Was ist Amlodipin?
Amlodipin ist ein Calciumkanalblocker vom Dihydropyridin-Typ. Es blockiert den Einstrom von Calcium in die glatte Muskulatur der Arterienwand. Ohne Calcium kann sich der Muskel nicht zusammenziehen, die Gefäße weiten sich, der periphere Widerstand fällt und mit ihm der Blutdruck.
Der Punkt, der es im Trainingskontext interessant macht: Amlodipin wirkt fast ausschließlich an den Gefäßen und praktisch nicht am Herzen selbst. Es senkt die Herzfrequenz nicht. Ein Betablocker deckelt deine Maximalfrequenz und damit messbar die Ausdauerleistung, ein Calciumkanalblocker tut das nicht.
Diese Information dient ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Keine medizinischen Empfehlungen.
Wie es wirkt
Die Halbwertszeit von 30 bis 50 Stunden ist für einen Blutdrucksenker ungewöhnlich lang und erklärt drei Dinge auf einmal. Erstens reicht eine Gabe pro Tag. Zweitens dauert es sieben bis zehn Tage, bis der volle Effekt steht, weil sich der Spiegel erst aufbauen muss. Drittens wirkt es nach dem Absetzen noch tagelang nach.
Praktisch heißt das: wer nach drei Tagen misst und den Zielbereich nicht erreicht sieht, hat zu früh gemessen. Ein vorschnelles Erhöhen an dieser Stelle führt regelmäßig zu unnötig tiefem Druck, sobald der Aufbau abgeschlossen ist. Eine vergessene Dosis muss umgekehrt nicht nachgeholt werden, dafür ist der Puffer zu groß.
Anwendung und Dosierung
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Was die Forschung zeigt
Die Datenlage ist für einen Blutdrucksenker ungewöhnlich dicht, und sie ist nicht durchgehend schmeichelhaft. ALLHAT (JAMA 2002) verglich über 33.000 Hochrisiko-Patienten und fand für den primären Endpunkt keinen Unterschied zwischen Amlodipin und dem Diuretikum Chlortalidon. Unter Amlodipin trat aber 38 Prozent häufiger eine Herzinsuffizienz auf. Das ist der wichtigste Vorbehalt gegen die Substanz und gehört ehrlicherweise auf jede Seite über sie.
ASCOT-BPLA (Lancet 2005) fiel dagegen deutlich zugunsten von Amlodipin aus: ein Amlodipin-basiertes Regime schnitt gegenüber einem Atenolol-basierten bei Schlaganfällen und Gesamtsterblichkeit besser ab. VALUE (Lancet 2004) zeigte unter Amlodipin einen schnelleren Druckabfall in den ersten Monaten und weniger Herzinfarkte als unter Valsartan.
PRAISE (NEJM 1996) ist der Grund, warum Amlodipin bei bestehender Herzinsuffizienz überhaupt eingesetzt werden darf: es erwies sich als sicher, während ältere Calciumkanalblocker in dieser Situation schadeten.
Nebenwirkungen
- Geschwollene Knöchel: die mit Abstand häufigste Meldung, vor allem abends und vor allem bei 10mg. Wichtig zu verstehen: das ist keine Wassereinlagerung im Sinne eines Überschusses, sondern eine lokale Verschiebung von Flüssigkeit ins Gewebe, weil die kleinen Arterien stärker geweitet sind als die Venen. Entwässern hilft dagegen nicht. Wer davon betroffen ist, fährt mit einer niedrigeren Dosis plus einem zweiten Wirkstoff meist besser als mit 10mg allein.
- Kopfschmerzen und Flush: typisch in den ersten Tagen, geben sich meist von selbst.
- Schwindel beim Aufstehen: Zeichen, dass der Druck zu tief liegt.
- Zahnfleischwucherung: selten, aber dokumentiert und bei langer Anwendung relevant.
Lagerung
Trocken, bei Raumtemperatur und vor Licht geschützt lagern. Außerhalb der Reichweite von Kindern.