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Lexikon

Jardiance (Empagliflozin)

Der selektivste SGLT2-Hemmer der Klasse - Zucker verlässt den Körper über den Urin, insulinunabhängig.

4 Min. Lesezeit 11 Quellen

Großes glänzend blaues 3D-Modell des Empagliflozin-Moleküls mit weißen und einem hellgrünen Atom, schwebend über einem weißen Podest mit blauem Lichtring in einem hellen Labor
Wirkstoff zugelassen · in den USA seit 2014

Kurzfassung

Auf einen Blick

Quellen geprüft am 26.10.2026

Herz-Kreislauf-Todesfälle
-38 %

relativ zu Placebo, 7.020 Menschen mit Typ-2-Diabetes, im Median 3,1 Jahre1

Todesfälle insgesamt
-32 %

gleiche Studie, 5,7 % gegen 8,3 % unter Placebo1

Klinikaufnahmen wegen Herzschwäche
-35 %

gleiche Studie, 2,7 % gegen 4,1 %1

Halbmaximale Hemmung von SGLT2
3,1 nM

Zellversuch, höchste Selektivität gegenüber SGLT1 aller getesteten Hemmer5

  • Empagliflozin hemmt SGLT2, den Transporter in der Niere, der Zucker aus dem Urin zurück ins Blut holt. Ein Teil des Zuckers wird ausgeschieden, ohne dass Insulin beteiligt ist.95
  • In EMPA-REG OUTCOME mit 7.020 Menschen mit Typ-2-Diabetes sanken Herz-Kreislauf-Todesfälle um 38 Prozent, Klinikaufnahmen wegen Herzschwäche um 35 Prozent und Todesfälle insgesamt um 32 Prozent.1
  • Bei Herzschwäche wirkte es mit und ohne Diabetes: Der Hauptendpunkt sank bei verminderter Pumpfunktion von 24,7 auf 19,4 Prozent, bei erhaltener von 17,1 auf 13,8 Prozent.23
  • Bei chronischer Nierenerkrankung schritt die Erkrankung seltener fort, die Nierenfunktion ging langsamer zurück. Häufiger waren vor allem genitale Infektionen.42
  • In den USA ist Empagliflozin seit 2014 zugelassen, heute auch bei Herzschwäche. Alles hier ist Forschungsstand und keine Empfehlung.78
Steckbrief

Stand Juli 2026

Wie lange bleibt es im Körper?

Anteil nach einer Gabe, gerechnet mit ~12 Stunden Halbwertszeit

Halbwertszeit ~12 Stunden
Nach 24 Stunden noch 25 %
Stunde 12 · 50 %Stunde 24 · 25 %Stunde 36 · 12,5 %Stunde 60 · 3,1 %

Vereinfachtes Modell ohne Aufnahmephase, Halbwertszeit aus dem TPD-Lexikon.

Klasse
SGLT2-Hemmer

selektiv, oral

Anwendung
Oral

1x täglich morgens

Halbwertszeit
rund 12 Stunden

Wirkung hält 24h

Bioverfügbarkeit
etwa 78 Prozent

Spitze nach ca. 1,5 Stunden

Status
Klinisch zugelassen

Typ-2-Diabetes, Herzinsuffizienz, CKD

Größen
10 bis 25 mg

2 Größen im Shop

Inhalt 14 Abschnitte
  1. Auf einen Blick
  2. Was ist Empagliflozin?
  3. Wie es wirkt
  4. Empagliflozin vs Dapagliflozin
  5. Dosierung
  6. Was die Forschung zeigt
  7. Studienlage
  8. Euglykämische Ketoazidose - das unterschätzte Risiko
  9. Nebenwirkungen
  10. Lagerung
  11. Verwandte Wirkstoffe
  12. Häufige Fragen
  13. Begriffe
  14. Quellen

Was ist Empagliflozin?

Empagliflozin (Markenname Jardiance) ist ein SGLT2-Hemmer. SGLT2 ist der Natrium-Glukose-Cotransporter 2 im proximalen Tubulus der Niere - der Transporter, der normalerweise fast die gesamte filtrierte Glukose zurück ins Blut holt. Empagliflozin blockiert ihn, die Nierenschwelle für Glukose sinkt und ein Teil des Zuckers wird über den Urin ausgeschieden statt zurückresorbiert.

Der entscheidende Punkt: dieser Mechanismus ist vollständig insulinunabhängig. Er braucht weder eine funktionierende Betazelle noch eine Insulinantwort - er arbeitet rein über die Niere.

Diese Information dient ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Keine medizinischen Empfehlungen.

Wie es wirkt

Die Niere filtert täglich eine erhebliche Menge Glukose. Fast alles davon wird über SGLT2 zurückgeholt, bevor der Urin die Niere verlässt. Wird der Transporter gehemmt, verschiebt sich die Schwelle, ab der Zucker im Urin erscheint, nach unten - es entsteht eine gewollte Glukosurie.

Daraus folgen drei Effekte, die zusammen das Profil der Substanz erklären:

  • Glukose-Ausscheidung: Zucker verlässt den Körper über den Urin, glukose-abhängig und ohne Insulin-Beteiligung.
  • Kalorien-Abfluss: mit dem Zucker gehen Kalorien verloren, was die in Studien beobachtete moderate Gewichtsveränderung erklärt.
  • Osmotische Diurese: der Zucker zieht Wasser mit sich, es entsteht eine milde Entwässerung mit leichter Blutdrucksenkung.

Genau diese osmotische Komponente ist auch der Grund, warum die Substanz morgens dosiert wird und warum Trinkmenge in jedem Protokoll ein Thema ist.

Wirkorte

Wo Empagliflozin wirkt

Punkt oder Karte antippen. Farbe = Transporter, grau = in Studien beobachtet.

  1. Niere

    Hemmt die Rückholung von Zucker, Nierenfunktion ging langsamer zurück2

    SGLT2
  2. Herz

    Weniger Herz-Kreislauf-Tod und Klinikaufnahmen wegen Herzschwäche1

    In Studien beobachtet
  3. Blut und Gefäße

    Niedriger Blutdruck häufiger als unter Placebo3

    In Studien beobachtet

Ziele in der Datenbank ChEMBL9

Wirkstoff CHEMBL2107830: ein erfasster Mechanismus, Hemmer.

Natrium-Glukose-Cotransporter 2
Gen
SLC5A2
UniProt
P31639
ChEMBL
CHEMBL3884
Wirkung
Hemmer
Gläsernes Nierenkanälchen, das von einem Knäuel ausgeht und in ein Glas mündet, darin blaue 3D-Moleküle und blaue Zuckerkristalle, die mit dem Urin abfließen
SGLT2-Hemmung: Zucker verlässt den Körper über den Urin. Symbolbild.

Empagliflozin vs Dapagliflozin

Beide sind selektive SGLT2-Hemmer und der praktische Effekt ist ähnlich. Der Unterschied liegt in zwei Punkten:

  • Selektivität: Grempler et al. bestimmten für Empagliflozin eine IC50 von 3,1 nM am humanen SGLT2 und das breiteste Selektivitätsfenster gegenüber SGLT1 aller getesteten Hemmer - rund 2500-fach, gegenüber etwa 1200-fach bei Dapagliflozin und etwa 250-fach bei Canagliflozin. SGLT1 sitzt vor allem im Darm, hohe SGLT2-Selektivität heißt also: die Glukose-Aufnahme im Darm bleibt weitgehend unangetastet.
  • Studienlage: das ist der eigentlich relevante Unterschied. Empagliflozin hat mit EMPA-REG OUTCOME, EMPEROR-Reduced und EMPEROR-Preserved eine ungewöhnlich breite Outcome-Basis über Diabetes, Herzinsuffizienz und Nierenerkrankung hinweg.

Die Selektivitätszahl klingt beeindruckender als sie im Alltag ist. Beide Substanzen liegen weit über der Schwelle, ab der SGLT1 praktisch keine Rolle mehr spielt. Wer zwischen beiden vergleicht, sollte auf die Datenlage schauen, nicht auf den Faktor.

Vergleich

Wege zum Blutzucker

Empagliflozin und verwandte Wirkstoffe, so wie im TPD-Lexikon beschrieben. Ein Klick öffnet den Eintrag.

59

Dosierung

Dosierung

Dosierung, Titrationsplan und Spritze

Die Dosierung wird geladen …

  • Einstieg und Steigerung als Treppe
  • Einheiten auf der U-100-Spritze je Stufe
  • Wie lange ein Vial reicht

Was die Forschung zeigt

EMPA-REG OUTCOME (Zinman et al., NEJM 2015) ist die Landmark-Arbeit: über 7000 Teilnehmer mit Typ-2-Diabetes und etablierter kardiovaskulärer Erkrankung. Dokumentiert wurde eine Reduktion des kombinierten kardiovaskulären Primärendpunkts um 14 Prozent, getragen von 38 Prozent weniger kardiovaskulären Todesfällen und 35 Prozent weniger Krankenhausaufnahmen wegen Herzinsuffizienz. Der Effekt trat sehr früh ein und ließ sich nicht allein durch die Blutzuckersenkung erklären - das war die eigentliche Überraschung der Studie.

EMPEROR-Reduced (Packer et al., NEJM 2020) führte das in ein rein kardiologisches Kollektiv: 3730 Patienten mit Herzinsuffizienz und reduzierter Auswurffraktion, Hazard Ratio 0,75 für den kombinierten Endpunkt aus kardiovaskulärem Tod und Herzinsuffizienz-Hospitalisierung. Entscheidend: der Effekt war unabhängig davon, ob ein Diabetes vorlag. Damit war klar, dass die Wirkung nicht am Blutzucker hängt.

EMPEROR-Preserved (Anker et al., NEJM 2021) erweiterte die Datenlage auf Herzinsuffizienz mit erhaltener Auswurffraktion.

Studienergebnisse

Was die Studien gemessen haben

Zum Ausprobieren: Reiter wechseln, Punkte antippen, Arme aus- und einblenden. Die Arme heißen relativ zueinander, keine Dosisempfehlung.

Ereignisse in EMPA-REG OUTCOME1

Anteil in Prozent, 7.020 Menschen mit Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankung, im Median 3,1 Jahre

Hauptendpunkt1 Herz-Kreislauf-Tod, Herzinfarkt oder Schlaganfall
Placebo 12,1 %
Empagliflozin 10,5 %
Herz-Kreislauf-Tod1
Placebo 5,9 %
Empagliflozin 3,7 %
Klinikaufnahme wegen Herzschwäche1
Placebo 4,1 %
Empagliflozin 2,7 %
Tod jeglicher Ursache1
Placebo 8,3 %
Empagliflozin 5,7 %

Beide Dosen zusammen ausgewertet. Herzinfarkt und Schlaganfall unterschieden sich nicht signifikant, der Vorteil kam aus weniger Todesfällen und weniger Herzschwäche.

Hauptendpunkt in drei großen Studien234

Anteil mit Ereignis in Prozent, jeweils mit und ohne Diabetes

Herzschwäche, verminderte Pumpfunktion2 EMPEROR-Reduced, 3.730 Menschen, 16 Monate
Placebo 24,7 %
Empagliflozin 19,4 %
Herzschwäche, erhaltene Pumpfunktion3 EMPEROR-Preserved, 5.988 Menschen, 26 Monate
Placebo 17,1 %
Empagliflozin 13,8 %
Chronische Nierenerkrankung4 EMPA-KIDNEY, 6.609 Menschen, 2 Jahre
Placebo 16,9 %
Empagliflozin 13,1 %

Herzschwäche: Herz-Kreislauf-Tod oder Klinikaufnahme wegen Herzschwäche. Niere: Fortschreiten der Nierenerkrankung oder Herz-Kreislauf-Tod. Bei erhaltener Pumpfunktion kam der Effekt vor allem aus weniger Klinikaufnahmen.

Rückgang der Nierenfunktion pro Jahr2

Geschätzte Filtrationsrate (eGFR), ml pro Minute je 1,73 m², EMPEROR-Reduced

Jährliche Veränderung der eGFR2
Placebo -2,28 ml/min
Empagliflozin -0,55 ml/min

Unter Empagliflozin ging die Nierenfunktion deutlich langsamer zurück, schwere Nierenereignisse waren seltener.

Gläsernes Herz und eine mattweiße Glasniere nebeneinander in einer Glasvitrine auf weißem Sockel, ringsum einige Zuckerkristalle
Große Studien zu Herz und Niere. Symbolbild.

Forschungsstand

Studienlage

Empagliflozin ist seit 2014 zugelassen. Im Register stehen 639 Studien, 123 davon mit Phase 3. Die Liste zeigt die großen Endpunktstudien. Stand 26.10.2026. 10

  1. Präklinik Zellversuche, Ratten und Hunde
  2. Phase 1 keine registrierte Studie
  3. Phase 2 keine registrierte Studie
  4. Phase 3 6 Studien, 6 abgeschlossen
  5. Zulassung in den USA seit 2014
30.443 Teilnehmende in Phase 3 Zugelassen: In den USA ist Empagliflozin seit dem 1. August 2014 verschreibungspflichtig im Handel (Drugs@FDA). Laut Beipackzettel bei Typ-2-Diabetes, zur Senkung des Herz-Kreislauf-Todes bei Diabetes mit Herz-Kreislauf-Erkrankung und bei Herzschwäche. ChEMBL führt es mit höchster Phase 4.7
Alle 6 Studien aus Phase 3 im ZeitverlaufZeitverlauf ausblenden 6 abgeschlossen 0 laufend 4 mit Ergebnissen
Phase 3

Balken: Start bis Hauptendpunkt (bei laufenden Studien geplant). Grün = abgeschlossen, blau = Fortschritt bis 26.10.2026.

Euglykämische Ketoazidose - das unterschätzte Risiko

Das ist die wichtigste Sektion dieser Seite. Rosenstock und Ferrannini haben in Diabetes Care aufgearbeitet, dass unter SGLT2-Hemmern eine Ketoazidose bei normalen oder nur leicht erhöhten Blutzuckerwerten auftreten kann. Der Grund liegt im Mechanismus selbst: der Zucker fließt über die Niere ab statt sich im Blut anzustauen, also fehlt das klassische Warnsignal eines hohen Blutzuckers.

In der Literatur beschriebene begünstigende Faktoren:

  • Ketogene oder stark kohlenhydratreduzierte Ernährung - die riskanteste Kombination überhaupt bei dieser Substanzklasse.
  • Längeres Fasten und stark reduzierte Nahrungsaufnahme.
  • Alkohol.
  • Infekte und andere Stress-Situationen.
  • Perioperative Situationen - in klinischen Protokollen wird die Substanz vor geplanten Operationen pausiert.

Wer Empagliflozin und Low-Carb kombiniert, kombiniert zwei Dinge, die beide in dieselbe Richtung drücken. Ein unauffälliger Blutzuckerwert ist in dieser Konstellation keine Entwarnung.

Nebenwirkungen

  • Genitale Infektionen: die konsistenteste Nebenwirkung der Klasse. Zucker im Urin ist ein Nährmedium, dokumentiert sind vor allem Mykosen, deutlich häufiger bei Frauen. In EMPA-REG OUTCOME die einzige klar erhöhte Kategorie.
  • Harnwegsinfektionen: in der Klasse beschrieben, in den Empagliflozin-Daten weniger deutlich erhöht als die genitalen Infektionen.
  • Volumenmangel: Blutdruck-Abfall, Schwindel, Hypotonie-Symptome durch die osmotische Diurese. Relevant bei zusätzlicher Diuretika-Wirkung, bei älteren Anwendern und bei knapper Trinkmenge.
  • Initialer Kreatinin-Anstieg: zu Beginn ein Abfall der geschätzten Filtrationsrate, der sich im Verlauf wieder angleicht. Langfristig war die Nierenfunktion in den Studien besser erhalten als unter Placebo.
  • Unterzucker in Kombination: allein niedriges Risiko, weil insulinunabhängig. Mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen steigt es dokumentiert an.

Monitoring gehört bei dieser Substanz dazu: Nierenfunktion, Blutdruck, Trinkmenge und Zeichen genitaler Infektionen.

Lagerung

Trocken und vor Licht geschützt lagern, bei Raumtemperatur. Außerhalb der Reichweite von Kindern.

Drei weiße Tablettendosen und ein gefaltetes hellblaues Handtuch auf einem weißen Regal
Trocken, vor Licht geschützt und bei Raumtemperatur. Symbolbild.
Wirkspiegel · Jardiance (Empagliflozin)

Wie sich der Spiegel aufbaut

1 Gabe pro Tag: jede Gabe setzt auf den Rest der vorigen auf.

Lexikon: Oral, 1x täglich morgens
Spitze 1,33×Tal 0,33×
Tag 2 · 3. Gabe
1,31× der ersten Gabe
Plateau
ab Tag 2

98 % des Plateaus nach der 3. Gabe

Spitze
1,33×

der ersten Gabe

Tal
0,33×

vor der nächsten Gabe

Vereinfachtes Modell, Werte relativ zur ersten Gabe, keine Dosisangabe. Gestrichelt: die erste Gabe allein, grün: das Plateau.

Verwandt

Verwandte Wirkstoffe

Gleiche Ansatzpunkte oder ein anderer Weg: alles im TPD-Lexikon.

FAQ

Häufige Fragen zu Jardiance (Empagliflozin)

Kurze Antworten, jede mit den Quellen unten belegt.

Ist Empagliflozin zugelassen?

Ja. In den USA ist es seit dem 1. August 2014 verschreibungspflichtig im Handel. Laut Beipackzettel bei Typ-2-Diabetes, zur Senkung des Herz-Kreislauf-Todes bei Diabetes mit Herz-Kreislauf-Erkrankung und bei Herzschwäche. Bei Typ-1-Diabetes wird es wegen des Ketoazidose-Risikos nicht empfohlen.78

Wie wirkt Empagliflozin?

Es hemmt SGLT2 in der Niere, den Transporter, der Zucker aus dem Urin zurückholt. Im Zellversuch reichte für die halbmaximale Hemmung eine Konzentration von 3,1 nM. Gegenüber dem Darm-Transporter SGLT1 war es von allen getesteten Hemmern am selektivsten. Der Zucker geht mit dem Urin verloren, unabhängig vom Insulin.59

Was zeigte EMPA-REG OUTCOME?

7.020 Menschen mit Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankung wurden im Median 3,1 Jahre beobachtet. Der Hauptendpunkt aus Herz-Kreislauf-Tod, Herzinfarkt und Schlaganfall sank von 12,1 auf 10,5 Prozent. Herz-Kreislauf-Todesfälle gingen um 38 Prozent zurück, Klinikaufnahmen wegen Herzschwäche um 35 Prozent und Todesfälle insgesamt um 32 Prozent. Herzinfarkt und Schlaganfall unterschieden sich nicht signifikant.1

Wirkt es auch ohne Diabetes?

Bei Herzschwäche ja. In EMPEROR-Reduced und EMPEROR-Preserved war der Effekt mit und ohne Diabetes gleich, ebenso bei chronischer Nierenerkrankung in EMPA-KIDNEY. Bei verminderter Pumpfunktion sank die Nierenfunktion pro Jahr um 0,55 statt 2,28 ml pro Minute.234

Was ist die euglykämische Ketoazidose?

Eine Übersäuerung des Blutes durch Ketonkörper, bei der der Blutzucker normal oder nur leicht erhöht ist. Unter SGLT2-Hemmern fehlt deshalb das typische Warnsignal eines hohen Zuckers. Die Fachliteratur beschreibt sie als vorhersehbares, erkennbares und vermeidbares Risiko der Wirkstoffklasse.68

Welche Nebenwirkungen sind beschrieben?

In EMPA-REG OUTCOME waren nur genitale Infektionen häufiger als unter Placebo. In EMPEROR-Reduced kamen unkomplizierte genitale Infektionen häufiger vor, in EMPEROR-Preserved dazu Harnwegsinfekte und niedriger Blutdruck. In EMPA-KIDNEY waren schwere Nebenwirkungen in beiden Gruppen gleich häufig.1234

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Gepunktet unterstrichene Wörter im Text zeigen diese Erklärungen direkt an.

Auswurffraktion
Anteil des Blutes, den die linke Herzkammer pro Schlag auswirft. Maß für die Pumpfunktion.
eGFR
Geschätzte glomeruläre Filtrationsrate, das Standardmaß für die Leistung der Niere.
Euglykämische Ketoazidose
Übersäuerung des Blutes durch Ketonkörper bei normalem oder nur leicht erhöhtem Blutzucker.
Glukosurie
Zucker im Urin. Unter SGLT2-Hemmern gewollt.
Herzinsuffizienz
Herzschwäche: Das Herz pumpt nicht mehr genug Blut für den Bedarf des Körpers.
IC50
Konzentration, bei der ein Wirkstoff sein Ziel zur Hälfte hemmt. Je kleiner, desto stärker.
Osmotische Diurese
Mehr Urin, weil der ausgeschiedene Zucker Wasser mitzieht.
Proximaler Tubulus
Erster Abschnitt der Nierenkanälchen, in dem der Großteil der gefilterten Stoffe zurückgeholt wird.
SGLT1
Verwandter Transporter, vor allem im Darm. Er nimmt Zucker aus der Nahrung auf.
SGLT2
Natrium-Glukose-Cotransporter 2 in der Niere. Er holt fast den gesamten gefilterten Zucker ins Blut zurück.

Evidenz

Quellen

Alle 11 Quellen anzeigenQuellen ausblenden 6 Studien1 Studienregister4 Datenbank geprüft am 26.10.2026

Studien

  1. EMPA-REG OUTCOME: Herz-Kreislauf und Sterblichkeit bei Typ-2-Diabetes

    Zinman et al., New England Journal of Medicine, 2015

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed, ClinicalTrials.gov
  2. EMPEROR-Reduced: Herzschwäche mit verminderter Pumpfunktion

    Packer et al., New England Journal of Medicine, 2020

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed, ClinicalTrials.gov
  3. EMPEROR-Preserved: Herzschwäche mit erhaltener Pumpfunktion

    Anker et al., New England Journal of Medicine, 2021

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed, ClinicalTrials.gov
  4. EMPA-KIDNEY: chronische Nierenerkrankung

    The EMPA-KIDNEY Collaborative Group, New England Journal of Medicine, 2023

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed, ClinicalTrials.gov
  5. Wirkstärke und Selektivität im Vergleich mit anderen SGLT2-Hemmern

    Grempler et al., Diabetes, Obesity and Metabolism, 2012

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  6. Euglykämische Ketoazidose als Risiko der SGLT2-Hemmer

    Rosenstock und Ferrannini, Diabetes Care, 2015

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed

Studienregister

  1. Studien im Register ClinicalTrials.gov

    ClinicalTrials.gov, U.S. National Library of Medicine

    Geprüft am 26.10.2026 über ClinicalTrials.gov API v2

Datenbank

  1. Zulassung in den USA (NDA 204629), verschreibungspflichtig

    Drugs@FDA, U.S. Food and Drug Administration

    Geprüft am 26.10.2026 über openFDA-API
  2. Beipackzettel der US-Zulassung: Anwendungsgebiete und Grenzen

    openFDA Drug Label, U.S. Food and Drug Administration

    Geprüft am 26.10.2026 über openFDA-API
  3. Wirkmechanismus und Zulassung in ChEMBL

    ChEMBL, EMBL-EBI (CHEMBL2107830)

    Geprüft am 26.10.2026 über ChEMBL
  4. Struktur von Empagliflozin in PubChem

    PubChem, U.S. National Library of Medicine (CID 11949646)

    Geprüft am 26.10.2026 über PubChem

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Jardiance (Empagliflozin) im Katalog

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