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Lexikon

Amlodipin (Norvasc)

Der Calciumkanalblocker, der den Puls in Ruhe lässt - deshalb der trainingsfreundlichste Blutdrucksenker.

3 Min. Lesezeit 8 Quellen

Großes blaues 3D-Molekülmodell mit hellblauen, weißen und einem grünen Atom über einem weißen Podest mit leuchtendem Rand in einem hellen Labor
Zugelassen · in den USA seit 1992

Kurzfassung

Auf einen Blick

Quellen geprüft am 26.10.2026

Halbwertszeit
30 bis 50 Stunden

gleichmäßiger Spiegel erst nach 7 bis 8 Tagen täglicher Gabe5

Größter Direktvergleich
33.357 Teilnehmende

ALLHAT: Hauptendpunkt nach 6 Jahren gleich wie unter dem Diuretikum Chlortalidon1

Herzinsuffizienz in ALLHAT
+38 %

relatives Risiko gegenüber Chlortalidon, 10,2 gegen 7,7 Prozent nach 6 Jahren1

Schlaganfälle in ASCOT
-23 %

Amlodipin-basiertes Regime gegen Atenolol-basiertes, Hazard Ratio 0,772

Knöchelschwellung (Ödem)
10,8 %

bei der höchsten Studiendosis, unter Placebo 0,6 Prozent5

  • Amlodipin ist ein Calciumkanalblocker vom Dihydropyridin-Typ. Er blockiert spannungsabhängige L-Typ-Calciumkanäle in der Gefäßwand, die Arterien weiten sich und der Blutdruck sinkt.75
  • Die Halbwertszeit von 30 bis 50 Stunden erklärt, warum eine Gabe am Tag reicht und der volle Effekt erst nach rund einer Woche steht.5
  • In ALLHAT mit über 33.000 Hochrisiko-Patienten war Amlodipin beim Hauptendpunkt gleichauf mit einem Diuretikum, Herzinsuffizienz trat aber 38 Prozent häufiger auf.1
  • In ASCOT schnitt ein Amlodipin-basiertes Regime besser ab als ein Atenolol-basiertes: weniger Schlaganfälle, weniger Todesfälle, weniger neuer Diabetes. In VALUE sank der Blutdruck schneller als unter Valsartan.23
  • Häufigste Nebenwirkung sind geschwollene Knöchel, deutlich dosisabhängig. Amlodipin ist seit 1992 in den USA zugelassen. Alles hier ist Forschungsstand und keine Empfehlung.56
Steckbrief

Stand Juli 2026

Wie lange bleibt es im Körper?

Anteil nach einer Gabe, gerechnet mit ~1,7 Tagen Halbwertszeit

Halbwertszeit ~1,7 Tage
Nach 3,3 Tagen noch 25 %
Tag 1, nächste Gabe · 66 %Tag 1,7 · 49 %Tag 3,3 · 25 %Tag 5 · 12,5 %Tag 8,3 · 3,2 %

Vereinfachtes Modell ohne Aufnahmephase, Halbwertszeit aus dem TPD-Lexikon. Das Lexikon nennt 1,3 bis 2,1 Tage, gerechnet wird mit der Mitte.

Klasse
Calciumkanalblocker

Dihydropyridin-Typ

Anwendung
Oral

1x täglich

Halbwertszeit
30 bis 50 Stunden
Wirkaufbau
7 bis 10 Tage bis zum vollen Effekt
Status
Klinisch zugelassen

seit den 90ern breit im Einsatz

Inhalt 12 Abschnitte
  1. Auf einen Blick
  2. Was ist Amlodipin?
  3. Wie es wirkt
  4. Anwendung und Dosierung
  5. Was die Forschung zeigt
  6. Studienlage
  7. Nebenwirkungen
  8. Lagerung
  9. Verwandte Wirkstoffe
  10. Häufige Fragen
  11. Begriffe
  12. Quellen

Was ist Amlodipin?

Amlodipin ist ein Calciumkanalblocker vom Dihydropyridin-Typ. Es blockiert den Einstrom von Calcium in die glatte Muskulatur der Arterienwand. Ohne Calcium kann sich der Muskel nicht zusammenziehen, die Gefäße weiten sich, der periphere Widerstand fällt und mit ihm der Blutdruck.

Der Punkt, der es im Trainingskontext interessant macht: Amlodipin wirkt fast ausschließlich an den Gefäßen und praktisch nicht am Herzen selbst. Es senkt die Herzfrequenz nicht. Ein Betablocker deckelt deine Maximalfrequenz und damit messbar die Ausdauerleistung, ein Calciumkanalblocker tut das nicht.

Diese Information dient ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Keine medizinischen Empfehlungen.

Vergleich

Blutdrucksenker im Vergleich

Blutdrucksenker aus dem TPD-Lexikon, so wie dort beschrieben. Ein Klick öffnet den Eintrag.

Vereinfacht: Jede Klasse setzt an einer anderen Stelle an. Amlodipin weitet die Arterien und senkt die Herzfrequenz nicht, Betablocker bremsen das Herz. 71

Wie es wirkt

Die Halbwertszeit von 30 bis 50 Stunden ist für einen Blutdrucksenker ungewöhnlich lang und erklärt drei Dinge auf einmal. Erstens reicht eine Gabe pro Tag. Zweitens dauert es sieben bis zehn Tage, bis der volle Effekt steht, weil sich der Spiegel erst aufbauen muss. Drittens wirkt es nach dem Absetzen noch tagelang nach.

Praktisch heißt das: wer nach drei Tagen misst und den Zielbereich nicht erreicht sieht, hat zu früh gemessen. Ein vorschnelles Erhöhen an dieser Stelle führt regelmäßig zu unnötig tiefem Druck, sobald der Aufbau abgeschlossen ist. Eine vergessene Dosis muss umgekehrt nicht nachgeholt werden, dafür ist der Puffer zu groß.

Wirkorte

Wo Amlodipin in Studien wirkte

Punkt oder Karte antippen. Farbe = L-Typ-Calciumkanal, grau = in Studien beobachtet.

  1. Arterien

    Weniger Calcium-Einstrom in die Gefäßmuskulatur, die Arterien weiten sich, der Blutdruck sinkt7

    CaV1.2
  2. Herz

    Mehr Herzinsuffizienz als unter Chlortalidon, bei schwerer Herzschwäche aber nicht schädlich1

    In Studien beobachtet
  3. Gehirn

    Weniger Schlaganfälle als unter dem Atenolol-Regime2

    In Studien beobachtet
  4. Zuckerstoffwechsel

    Seltener neuer Diabetes als unter dem Atenolol-Regime2

    In Studien beobachtet
  5. Leber

    Rund 90 Prozent werden in der Leber abgebaut, bei Leberschwäche 40 bis 60 Prozent höhere Spiegel5

    In Studien beobachtet

Ziele in der Datenbank ChEMBL7

Wirkstoff CHEMBL1491 (Amlodipin): ein erfasster Mechanismus, Blocker, direkte Bindung.

Spannungsabhängiger L-Typ-Calciumkanal
Gen
CACNA1C
UniProt
Q13936, Q13698, Q01668, O60840
ChEMBL
CHEMBL2095229
Wirkung
Blocker, direkte Bindung
Aufgeschnittene gläserne Arterie mit rosa Muskelschicht in der Wand, im Inneren schweben blaue 3D-Moleküle an der Gefäßwand
Calciumkanäle in der Gefäßmuskulatur, die Arterie weitet sich. Symbolbild.

Anwendung und Dosierung

Dosierung

Dosierung, Titrationsplan und Spritze

Die Dosierung wird geladen …

  • Einstieg und Steigerung als Treppe
  • Einheiten auf der U-100-Spritze je Stufe
  • Wie lange ein Vial reicht
Weiße Faltschachtel mit TPD-Logo neben einem Blister mit zehn weißen Tabletten und zwei losen Tabletten auf einem hellen Labortisch
Tablette im Blister, eine Gabe am Tag. Symbolbild.

Was die Forschung zeigt

Die Datenlage ist für einen Blutdrucksenker ungewöhnlich dicht, aber nicht durchgehend schmeichelhaft. ALLHAT (JAMA 2002) verglich über 33.000 Hochrisiko-Patienten und fand für den primären Endpunkt keinen Unterschied zwischen Amlodipin und dem Diuretikum Chlortalidon. Unter Amlodipin trat aber 38 Prozent häufiger eine Herzinsuffizienz auf. Das ist der wichtigste Vorbehalt gegen die Substanz und gehört ehrlicherweise auf jede Seite über sie.

ASCOT-BPLA (Lancet 2005) fiel dagegen deutlich zugunsten von Amlodipin aus: ein Amlodipin-basiertes Regime schnitt gegenüber einem Atenolol-basierten bei Schlaganfällen und Gesamtsterblichkeit besser ab. VALUE (Lancet 2004) zeigte unter Amlodipin einen schnelleren Druckabfall in den ersten Monaten und weniger Herzinfarkte als unter Valsartan.

PRAISE (NEJM 1996) ist der Grund, warum Amlodipin bei bestehender Herzinsuffizienz überhaupt eingesetzt werden darf: es erwies sich als sicher, während ältere Calciumkanalblocker in dieser Situation schadeten.

Studienergebnisse

Was die Studien gemessen haben

Zum Ausprobieren: Reiter wechseln, Punkte antippen, Arme aus- und einblenden. Die Arme heißen relativ zueinander, keine Dosisempfehlung.

Amlodipin gegen Chlortalidon bei Hochrisiko-Bluthochdruck1

Anteil mit Ereignis nach 6 Jahren, in Prozent

Tödliche KHK oder nicht tödlicher Herzinfarkt1 Hauptendpunkt
Chlortalidon (Diuretikum) 11,5 %
Amlodipin bzw. Amlodipin-Regime 11,3 %
Herzinsuffizienz1
Chlortalidon (Diuretikum) 7,7 %
Amlodipin bzw. Amlodipin-Regime 10,2 %

Werte aus dem Abstract, mittlere Beobachtung 4,9 Jahre. Beim Hauptendpunkt und bei der Gesamtsterblichkeit kein Unterschied, Herzinsuffizienz unter Amlodipin häufiger (relatives Risiko 1,38).

Amlodipin-Regime gegen Atenolol-Regime2

Anteil mit Ereignis über die gesamte Studie, in Prozent (berechnet)

Schlaganfall2
Atenolol-Regime 4,4 %
Amlodipin bzw. Amlodipin-Regime 3,4 %
Tod jeder Ursache2
Atenolol-Regime 8,5 %
Amlodipin bzw. Amlodipin-Regime 7,7 %
Neuer Diabetes2
Atenolol-Regime 8,3 %
Amlodipin bzw. Amlodipin-Regime 5,9 %
Herz-Kreislauf-Ereignisse und Eingriffe2
Atenolol-Regime 16,7 %
Amlodipin bzw. Amlodipin-Regime 14,1 %

Prozent berechnet aus den Ereignissen im Abstract und der Gruppengröße (9.639 gegen 9.618). Zum Amlodipin konnte Perindopril dazukommen, zum Atenolol Bendroflumethiazid. Die Studie wurde vorzeitig beendet.

Amlodipin-Regime gegen Valsartan-Regime3

Herz-Ereignisse und Tod aus Herzursache, in Prozent

Hauptendpunkt3
Valsartan-Regime 10,6 %
Amlodipin bzw. Amlodipin-Regime 10,4 %

Kein Unterschied beim Hauptendpunkt. Der Blutdruck lag unter Amlodipin nach einem Monat um 4,0/2,1 mmHg tiefer, nach einem Jahr noch um 1,5/1,3 mmHg.

Schwere chronische Herzinsuffizienz, 6 bis 33 Monate4

Anteil mit Ereignis, in Prozent

Tod oder Klinikaufnahme (Hauptendpunkt)4
Placebo 42 %
Amlodipin bzw. Amlodipin-Regime 39 %
Tod4
Placebo 38 %
Amlodipin bzw. Amlodipin-Regime 33 %

1.153 Patienten mit Auswurfleistung unter 30 Prozent. Beide Unterschiede nicht signifikant: Amlodipin verschlechterte die Lage nicht, anders als ältere Calciumkanalblocker.

Gläsernes Herzmodell und ein aufgeschnittenes gläsernes Blutgefäß mit rosa Wand auf einem hellen Holztisch vor einem Fenster mit Blick aufs Wasser
Große Endpunkt-Studien zu Herz und Gefäßen. Symbolbild.

Forschungsstand

Studienlage

Amlodipin ist seit 1992 zugelassen. Im Register ClinicalTrials.gov nennen 728 Studien Amlodipin unter den Interventionen, oft als Vergleich oder in Kombination. Gezeigt sind die beiden großen Endpunkt-Studien aus diesem Eintrag, die dort stehen. ASCOT und PRAISE liefen außerhalb des Registers. Stand 26.10.2026. 8

  1. Präklinik Entwicklung als lang wirksamer Calciumkanalblocker
  2. Phase 1 keine registrierte Studie
  3. Phase 2 keine registrierte Studie
  4. Phase 3 2 Studien, 2 abgeschlossen
  5. Zulassung in den USA seit 1992
0 Teilnehmende in Phase 3 Zugelassen: In den USA seit dem 31. Juli 1992 (NDA 019787), ChEMBL führt Amlodipin mit höchster Phase 4.6
Alle 2 Studien aus Phase 3 im ZeitverlaufZeitverlauf ausblenden 2 abgeschlossen 0 laufend 2 mit Ergebnissen
Phase 3

Balken: Start bis Hauptendpunkt (bei laufenden Studien geplant). Grün = abgeschlossen, blau = Fortschritt bis 26.10.2026.

Nebenwirkungen

  • Geschwollene Knöchel: die mit Abstand häufigste Meldung, vor allem abends und vor allem bei 10mg. Wichtig zu verstehen: das ist keine Wassereinlagerung im Sinne eines Überschusses, sondern eine lokale Verschiebung von Flüssigkeit ins Gewebe, weil die kleinen Arterien stärker geweitet sind als die Venen. Entwässern hilft dagegen nicht. Wer davon betroffen ist, fährt mit einer niedrigeren Dosis plus einem zweiten Wirkstoff meist besser als mit 10mg allein.
  • Kopfschmerzen und Flush: typisch in den ersten Tagen, geben sich meist von selbst.
  • Schwindel beim Aufstehen: Zeichen, dass der Druck zu tief liegt.
  • Zahnfleischwucherung: selten, aber dokumentiert und bei langer Anwendung relevant.

Verträglichkeit

Nebenwirkungen nach Dosis

Aus der US-Fachinformation: Diese Nebenwirkungen stiegen mit der Dosis. Die Studienarme heißen relativ zueinander.

1 von 100 Placebo
2 von 100 Niedrigste Studiendosis
3 von 100 Mittlere Studiendosis
11 von 100 Höchste Studiendosis (10 mg)
Ereignis PlaceboNiedrigste StudiendosisMittlere StudiendosisHöchste Studiendosis (10 mg)
Ödem (geschwollene Knöchel)5 1 %2 %3 %11 %
Herzklopfen5 1 %1 %1 %5 %
Schwindel5 2 %1 %3 %3 %
Hitzegefühl (Flush)5 0 %1 %1 %3 %

Abbrüche wegen Nebenwirkungen rund 1,5 Prozent gegen 1 Prozent unter Placebo. Ödeme traten bei Frauen häufiger auf als bei Männern (14,6 gegen 5,6 Prozent).5

Lagerung

Trocken, bei Raumtemperatur und vor Licht geschützt lagern. Außerhalb der Reichweite von Kindern.

Drei weiße Dosen in einem hellen Regal neben einem gefalteten hellblauen Handtuch
Trocken, bei Raumtemperatur und außerhalb der Reichweite von Kindern lagern. Symbolbild.
Wirkspiegel · Amlodipin (Norvasc)

Wie sich der Spiegel aufbaut

1 Gabe pro Tag: jede Gabe setzt auf den Rest der vorigen auf.

Lexikon: Oral, 1x täglich
Spitze 2,94×Tal 1,94×
Tag 7 · 8. Gabe
2,83× der ersten Gabe
Plateau
ab Tag 7

96 % des Plateaus nach der 8. Gabe

Spitze
2,94×

der ersten Gabe

Tal
1,94×

vor der nächsten Gabe

Vereinfachtes Modell, Werte relativ zur ersten Gabe, keine Dosisangabe. Gestrichelt: die erste Gabe allein, grün: das Plateau.

Verwandt

Verwandte Wirkstoffe

Ein anderer Weg: alles im TPD-Lexikon.

FAQ

Häufige Fragen zu Amlodipin (Norvasc)

Kurze Antworten, jede mit den Quellen unten belegt.

Seit wann ist Amlodipin zugelassen?

In den USA seit dem 31. Juli 1992. ChEMBL führt Amlodipin mit höchster Phase 4, im Register stehen über 700 Studien mit dem Wirkstoff.678

Warum dauert es Tage bis zur vollen Wirkung?

Die Halbwertszeit liegt bei 30 bis 50 Stunden. Ein gleichmäßiger Spiegel stellt sich erst nach 7 bis 8 Tagen täglicher Gabe ein. Essen ändert an der Aufnahme nichts, im Blut kommen 64 bis 90 Prozent an.5

Was zeigte ALLHAT?

33.357 Menschen ab 55 Jahren mit Bluthochdruck und mindestens einem weiteren Risikofaktor bekamen Amlodipin, Lisinopril oder das Diuretikum Chlortalidon. Beim Hauptendpunkt gab es keinen Unterschied (11,3 gegen 11,5 Prozent nach 6 Jahren). Herzinsuffizienz trat unter Amlodipin aber häufiger auf, 10,2 gegen 7,7 Prozent.1

Was zeigten ASCOT und VALUE?

In ASCOT mit 19.257 Patienten hatte das Amlodipin-Regime weniger Schlaganfälle (Hazard Ratio 0,77), weniger Todesfälle (0,89) und weniger neuen Diabetes (0,70) als das Atenolol-Regime. In VALUE mit 15.245 Patienten gab es beim Hauptendpunkt keinen Unterschied zu Valsartan, der Blutdruck sank unter Amlodipin aber schneller.23

Darf Amlodipin bei Herzschwäche eingesetzt werden?

In PRAISE bekamen 1.153 Menschen mit schwerer Herzinsuffizienz Amlodipin oder Placebo. Amlodipin erhöhte Erkrankungen und Todesfälle nicht, während ältere Calciumkanalblocker in dieser Lage schadeten. Einen Nutzen bei Herzschwäche zeigte die Studie nicht.4

Warum schwellen die Knöchel an?

Ödeme sind die häufigste Nebenwirkung und deutlich dosisabhängig: unter Placebo 0,6 Prozent, bei der niedrigsten Studiendosis 1,8 Prozent, bei der höchsten (10 mg) 10,8 Prozent. Frauen waren häufiger betroffen als Männer.5

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Gepunktet unterstrichene Wörter im Text zeigen diese Erklärungen direkt an.

Calciumkanalblocker
Wirkstoff, der den Einstrom von Calcium in Muskelzellen bremst. In der Gefäßwand entspannt sich dadurch die Muskulatur.
Dihydropyridin
Untergruppe der Calciumkanalblocker, die vor allem an den Gefäßen wirkt und kaum am Herzen.
Diuretikum
Entwässernder Wirkstoff, der über die Niere mehr Salz und Wasser ausscheiden lässt.
Halbwertszeit
Zeit, bis die Menge im Blut auf die Hälfte gefallen ist.
Hauptendpunkt
Das Ziel, an dem eine Studie vorab gemessen wird, etwa Herzinfarkt oder Tod.
Hazard Ratio
Verhältnis des Risikos zweier Gruppen über die Zeit. 0,77 heißt rund 23 Prozent weniger Ereignisse.
Herzinsuffizienz
Das Herz pumpt nicht mehr genug Blut für den Bedarf des Körpers.
L-Typ-Calciumkanal
Spannungsabhängiger Kanal in der Zellwand von Herz- und Gefäßmuskeln, durch den Calcium einströmt.
Ödem
Schwellung durch Flüssigkeit im Gewebe, bei Amlodipin typisch an Knöcheln und Unterschenkeln.
Relatives Risiko
Risiko einer Gruppe geteilt durch das Risiko der Vergleichsgruppe. 1,38 heißt 38 Prozent häufiger.

Evidenz

Quellen

Alle 8 Quellen anzeigenQuellen ausblenden 4 Studien1 Studienregister3 Datenbank geprüft am 26.10.2026

Studien

  1. ALLHAT: Amlodipin, Lisinopril und Chlortalidon im Direktvergleich

    ALLHAT Officers and Coordinators, JAMA, 2002

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  2. ASCOT-BPLA: Amlodipin-Regime gegen Atenolol-Regime

    Dahlöf et al., The Lancet, 2005

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  3. VALUE: Amlodipin gegen Valsartan bei hohem Risiko

    Julius et al., The Lancet, 2004

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  4. PRAISE: Amlodipin bei schwerer chronischer Herzinsuffizienz

    Packer et al., New England Journal of Medicine, 1996

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed

Studienregister

  1. Studien mit Amlodipin im Register ClinicalTrials.gov

    ClinicalTrials.gov, U.S. National Library of Medicine

    Geprüft am 26.10.2026 über ClinicalTrials.gov API v2

Datenbank

  1. US-Fachinformation zu Amlodipin (Nebenwirkungen, Pharmakokinetik)

    DailyMed, U.S. National Library of Medicine (NDA 019787, Stand 2026)

    Geprüft am 26.10.2026 über openFDA Label API, DailyMed
  2. US-Zulassung von Amlodipin (NDA 019787, 31.07.1992)

    Drugs@FDA, U.S. Food and Drug Administration

    Geprüft am 26.10.2026 über openFDA-API
  3. Amlodipin in ChEMBL (Mechanismus und Zulassung)

    ChEMBL, EMBL-EBI (CHEMBL1491, Mechanismus am Besilat CHEMBL1200402)

    Geprüft am 26.10.2026 über ChEMBL