Diese Information dient ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Keine medizinischen Empfehlungen. Produkte sind nicht zur Anwendung am Menschen freigegeben. Konsultiere bei gesundheitlichen Fragen einen Arzt.

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Sirolimus (Rapamycin)

Das meistdiskutierte Longevity-Molekül - an Mäusen stark belegt, am Menschen nicht.

3 Min. Lesezeit 4 Quellen Titration Stand Juli 2026
Klasse
mTOR-Inhibitor, Makrolid
Anwendung
Oral, 1x pro WOCHE (Longevity-Ansatz)
Halbwertszeit
rund 62 Stunden
Zugelassen für
Immunsuppression nach Organtransplantation
Trainings-Konflikt
Hemmt mTOR, also genau den Schalter für Muskelaufbau

Einstieg

Übliche Dosierung (Longevity-Praxis)

Hier sind die Werte tatsächlich mg pro WOCHE, nicht pro Tag. Das ist der Unterschied zur Transplantationsmedizin.

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Was ist Sirolimus?

Sirolimus, besser bekannt als Rapamycin, bindet an das Immunophilin FKBP-12 und hemmt über diesen Komplex mTOR, den zentralen Wachstums- und Nährstoffsensor der Zelle. Es ist als Immunsuppressivum nach Organtransplantation zugelassen, sein Ruf kommt aber aus der Alternsforschung.

Dort ist die Mäuse-Evidenz ungewöhnlich stark und mehrfach unabhängig reproduziert. Am Menschen sieht es anders aus, und dieser Unterschied ist der Kern dieser Seite.

Diese Information dient ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Keine medizinischen Empfehlungen.

Wie es wirkt

mTOR existiert in zwei Komplexen. mTORC1 ist der Wachstumsschalter, der bei Nährstoffüberfluss Zellwachstum und Proteinsynthese anschiebt und gleichzeitig die Autophagie bremst, also das zelluläre Aufräumen. mTORC2 ist unter anderem für Immunfunktion und Insulinsignalisierung wichtig.

Rapamycin hemmt akut vor allem mTORC1. Erst bei dauerhaft hohen Spiegeln wird auch mTORC2 mitbetroffen, und genau daher kommen die typischen Probleme der Transplantationsdosis. Die wöchentliche Gabe nutzt die lange Halbwertszeit von rund 62 Stunden, um mTORC1 regelmäßig zu treffen und mTORC2 zwischendurch wieder loszulassen.

Der Unterschied zur Transplantationsmedizin ist deshalb kein Detail, sondern das ganze Konzept. Dort wird täglich dosiert und der Spiegel bewusst hochgehalten, mit dem Ziel der Immunsuppression. Wer die Zulassungsdosis auf sich überträgt, unterdrückt sein Immunsystem.

Anwendung und Dosierung

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Was die Forschung zeigt

Bei Mäusen ist die Datenlage außergewöhnlich. Im Interventions Testing Program des amerikanischen Alternsforschungsinstituts verlängerte Rapamycin die Lebensspanne selbst dann noch, wenn es erst spät im Leben begonnen wurde: plus 14 Prozent bei Weibchen und 9 Prozent bei Männchen, reproduziert an drei unabhängigen Standorten (Nature 2009).

Die Folgeauswertung (J Gerontol A 2011) bestätigte plus 10 bis 18 Prozent, während Resveratrol und Simvastatin im selben Programm gar keinen Effekt zeigten. Das ist wichtig, weil dasselbe Prüfsystem beide Ergebnisse produziert hat. Die Dosis-Untersuchung (Aging Cell 2014) fand bei dreifacher Dosis plus 23 bis 26 Prozent, also eine klare Dosisabhängigkeit.

Am Menschen fehlt dieser Nachweis. Die PEARL-Studie (Aging 2025) ist die größte und längste Untersuchung an normal alternden Menschen: 48 Wochen randomisiert und placebokontrolliert. Der primäre Endpunkt, die Reduktion des viszeralen Fetts, wurde verfehlt. Was PEARL gezeigt hat, ist Sicherheit über ein Jahr wöchentlicher Gabe, nicht Nutzen. Sicherheit ist nicht Wirksamkeit, und dieser Satz gehört an den Anfang jeder Überlegung zu dieser Substanz.

Nebenwirkungen

  • Aphthen im Mund: die häufigste Meldung und ein direktes Zeichen für zu viel. Dosisabhängig.
  • Gehemmter Muskelaufbau: keine Nebenwirkung, sondern der Mechanismus. In der Aufbauphase arbeitest du gegen dein Ziel.
  • Verzögerte Wundheilung: vor geplanten Eingriffen absetzen.
  • Verschiebungen im Lipidprofil: Cholesterin und Triglyceride können steigen.
  • Immunsuppression: bei täglicher Dosierung oder zu hoher Wochendosis real. Die Zulassungsdosis ist genau dafür gemacht.
  • Wechselwirkungen: läuft über CYP3A4, entsprechend anfällig gegenüber Grapefruit und einigen Antibiotika und Antimykotika.

Lagerung

Trocken, bei Raumtemperatur und vor Licht geschützt lagern. Außerhalb der Reichweite von Kindern.

Evidenz

Quellen

  1. 1 Rapamycin verlängert die Lebensspanne von Mäusen auch bei spätem Beginn. Nature, 2009
  2. 2 Rapamycin wirkt, Resveratrol und Simvastatin nicht (Interventions Testing Program). J Gerontol A, 2011
  3. 3 Lebensverlängerung ist dosis- und geschlechtsabhängig. Aging Cell, 2014
  4. 4 Wöchentliches Rapamycin bei Gesunden über 48 Wochen, primärer Endpunkt verfehlt (PEARL). Aging, 2025

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