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Lexikon

Nebivolol (Nebilet)

Der selektivste Betablocker mit NO-Effekt - der verträglichste Vertreter seiner Klasse für Trainierende.

3 Min. Lesezeit 7 Quellen

Lang gestrecktes Molekül aus blauen Glaskugeln mit zwei Ringsystemen über einem weißen Podest mit hellblau leuchtendem Rand in einem hellen Labor
Wirkstoff zugelassen · seit 2007

Kurzfassung

Auf einen Blick

Quellen geprüft am 26.10.2026

Tod oder Klinikaufnahme
-14 %

Herzschwäche ab 70 Jahren, 2.128 Patienten, 31,1 statt 35,3 %1

Unterer Blutdruckwert
-11,2 mmHg

Stärkste Senkung unter den Stufen, Placebo -2,9 mmHg, 909 Teilnehmende3

Durchblutung im Unterarm
+91 %

Infusion in die Armarterie, über Stickstoffmonoxid, der Vergleichs-Betablocker ohne Effekt4

Mehr Wirkstoff bei langsamen Abbauern
10 -fach

Fläche unter der Kurve der aktiven Form, Abbau über CYP2D65

  • Nebivolol ist ein Betablocker, der bei den meisten Menschen und in üblicher Menge bevorzugt den Beta-1-Rezeptor am Herzen hemmt.57
  • Dazu weitet es die Gefäße über Stickstoffmonoxid. Am menschlichen Unterarm stieg die Durchblutung um 91 Prozent, ein NO-Blocker bremste das deutlich.4
  • In SENIORS sank bei Herzschwachen ab 70 Jahren das Risiko für Tod oder Herz-Kreislauf-Klinikaufnahme um 14 Prozent, die Sterblichkeit allein nicht signifikant.1
  • Den Blutdruck senkte es in einer Studie mit 909 Teilnehmenden deutlich stärker als Placebo, Nebenwirkungen waren insgesamt ähnlich häufig.3
  • Abgebaut wird es über CYP2D6. Bei langsamen Abbauern und in hoher Menge blockiert es auch Beta-2. Alles hier ist Forschungsstand und keine Empfehlung.5
Steckbrief

Stand Juli 2026

Wie lange bleibt es im Körper?

Anteil nach einer Gabe, gerechnet mit ~11 Stunden Halbwertszeit

Halbwertszeit ~11 Stunden
Nach 22 Stunden noch 25 %
Stunde 11 · 50 %Stunde 22 · 25 %Stunde 24, nächste Gabe · 22 %Stunde 33 · 12,5 %Stunde 55 · 3,1 %

Vereinfachtes Modell ohne Aufnahmephase, Halbwertszeit aus dem TPD-Lexikon. Das Lexikon nennt 10 bis 12 Stunden, gerechnet wird mit der Mitte.

Klasse
Betablocker

beta-1-selektiv, mit NO-Freisetzung

Anwendung
Oral

1x täglich

Halbwertszeit
10 bis 12 Stunden

schnelle Metabolisierer

Besonderheit
Setzt Stickstoffmonoxid frei

weitet zusätzlich die Gefäße

Status
Klinisch zugelassen
Inhalt 12 Abschnitte
  1. Auf einen Blick
  2. Was ist Nebivolol?
  3. Wie es wirkt
  4. Anwendung und Dosierung
  5. Was die Forschung zeigt
  6. Studienlage
  7. Nebenwirkungen
  8. Lagerung
  9. Verwandte Wirkstoffe
  10. Häufige Fragen
  11. Begriffe
  12. Quellen

Was ist Nebivolol?

Nebivolol ist ein Betablocker, aber ein besonderer. Es ist der selektivste Vertreter am Beta-1-Rezeptor, den es gibt. Zusätzlich setzt es Stickstoffmonoxid im Gefäßendothel frei. Genau diese Kombination unterscheidet es von den klassischen Vertretern der Klasse.

Beta-1-Selektivität heißt: es dämpft die Adrenalin-Wirkung am Herzen, lässt aber die Beta-2-Rezeptoren in Bronchien und Skelettmuskel weitgehend in Ruhe. Der NO-Effekt weitet die Gefäße und senkt den peripheren Widerstand zusätzlich. Für Trainierende ist das der Punkt, an dem sich die Substanz von Bisoprolol absetzt.

Diese Information dient ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Keine medizinischen Empfehlungen.

Vergleich

Drei Betablocker im Lexikon

Alle drei blockieren bevorzugt den Beta-1-Rezeptor am Herzen, so wie im TPD-Lexikon beschrieben. Ein Klick öffnet den Eintrag.

Nur Nebivolol setzt zusätzlich Stickstoffmonoxid (NO) in den Gefäßen frei. Ein Teil der Blutdrucksenkung kommt so aus der Gefäßweitung. 74

Wie es wirkt

Ein klassischer Betablocker senkt den Blutdruck, indem er das Herzminutenvolumen drosselt: langsamerer Puls, schwächere Kontraktion. Der Preis ist eine gedeckelte Maximalfrequenz und damit eine messbar geringere Ausdauerleistung. Wer vorher bei 180 lag, kommt vielleicht noch auf 150.

Nebivolol tut das auch, aber der NO-Anteil senkt zusätzlich den peripheren Widerstand. Ein Teil der Blutdrucksenkung kommt also nicht aus der Herzbremse, sondern aus der Gefäßweitung. Praktisch heißt das: die Frequenzbremse fällt bei gleicher Blutdrucksenkung geringer aus. Weg ist sie nicht. Wer Cardio macht und trotzdem einen Betablocker braucht, fährt hiermit am besten, aber ganz ohne Kompromiss geht es in dieser Klasse nicht.

Wirkorte

Zwei Rezeptoren, mehrere Organe

Punkt oder Karte antippen. Farbe = Ansatzpunkt, grau = in Studien beobachtet. Beta-2 nur bei hohen Spiegeln.

  1. Herz

    Puls sinkt, bei Herzschwäche ab 70 Jahren weniger Tod oder Klinikaufnahme1

    Beta-1
  2. Gefäße

    Gefäße weiten sich über Stickstoffmonoxid4

    NO
  3. Bronchien

    Bei langsamen Abbauern und hoher Menge auch Beta-2 gehemmt5

    Beta-2
  4. Leber

    Abbau über CYP2D6 und Glucuronidierung, auch Abbauprodukte wirken5

    In Studien beobachtet

Ziele in der Datenbank ChEMBL7

Wirkstoff CHEMBL1201731: zwei erfasste Mechanismen, Art der Wirkung je Karte.

Beta-1-Adrenozeptor
Gen
ADRB1
UniProt
P08588
ChEMBL
CHEMBL213
Wirkung
Antagonist, bevorzugt in üblicher Menge
Beta-2-Adrenozeptor
Gen
ADRB2
UniProt
P07550
ChEMBL
CHEMBL210
Wirkung
Antagonist bei hohen Spiegeln
Herzmuskelzellen aus Glas mit rötlichen Fasern, an deren Rezeptoren blaue Moleküle sitzen, rechts eine gläserne Gefäßwand, aus der kleine Lichtbläschen steigen
Nebivolol bremst am Herzen und weitet über NO die Gefäße. Symbolbild.

Anwendung und Dosierung

Dosierung

Dosierung, Titrationsplan und Spritze

Die Dosierung wird geladen …

  • Einstieg und Steigerung als Treppe
  • Einheiten auf der U-100-Spritze je Stufe
  • Wie lange ein Vial reicht
Weiße Schachtel mit TPD-Logo, daneben ein Blister mit zehn runden weißen Tabletten und zwei einzelne Tabletten auf einem hellen Labortisch
Tabletten im Blister, einmal am Tag. Symbolbild.

Was die Forschung zeigt

SENIORS (European Heart Journal 2005) ist die große Endpunkt-Studie: über 2.100 Patienten ab 70 Jahren mit Herzinsuffizienz, randomisiert auf Nebivolol oder Placebo. Der kombinierte Endpunkt aus Tod und kardiovaskulärer Krankenhausaufnahme fiel um 14 Prozent.

Die Echo-Substudie (European Heart Journal 2006) ist inhaltlich interessanter. In SENIORS hing der klinische Nutzen nicht von der Pumpfunktion ab, im Ultraschall wurde das Herz aber nur bei eingeschränkter Pumpfunktion messbar besser (kleineres Volumen, höhere Auswurffraktion). Bei erhaltener Pumpfunktion zeigte das Echo keine Veränderung, der Mechanismus des Nutzens bleibt dort offen.

Die Blutdruck-Wirkung belegt eine placebokontrollierte Dosisfindungs-Studie im Journal of Clinical Hypertension (2007) mit 909 Patienten: der diastolische Wert sank je nach Dosis um 8,0 bis 11,2 mmHg, unter Placebo um 2,9 mmHg. Der NO-Mechanismus ist separat belegt: die Unterarm-Untersuchung im Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics zeigte direkt am Menschen, dass die Gefäßweitung über einen L-Arginin/NO-abhängigen Weg läuft. Das ist keine Marketing-Behauptung, sondern gemessen.

Studienergebnisse

Was die Studien gemessen haben

Zum Ausprobieren: Reiter wechseln, Punkte antippen, Arme aus- und einblenden. Die Arme heißen relativ zueinander, keine Dosisempfehlung.

Ereignisse über im Mittel 21 Monate1

SENIORS, 2.128 Patienten ab 70 Jahren mit Herzschwäche, Anteil mit Ereignis

Tod oder Herz-Kreislauf-Klinikaufnahme1
Placebo 35,3 %
Nebivolol 31,1 %
Tod jeder Ursache1 nicht signifikant
Placebo 18,1 %
Nebivolol 15,8 %

Hazard Ratio 0,86 für den Hauptendpunkt. Alter, Geschlecht und Auswurfleistung änderten den Effekt nicht.

Änderung des Blutdrucks nach bis zu 12 Wochen3

909 Teilnehmende mit leichtem bis mittlerem Bluthochdruck, sechs Stufen gegen Placebo, Werte im Sitzen

Unterer Wert (diastolisch)3
Placebo -2,9 mmHg
Nebivolol, schwächste Senkung unter den Stufen -8,0 mmHg
Nebivolol, stärkste Senkung unter den Stufen -11,2 mmHg
Oberer Wert (systolisch)3
Placebo +2,2 mmHg
Nebivolol, schwächste Senkung unter den Stufen -4,4 mmHg
Nebivolol, stärkste Senkung unter den Stufen -9,5 mmHg

Der Abstract nennt die Spanne über alle Stufen, nicht welche Stufe welchen Wert hatte. Unter Placebo stieg der obere Wert leicht.

Auswurfleistung nach 12 Monaten2

Echo-Teilstudie von SENIORS, 104 auswertbare Patienten, Unterschied zu Placebo in Prozentpunkten

Eingeschränkte Pumpfunktion2 Auswurfleistung höchstens 35 %, 43 Patienten
Unterschied zu Placebo 4,6 Pp.

Dazu war das Herz am Ende der Austreibung um 25,8 ml kleiner. Bei erhaltener Pumpfunktion (61 Patienten) zeigte das Echo keine Veränderung, warum Nebivolol dort trotzdem nützte, bleibt offen.

Durchblutung am menschlichen Unterarm4

8 Teilnehmende, Infusion in die Armarterie, Messung per Venenverschluss

Anstieg der Durchblutung4
Nebivolol 91 %
Davon gehemmt durch einen NO-Blocker4
Nebivolol 65 %
Hemmung, wenn L-Arginin dazukam4
Nebivolol 15 %

L-Arginin hob die Hemmung fast auf, die Gefäßweitung läuft also über den L-Arginin-NO-Weg. Ein anderer Betablocker in gleicher Molmenge hatte keinen signifikanten Effekt.

Mikroskoptisch mit einer Petrischale, darin ein kleines Herz aus Glas, darüber hängt ein gläsernes Pendel
Symbolbild.

Forschungsstand

Studienlage

Nebivolol ist seit Jahren zugelassen. Im Register nennen 128 Einträge Nebivolol unter den Interventionen. Gezeigt ist eine Auswahl, SENIORS lief vor dem Register. Stand 26.10.2026. 6

  1. Präklinik Gefäßweitung über den L-Arginin-NO-Weg
  2. Phase 1 2 Studien, 2 abgeschlossen
  3. Phase 2 2 Studien, 2 abgeschlossen
  4. Phase 3 7 Studien, 5 abgeschlossen
  5. Zulassung seit 2007
171 Teilnehmende in Phase 3 Bei laufenden Studien geplante Zahlen Zugelassen: ChEMBL führt Nebivolol mit höchster Phase 4 und erster Zulassung 2007. Die US-Fachinformation nennt Bluthochdruck.7
Alle 9 Studien aus Phase 2 und 3 im ZeitverlaufZeitverlauf ausblenden 7 abgeschlossen 2 laufend 0 mit Ergebnissen
Phase 2
Phase 3

Balken: Start bis Hauptendpunkt (bei laufenden Studien geplant). Grün = abgeschlossen, blau = Fortschritt bis 26.10.2026. Phase 1: 2 Studien zu Verträglichkeit und Pharmakokinetik, nicht als Balken gezeigt.

Nebenwirkungen

  • Gedeckelte Maximalfrequenz: keine Nebenwirkung im eigentlichen Sinn, sondern der Mechanismus. Cardio ist stärker betroffen als Krafttraining.
  • Müdigkeit: typisch in den ersten Wochen, gibt sich bei vielen wieder.
  • Bradykardie: Ruhepuls unter 50 heißt: Dosis runter.
  • Kalte Hände und Füße: weniger ausgeprägt als bei unselektiven Betablockern, aber vorhanden.
  • Maskierte Unterzuckerung: Betablocker dämpfen die Warnzeichen. Für Diabetiker relevant.
  • Rebound beim Absetzen: deshalb immer ausschleichen.

Verträglichkeit

Häufigkeit in drei 12-Wochen-Studien zu Bluthochdruck

Von 100 Teilnehmenden je Gruppe: wie viele das Ereignis hatten. Drei placebokontrollierte Studien mit einem Wirkstoff, laut US-Fachinformation.

6 von 100 Placebo
9 von 100 Niedrigste Stufe
6 von 100 Mittlere Stufe
7 von 100 Höchste Stufen
Ereignis PlaceboNiedrigste StufeMittlere StufeHöchste Stufen
Kopfschmerz5 6 %9 %6 %7 %
Müdigkeit5 1 %2 %2 %5 %
Schwindel5 2 %2 %3 %4 %
Übelkeit5 0 %1 %3 %2 %
Langsamer Puls5 0 %0 %0 %1 %

Wegen Nebenwirkungen brachen 2,8 Prozent unter Nebivolol und 2,2 Prozent unter Placebo ab. In der Dosisfindungs-Studie waren Nebenwirkungen insgesamt ähnlich häufig (46,1 gegen 40,7 Prozent).53

Lagerung

Trocken, bei Raumtemperatur und vor Licht geschützt lagern. Außerhalb der Reichweite von Kindern.

Drei weiße Tablettendosen in verschiedenen Größen und ein gefaltetes hellblaues Handtuch auf einem weißen Regal
Trocken, bei Raumtemperatur und vor Licht geschützt. Symbolbild.
Wirkspiegel · Nebivolol (Nebilet)

Wie sich der Spiegel aufbaut

1 Gabe pro Tag: jede Gabe setzt auf den Rest der vorigen auf.

Lexikon: Oral, 1x täglich
Spitze 1,28×Tal 0,28×
Tag 1 · 2. Gabe
1,22× der ersten Gabe
Plateau
ab Tag 1

95 % des Plateaus nach der 2. Gabe

Spitze
1,28×

der ersten Gabe

Tal
0,28×

vor der nächsten Gabe

Vereinfachtes Modell, Werte relativ zur ersten Gabe, keine Dosisangabe. Gestrichelt: die erste Gabe allein, grün: das Plateau.

Verwandt

Verwandte Wirkstoffe

Gleiche Rezeptoren oder ein anderer Weg: alles im TPD-Lexikon.

FAQ

Häufige Fragen zu Nebivolol (Nebilet)

Kurze Antworten, jede mit den Quellen unten belegt.

Wie selektiv ist Nebivolol?

Laut US-Fachinformation wirkt es bei den meisten Menschen (normale CYP2D6-Abbauer) und in üblicher Menge bevorzugt am Beta-1-Rezeptor. Bei langsamen Abbauern und in höherer Menge hemmt es Beta-1 und Beta-2. ChEMBL führt deshalb beide Rezeptoren als Angriffspunkte. Wer auf Beta-2 in den Bronchien angewiesen ist, sollte das wissen.57

Was bringt der NO-Effekt?

In der Unterarm-Studie stieg die Durchblutung unter Nebivolol um 91 Prozent, ein anderer Betablocker in gleicher Molmenge hatte keinen signifikanten Effekt. Ein Hemmstoff der NO-Bildung bremste die Weitung um 65 Prozent, mit L-Arginin dazu nur noch um 15 Prozent. Beide Spiegelformen von Nebivolol wirkten gleich. Ein Teil der Blutdrucksenkung kommt also aus der Gefäßweitung.4

Was hat SENIORS gezeigt?

2.128 Patienten ab 70 Jahren mit Herzschwäche bekamen Nebivolol oder Placebo, im Mittel 21 Monate. Tod oder Herz-Kreislauf-Klinikaufnahme trafen 31,1 statt 35,3 Prozent (Hazard Ratio 0,86). Die Sterblichkeit allein sank von 18,1 auf 15,8 Prozent, das war nicht signifikant. Alter, Geschlecht und Auswurfleistung änderten den Effekt nicht.1

Wird das Herz im Ultraschall besser?

Nur bei eingeschränkter Pumpfunktion. In der Echo-Teilstudie mit 104 auswertbaren Patienten stieg die Auswurfleistung bei einer Ausgangsleistung von höchstens 35 Prozent um 4,6 Prozentpunkte gegenüber Placebo, das Herz wurde kleiner. Bei erhaltener Pumpfunktion zeigte das Echo nach 12 Monaten keine Veränderung, der Mechanismus des Nutzens bleibt dort offen.2

Wie stark senkt es den Blutdruck?

In einer placebokontrollierten Studie mit 909 Teilnehmenden und sechs Stufen sank der untere Wert nach bis zu 12 Wochen um 8,0 bis 11,2 mmHg, unter Placebo um 2,9 mmHg. Der obere Wert sank um 4,4 bis 9,5 mmHg, unter Placebo stieg er um 2,2 mmHg. Nebenwirkungen waren insgesamt ähnlich häufig wie unter Placebo.3

Ist Nebivolol zugelassen?

Ja. ChEMBL führt Nebivolol mit höchster Phase 4 und nennt 2007 als Jahr der ersten Zulassung, die US-Fachinformation nennt Bluthochdruck. Im Register laufen weiter Studien, etwa zu Brustschmerz ohne verengte Herzkranzgefäße und zu Nervenschäden bei Diabetes.756

Wie lange wirkt es und welche Nebenwirkungen gibt es?

Die aktive Form hat laut US-Fachinformation bei normalen Abbauern eine Halbwertszeit von etwa 12 Stunden, bei langsamen etwa 19 Stunden, Essen ändert die Aufnahme nicht. Häufigste Nebenwirkungen sind Kopfschmerz und Müdigkeit, in der höchsten Stufe auch Schwindel. Im Labor stiegen Harnsäure und Triglyceride, das HDL-Cholesterin sank.5

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Gepunktet unterstrichene Wörter im Text zeigen diese Erklärungen direkt an.

Auswurffraktion
Anteil des Blutes, den die linke Herzkammer bei jedem Schlag auswirft. Normal sind über 50 Prozent.
Beta-1-Selektivität
Bevorzugte Wirkung am Beta-1-Rezeptor des Herzens, Beta-2 in Bronchien und Muskeln bleibt weitgehend frei.
Betablocker
Wirkstoff, der die Beta-Rezeptoren für Adrenalin und Noradrenalin blockiert. Puls und Blutdruck sinken.
Bradykardie
Zu langsamer Puls, meist unter 50 bis 60 Schlägen pro Minute in Ruhe.
CYP2D6
Leberenzym, das Nebivolol abbaut. Seine Aktivität ist erblich und von Mensch zu Mensch verschieden.
Diastolischer Wert
Der untere Blutdruckwert, gemessen, während das Herz erschlafft.
Endothel
Die innerste Zellschicht der Blutgefäße. Hier entsteht Stickstoffmonoxid.
Herzinsuffizienz
Das Herz pumpt nicht mehr genug Blut für den Bedarf des Körpers.
L-Arginin
Aminosäure, aus der der Körper Stickstoffmonoxid bildet.
Peripherer Widerstand
Der Widerstand, gegen den das Herz in die Gefäße pumpt. Weite Gefäße senken ihn.
Stickstoffmonoxid (NO)
Gas, das in der Gefäßinnenwand gebildet wird. Es entspannt die Gefäßmuskeln und weitet die Gefäße.

Evidenz

Quellen

Alle 7 Quellen anzeigenQuellen ausblenden 4 Studien1 Studienregister2 Datenbank geprüft am 26.10.2026

Studien

  1. Herzschwäche bei Älteren ab 70 Jahren (SENIORS)

    Flather et al., European Heart Journal, 2005

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  2. Herzultraschall bei erhaltener und eingeschränkter Pumpfunktion (SENIORS)

    Ghio et al., European Heart Journal, 2006

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  3. Bluthochdruck: Dosisfindung gegen Placebo mit 909 Teilnehmenden

    Weiss et al., Journal of Clinical Hypertension, 2007

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  4. Gefäßweitung am Unterarm über den L-Arginin-NO-Weg

    Cockcroft et al., Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics, 1995

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed (Titel, Datensatz ohne DOI)

Studienregister

  1. Alle Studien im Register ClinicalTrials.gov

    ClinicalTrials.gov, U.S. National Library of Medicine

    Geprüft am 26.10.2026 über ClinicalTrials.gov API v2

Datenbank

  1. US-Zulassung und Fachinformation (Drugs@FDA)

    U.S. Food and Drug Administration, NDA 021742

    Geprüft am 26.10.2026 über openFDA (drugsfda, label)
  2. Wirkmechanismus und Zulassung in ChEMBL

    ChEMBL, EMBL-EBI (CHEMBL1201731)

    Geprüft am 26.10.2026 über ChEMBL