Wirkfenster ist so eng, dass eine verschobene oder ausgelassene Kohlenhydrat-Zufuhr direkt im Peak zur Unterzuckerung führt.

Dosierung: wie sie überhaupt zustande kommt

Dosierung

Dosierung, Titrationsplan und Spritze

Die Dosierung wird geladen …

  • Einstieg und Steigerung als Treppe
  • Einheiten auf der U-100-Spritze je Stufe
  • Wie lange ein Vial reicht

Hypoglykämie - das zentrale Risiko

Insulin ist die einzige Substanzklasse im Katalog, bei der ein Dosierfehler binnen ein bis zwei Stunden tödlich enden kann. Das ist keine Formulierungs-Vorsicht, sondern die nüchterne Beschreibung des Wirkmechanismus.

Frühe Warnzeichen: Zittern, kalter Schweiß, Herzrasen, Blässe, Heißhunger, innere Unruhe.

Später: Konzentrations- und Sehstörungen, Sprachstörungen, verwirrtes oder aggressives Verhalten.

Am Ende: Krampfanfall, Bewusstlosigkeit, Tod.

  • Schnelle Kohlenhydrate (Traubenzucker, Saft, Cola) müssen griffbereit liegen, bevor die Nadel angesetzt wird, nicht danach. Im Ernstfall gehört Glucagon dazu.
  • Niemals allein anwenden. Eine anwesende Person muss wissen, was bei einer Unterzuckerung zu tun ist.
  • Niemals ohne Blutzucker-Messgerät. Nach Gefühl dosieren funktioniert bei dieser Substanz nicht.
  • Nach wiederholten Unterzuckerungen stumpfen die Warnsymptome ab. Die erste bemerkte Stufe ist dann bereits die Verwirrtheit.
  • Alkohol, Betablocker und körperliche Belastung verstärken den Blutzucker-Abfall und maskieren gleichzeitig die Symptome.

Zweiter, oft übersehener Punkt: die Kalium-Verschiebung. Insulin treibt Kalium in die Zellen, der Serum-Wert fällt. Dieser Effekt ist so verlässlich, dass Insulin klinisch gezielt zur Senkung erhöhter Kalium-Werte genutzt wird. Eine relevante Hypokaliämie macht Muskelschwäche, Krämpfe und Herzrhythmusstörungen - bei hohen Dosen ist sie eine eigenständige Todesursache, völlig unabhängig vom Blutzucker.

Was die Forschung zeigt

Die Datenlage zu Lispro ist alt, groß und ungewöhnlich eindeutig.

  • Howey et al., Diabetes 1994: in Glukose-Clamp-Untersuchungen fiel die Serum-Insulin-Spitze nach Lispro mehr als doppelt so hoch aus und wurde in weniger als der halben Zeit erreicht wie nach Normalinsulin. Das ist der pharmakokinetische Beleg für den Aminosäure-Tausch.
  • Anderson et al., Diabetes 1997: multizentrische Crossover-Studie mit 1.008 Teilnehmern über sechs Monate. Signifikant flacherer postprandialer Glukose-Anstieg und rund 12 Prozent weniger Hypoglykämie-Episoden gegenüber Normalinsulin, mit dem größten relativen Vorteil nachts.
  • Brunelle et al., Diabetes Care 1998: Meta-Analyse über acht Studien und mehr als 1.400 Patientenjahre. Schwere Hypoglykämien traten bei 3,1 Prozent der Teilnehmer unter Lispro auf gegenüber 4,4 Prozent unter Normalinsulin.
  • Howey et al., Clin Pharmacol Ther 1995: zum Injektionszeitpunkt. Gleiche oder leicht bessere Kontrolle bei im Schnitt 22,5 Minuten Abstand zur Mahlzeit gegenüber 63,8 Minuten bei Normalinsulin.
  • Ebeling et al., Diabetes Care 1997: der wichtigste Einordnungs-Befund. Der Vorteil eines schnellen Bolus-Insulins verpufft, wenn die Basal-Abdeckung nicht dazu passt. Lispro ersetzt kein Basalinsulin, es ergänzt es.

Studienergebnisse

Was die Studien gemessen haben

Zum Ausprobieren: Reiter wechseln, Punkte antippen, Arme aus- und einblenden. Die Arme heißen relativ zueinander, keine Dosisempfehlung.

Zeit bis zum Gipfel1

Minuten nach der Gabe unter die Haut, 10 gesunde Männer, Glukose-Clamp

Höchster Insulinspiegel1
Insulin Lispro 42 min
Normalinsulin (Vergleich) 101 min
Höchste Wirkung1 Gipfel der Glukose-Infusion
Insulin Lispro 99 min
Normalinsulin (Vergleich) 179 min

Werte aus dem Abstract, gemessen mit einer zinkfreien Lösung. Der Spiegel stieg mehr als doppelt so hoch, die Wirkung kam in etwa der halben Zeit. Glukose lief per Infusion mit, eine Unterzuckerung wurde dort aufgefangen.

Abstand zur Mahlzeit für die beste Kontrolle4

Minuten vor dem Essen, Mittelwert der Studie

Bester Zeitpunkt der Gabe4
Insulin Lispro 22,5 min
Normalinsulin (Vergleich) 63,8 min

In der Studie wurde der Abstand zwischen Gabe und Mahlzeit verändert. Der niedrigste mittlere Blutzucker war mit beiden Insulinen praktisch gleich, die Schwankungen nach dem Essen waren unter Lispro kleiner.

Holztisch am Fenster mit einer Pflanze, einem Teller mit belegtem Brot und einem gläsernen Modell einer Bauchspeicheldrüse
Lispro wurde für die Zeit rund um die Mahlzeit entwickelt. Symbolbild.

Forschungsstand

Studienlage

Insulin Lispro ist seit 1996 zugelassen. Die Studien aus diesem Eintrag stammen aus den 1990ern und stehen nicht im Register. Im Register ClinicalTrials.gov nennen über 350 Studien Insulin Lispro unter den Interventionen, meist als Teil einer Behandlung. Stand 25.10.2026. 6

  1. Präklinik Molekül-Design: B28 und B29 vertauscht
  2. Phase 1 keine registrierte Studie
  3. Phase 2 keine registrierte Studie
  4. Phase 3 keine registrierte Studie
  5. Zulassung seit 1996
Zugelassen: ChEMBL führt Insulin Lispro mit höchster Phase 4 und erster Zulassung 1996.7

Die Zulassung ist älter als die heutigen Studienregister, für diese Form steht dort keine aktuelle Studie. 6

Nebenwirkungen

  • Hypoglykämie: mit Abstand die häufigste und gefährlichste dokumentierte Nebenwirkung, direkte Folge des Mechanismus.
  • Hypokaliämie: durch die Kalium-Verschiebung nach intrazellulär, mit Muskelschwäche, Krämpfen und Herzrhythmusstörungen.
  • Lipohypertrophie und Lipoatrophie: Gewebeveränderungen an häufig genutzten Einstichstellen. Verhärtete Areale resorbieren unberechenbar, was die Wirkung sowohl abschwächen als auch unerwartet beschleunigen kann. Systematischer Stellenwechsel ist in allen Protokollen Standard.
  • Lokale Reaktionen: Rötung, Juckreiz, Schwellung an der Injektionsstelle.
  • Gewichtszunahme: gehört zum bekannten Profil jeder Insulintherapie.
  • Ödeme: Natrium-Retention mit peripheren Ödemen ist besonders zu Beginn dokumentiert.
  • Verwechslungsgefahr: Insuline unterscheiden sich in Konzentration (U-100 gegenüber U-200 und höher) und Wirkprofil. Eine U-100-Spritze an einer höher konzentrierten Lösung liefert ein Vielfaches der beabsichtigten Dosis. Vor jeder Gabe Typ und Konzentration prüfen.

Verträglichkeit

Schwere Unterzuckerung

Von 100 Patienten mit Typ-1-Diabetes: wie viele mindestens eine schwere Unterzuckerung hatten (Koma oder Glucagon bzw. Glukose in die Vene nötig).

3 von 100 Insulin Lispro
4 von 100 Normalinsulin (Vergleich)
Ereignis Insulin LisproNormalinsulin (Vergleich)
Schwere Unterzuckerung3 3 %4 %

2.576 Patienten, mehr als 1.400 Patientenjahre. 72 Patienten hatten unter Lispro 102 schwere Episoden, 102 Patienten unter Normalinsulin 131. Alle bekamen zusätzlich ein Basalinsulin.3

Lagerung

Ungeöffnet im Kühlschrank bei 2 bis 8 Grad lagern. Nicht einfrieren - eingefrorenes Insulin ist unbrauchbar, auch nach dem Auftauen. Angebrochen bei Raumtemperatur unter 30 Grad, vor Licht und direkter Hitze geschützt.

Die Lösung muss klar und farblos sein. Trübung, Flocken, Verfärbung oder Ausfällungen bedeuten: nicht mehr verwenden. Außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Verwandt

Verwandte Wirkstoffe

Gleiche Rezeptoren oder ein anderer Weg: alles im TPD-Lexikon.

FAQ

Häufige Fragen zu Humalog (Insulin Lispro)

Kurze Antworten, jede mit den Quellen unten belegt.

Was unterscheidet Insulin Lispro von Normalinsulin?

An den Positionen B28 und B29 sind zwei Bausteine vertauscht. Dadurch lagern sich die Moleküle deutlich weniger zusammen und gelangen schneller aus dem Depot ins Blut. Bei 10 gesunden Männern lag der höchste Spiegel nach 42 statt nach 101 Minuten und war mehr als doppelt so hoch. Am Rezeptor wirkt Lispro wie Humaninsulin.1

Ist Insulin Lispro zugelassen?

Ja. ChEMBL führt Insulin Lispro als zugelassenen Arzneistoff mit erster Zulassung 1996. Im Register ClinicalTrials.gov nennen über 350 Studien Insulin Lispro unter den Interventionen (Stand 25. Oktober 2026). Alles hier ist Forschungsstand und keine Empfehlung.76

Was zeigte die Studie zum Zeitpunkt der Gabe?

Die Studie veränderte den Abstand zwischen Gabe und Mahlzeit. Die beste Kontrolle gab es mit Lispro im Mittel 22,5 Minuten vor dem Essen, mit Normalinsulin 63,8 Minuten davor. Der niedrigste mittlere Blutzucker war dabei praktisch gleich, die Schwankungen nach dem Essen unter Lispro kleiner.4

Wie oft kam es zu Unterzuckerungen?

Bei 1.008 Patienten mit Typ-1-Diabetes waren Unterzuckerungen unter Lispro um 12 Prozent seltener als unter Normalinsulin, am deutlichsten nachts. Über acht Studien mit mehr als 1.400 Patientenjahren hatten 3,1 Prozent unter Lispro eine schwere Unterzuckerung, unter Normalinsulin 4,4 Prozent.23

Ersetzt Lispro ein Basalinsulin?

Nein, es ergänzt es. In einer Studie mit 66 Patienten über 5 Monate wurde nach dem Wechsel auf Lispro auch das Basalinsulin angepasst, statt 1,4 gab es im Mittel 3,1 NPH-Gaben am Tag. HbA1c sank von 8,8 auf 8,0 Prozent, Unterzuckerungen nahmen nicht zu. Die Autoren sehen das passende Basalinsulin als Schlüssel.5

Was ist das größte Risiko?

Die Unterzuckerung, eine direkte Folge der Hauptwirkung. Das Wirkfenster ist kurz und steil, eine ausgelassene Mahlzeit fällt genau in den Gipfel. Selbst in den Studien mit Diabetes und ärztlicher Begleitung hatten einige Prozent der Patienten schwere Unterzuckerungen.31

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Gepunktet unterstrichene Wörter im Text zeigen diese Erklärungen direkt an.

Basalinsulin
Lang wirksames Insulin für den Grundbedarf zwischen den Mahlzeiten und in der Nacht.
Bolus
Insulin zur Mahlzeit, das den Anstieg des Blutzuckers nach dem Essen abfängt.
Glukose-Clamp
Messmethode, bei der Glukose per Infusion so nachläuft, dass der Blutzucker konstant bleibt. Die Menge zeigt, wie stark Insulin wirkt.
GLUT4
Zucker-Transporter in Muskel- und Fettzellen. Insulin holt ihn an die Zelloberfläche.
Hexamer
Verband aus sechs Insulin-Molekülen. Erst wenn er zerfällt, kann Insulin aus dem Depot ins Blut.
Hypoglykämie
Unterzuckerung. Zuerst Zittern und Schwitzen, später Verwirrtheit, im schweren Fall Bewusstlosigkeit.
Hypokaliämie
Zu wenig Kalium im Blut. Kann Muskelschwäche und Herzrhythmusstörungen auslösen.
Insulin-Stacking
Eine neue Gabe, solange die vorige noch wirkt. Die Wirkungen addieren sich, häufiger Weg in eine schwere Unterzuckerung.
Insulinanalogon
Gentechnisch leicht verändertes Insulin. Ein oder zwei Bausteine sind getauscht, damit es schneller oder langsamer wirkt.
Lipohypertrophie
Verdicktes Fettgewebe an oft genutzten Einstichstellen. Insulin wird dort unberechenbar aufgenommen.
Monomer
Einzelnes Insulin-Molekül. Nur in dieser Form tritt Insulin aus dem Depot ins Blut über.
Postprandial
Nach dem Essen. Gemeint ist meist der Blutzucker in den ersten Stunden nach einer Mahlzeit.

Evidenz

Quellen

Alle 7 Quellen anzeigenQuellen ausblenden 5 Studien1 Studienregister1 Datenbank geprüft am 25.10.2026

Studien

  1. Schnell aufgenommenes Analogon des Humaninsulins bei Gesunden

    Howey et al., Diabetes, 1994

    Geprüft am 25.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  2. Studie mit 1.008 Patienten: Blutzucker nach dem Essen und Unterzuckerungen

    Anderson et al., Diabetes, 1997

    Geprüft am 25.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  3. Auswertung von acht Studien zu schweren Unterzuckerungen

    Brunelle et al., Diabetes Care, 1998

    Geprüft am 25.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  4. Zeitpunkt der Gabe und Blutzucker nach dem Essen

    Howey et al., Clinical Pharmacology and Therapeutics, 1995

    Geprüft am 25.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  5. Bedeutung des Basalinsulins unter Lispro

    Ebeling et al., Diabetes Care, 1997

    Geprüft am 25.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed

Studienregister

  1. Studien im Register ClinicalTrials.gov

    ClinicalTrials.gov, U.S. National Library of Medicine

    Geprüft am 25.10.2026 über ClinicalTrials.gov API v2

Datenbank

  1. Wirkmechanismus und Zulassung in ChEMBL

    ChEMBL, EMBL-EBI (CHEMBL1201538)

    Geprüft am 25.10.2026 über ChEMBL

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