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Lexikon

Orexin B (Hypocretin-2)

Wach-Neuropeptid aus dem Hypothalamus, das peripher gespritzt kaum ins Gehirn kommt - experimentell mit dünner Humandatenlage.

5 Min. Lesezeit 11 Quellen

Vial mit weißem Pulver und schwarzem TPD-Etikett „Orexin B“ auf einem weißen Podest mit blau leuchtendem Rand, daneben ein großes, verzweigtes blau-weißes 3D-Molekülmodell in einem hellen Labor
Präklinisch · nicht zugelassen

Kurzfassung

Auf einen Blick

Quellen geprüft am 26.10.2026

Länge
28 Aminosäuren

entsteht zusammen mit Orexin A aus demselben Vorläufer-Eiweiß10

Schwächer am Rezeptor OX1R
10-100 -fach

als Orexin A, am Rezeptor OX2R dagegen gleich stark4

Fettlöslichkeit von Orexin B
0,030 Koeffizient

Octanol/Puffer, Orexin A 0,232, also fast 8-mal fettlöslicher3

Weniger Orexin-Nervenzellen
85-95 %

im Gehirn von Menschen mit Narkolepsie, Gewebe nach dem Tod untersucht8

Studien mit Orexin B als Wirkstoff
0 Studien

keine bei ClinicalTrials.gov, Stand 26.10.20269

  • Orexin B, auch Hypocretin-2, ist ein Neuropeptid aus 28 Aminosäuren aus dem Hypothalamus. Es entsteht zusammen mit Orexin A aus demselben Vorläufer-Eiweiß.101
  • Orexin B bindet am Rezeptor OX2R gleich stark wie Orexin A, an OX1R aber 10- bis 100-fach schwächer. OX2R ist eng an die Steuerung von Schlaf und Wachheit gekoppelt.45
  • Ins Blut gespritzt wurde Orexin B bei Mäusen so schnell abgebaut, dass im Gehirn kein intaktes Orexin B ankam. Orexin A gelangte dagegen rasch hinein.3
  • Bei Narkolepsie fehlen 85 bis 95 Prozent der Orexin-Nervenzellen. Das erklärt, warum Wirkstoffe am Orexin-System für Wachheit erforscht werden.86
  • Eine Studie mit Orexin B als Wirkstoff steht nicht im Register ClinicalTrials.gov (Stand Oktober 2026), eine Zulassung gibt es nicht. Alles hier ist präklinischer Forschungsstand und keine Empfehlung.9
Steckbrief

Stand Juni 2026

Typ
28-AS-Neuropeptid

Hypocretin-2

Haupt-Rezeptor
OX2R

selektiv ggü. OX1R

Datenlage
präklinisch

peripher fraglich

Vial
5 mg lyophilisiert
Größen
5 mg

1 Größe im Shop

Inhalt 16 Abschnitte
  1. Auf einen Blick
  2. Was ist Orexin B?
  3. Wie es wirkt
  4. Was du brauchst
  5. Rekonstitution
  6. Injektion
  7. Dosierung
  8. Was die Forschung zeigt
  9. Studienlage
  10. Nebenwirkungen
  11. Einordnung
  12. Lagerung
  13. Verwandte Wirkstoffe
  14. Häufige Fragen
  15. Begriffe
  16. Quellen

Was ist Orexin B?

Orexin B, auch Hypocretin-2 genannt, ist ein Neuropeptid aus 28 Aminosäuren. Es entsteht zusammen mit Orexin A aus demselben Vorläufer-Protein und wird von einer kleinen Gruppe Nervenzellen im seitlichen Hypothalamus gebildet. Diese Zellen wirken wie ein Schalter für Wachheit und Arousal: Sie sind im Schlaf ruhig und aktiv, wenn du wach und aufmerksam bist.

Entdeckt wurde das Orexin-System 1998 von Sakurai und Kollegen, ursprünglich im Zusammenhang mit der Steuerung der Nahrungsaufnahme - daher der Name ("Orexis" ist griechisch für Appetit). Schnell wurde aber klar, dass die viel größere Rolle in der Schlaf-Wach-Regulation liegt. Beim Menschen ist der Verlust dieser Orexin-Neuronen der Kernmechanismus der Narkolepsie Typ 1.

Ein wichtiger Punkt vorweg, der sich durch den ganzen Eintrag zieht: Orexin B ist ein reines Forschungs-Peptid. Es ist kein Medikament und für die Anwendung beim Menschen - schon gar nicht als subkutane Injektion - nicht untersucht. Diese Information dient ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Keine medizinischen Empfehlungen.

Vergleich

Orexin B und andere Wach- und Schlafthemen im Lexikon

Einträge im TPD-Lexikon rund um Wachheit und Schlaf. Ein Klick öffnet den Eintrag.

Die Einträge wirken auf verschiedene Weise, verglichen wird hier nur das Thema.

Wie es wirkt

Orexin B bindet an Orexin-Rezeptoren, von denen es zwei gibt: OX1R und OX2R. Orexin B ist dabei deutlich selektiv für den OX2R - die Affinität zum OX1R ist rund 10 bis 100-fach niedriger. Genau dieser OX2R ist eng an die Schlaf-Wach-Steuerung gekoppelt, während der OX1R eher mit Motivation, Belohnung und vegetativen Funktionen verknüpft ist.

Über den OX2R aktivieren die Orexin-Neuronen nachgeschaltete Wach-Systeme im Gehirn und stabilisieren so den Wachzustand. Fehlen die Orexine, kippt dieser Schalter unkontrolliert - das ist das Modell hinter der Narkolepsie. Die logische Forschungs-Idee dahinter: Wenn Orexin-Mangel müde macht, könnte ein OX2R-Agonismus umgekehrt wach machen. Genau deshalb wird Orexin-Rezeptor-Agonismus für Wachheit und Narkolepsie erforscht.

Der entscheidende Haken steht im nächsten Abschnitt: Damit Orexin B im Gehirn etwas bewirkt, muss es erstmal dorthin gelangen. Und das ist bei peripherer Gabe das Problem.

Wirkorte

Wo Orexin B wirkt

Punkt oder Karte antippen. Farbe = Rezeptor, grau = beobachtet. Alles aus Tier- und Zellversuchen.

  1. Gehirn (Hypothalamus)

    OX2R eng an Schlaf und Wachheit gekoppelt, OX1R eher an Motivation, Belohnung und vegetative Funktionen5

    OX2ROX1R
  2. Blut

    Gespritztes Orexin B wurde rasch abgebaut, im Gehirn kam kein intaktes Peptid an (Maus)3

    In Studien beobachtet

Bekannte Ziele4

Wirkstoff PubChem CID 44404987: zwei beschriebene Ziele, Art der Wirkung je Karte.

Orexin-Rezeptor Typ 2
Gen
HCRTR2
UniProt
O43614
ChEMBL
CHEMBL4792
Wirkung
Agonist, gleich stark wie Orexin A
Orexin-Rezeptor Typ 1
Gen
HCRTR1
UniProt
O43613
ChEMBL
CHEMBL5113
Wirkung
Agonist, 10- bis 100-fach schwächer als Orexin A
Gläserne, hellblau leuchtende Nervenzelle mit hellem Zentrum, an deren Ausläufern drei blau-weiße Molekülketten andocken
Symbolbild.

Was du brauchst

Bevor du loslegst, solltest du alles dahaben:

Material

5 Teile, nummeriert wie im Bild

Hak ab, was du schon hast. Vial und BAC-Wasser sind unsere echten Shop-Fotos in gleicher Größe.

Orexin-B-Vial und bakteriostatisches Wasser in gleicher Größe mit schwarzem TPD-Etikett, daneben zwei U-100-Insulinspritzen mit blauen Kappen, zwei Alkoholtupfer und ein Abwurfbehälter mit blauem Deckel
  1. Orexin-B-Vial

    Das Orexin-B-Vial mit dem gefriergetrockneten Pulver

    Im Shop
  2. Bakteriostatisches Wasser

    Bakteriostatisches Wasser zum Auflösen

    Im Shop
  3. U-100-Insulinspritzen

    U-100-Insulinspritzen für die Anwendung

  4. Alkoholtupfer

    Alkoholtupfer für den Vial-Deckel und die Hautstelle

  5. Abwurfbehälter

    Einen verschließbaren Behälter für gebrauchte Nadeln

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Orexin B ist ein empfindliches Peptid. Geh beim Auflösen und Lagern sorgfältig vor, sonst hast du am Ende nur teures Wasser im Vial.

Rekonstitution

Das Pulver wird mit bakteriostatischem Wasser aufgelöst. Wie viel Wasser du nimmst, entscheidet über die Konzentration und damit darüber, wie viele Einheiten du später auf der Insulinspritze für deine Dosis aufziehst. Beim Auflösen das BAC-Wasser einfach reingeben, es ist egal ob es direkt aufs Pulver trifft. Danach schwenken oder schütteln, bis sich alles gelöst hat, beides ist okay.

Den Peptid-Rechner kannst du genau dafür nutzen: Sobald du Vial-Größe und Wassermenge wählst, siehst du sofort die Konzentration und die Einheiten pro Dosis.

Schritt für Schritt

So löst du das Pulver

Vier Schritte, gleich für jede Vial-Größe.

  1. 1Deckel abwischen

    Den Gummistopfen mit einem Alkoholtupfer reinigen.

  2. 2BAC-Wasser zugeben

    Einfach reingeben, egal ob es direkt aufs Pulver trifft.

  3. 3Schwenken oder schütteln

    Bis sich alles gelöst hat, beides ist okay.

  4. 4Aufziehen

    Mit der U-100-Insulinspritze.

Weniger Wasser höhere Konzentration weniger Einheiten auf der Spritze Beispiel: 5 mg + 2 ml = 2,5 mg/ml

Injektion

Gespritzt wird subkutan, ins Unterhautfettgewebe. Typische Stellen sind der Bauch (rund um den Nabel aussparen), die Vorderseite und die Innenseite des Oberschenkels oder die Rückseite des Oberarms.

Injektion

Wo und in welchem Winkel

Stelle antippen oder Winkel umschalten. Subkutan heißt: ins Unterhautfett, nicht in den Muskel.

Stelle jedes Mal wechseln, nie zweimal hintereinander dieselbe.

90°Mehr Unterhautfett

Faustregel: Wo mehr Unterhautfett ist, gerade im 90-Grad-Winkel einstechen. Bei schlanken Personen mit wenig Fett im 45-Grad-Winkel, damit die Nadel im Unterhautfett bleibt. Vereinfachtes Schema.

  1. Hautstelle mit Alkoholtupfer reinigen und trocknen lassen

  2. Kleine Hautfalte abheben

  3. Nadel einstechen: im 90-Grad-Winkel, wenn an der Stelle mehr Unterhautfett ist, im 45-Grad-Winkel bei schlanken Personen mit wenig Fett

  4. Langsam injizieren, kurz warten, Nadel zurückziehen

  5. Nadel sofort in den Sammelbehälter

Einstichstelle jedes Mal wechseln. Aber ehrlich: Selbst perfekt subkutan gespritzt bleibt der zentrale Effekt fraglich - warum, steht direkt unten.

Dosierung

Dosierung

Dosierung, Titrationsplan und Spritze

Die Dosierung wird geladen …

  • Einstieg und Steigerung als Treppe
  • Einheiten auf der U-100-Spritze je Stufe
  • Wie lange ein Vial reicht

Was die Forschung zeigt

Das meiste Wissen über Orexin B stammt aus Zellsystemen und Tiermodellen, nicht aus dem Menschen:

  • Entdeckung und Appetit: Im Rattenmodell steigerte zentral verabreichtes Orexin die Nahrungsaufnahme. Bei Fasten wurde der Botenstoff hochreguliert (Sakurai 1998, präklinisch).
  • Blut-Hirn-Schranke: In der Maus passierte Orexin A die Schranke durch einfache Diffusion, Orexin B dagegen wurde im Blut rasch abgebaut und kam nicht intakt im Gehirn an (Kastin & Akerstrom 1999, präklinisch). Das ist der zentrale Realismus-Check für die periphere Gabe.
  • Rezeptor-Rolle: Reviews ordnen den OX2R, den bevorzugten Rezeptor von Orexin B, klar der Schlaf-Wach-Steuerung zu (Sun, Tisdale & Kilduff 2021).
  • Narkolepsie-Kontext: Der Verlust orexinerger Neuronen gilt als Kernmechanismus der Narkolepsie Typ 1 - das liefert die Logik, warum Orexin-Agonismus überhaupt für Wachheit erforscht wird (Kornum et al. 2017).

Was fehlt, ist genauso wichtig: belastbare Humandaten für peripher gespritztes Orexin B als Wach- oder Stoffwechsel-Peptid gibt es nicht.

Studienergebnisse

Was die Studien gemessen haben

Zum Ausprobieren: Reiter wechseln, Punkte antippen, Arme aus- und einblenden. Die Arme heißen relativ zueinander, keine Dosisempfehlung.

Wie fettlöslich die beiden Orexine sind3

Verteilungskoeffizient Octanol/Puffer, höher heißt fettlöslicher und leichter durch die Blut-Hirn-Schranke

Fettlöslichkeit3
Orexin A (Vergleich) 0,232 %
Orexin B 0,030 %

Werte laut Abstract (0,232 und 0,030). Orexin A gelangte bei Mäusen aus dem Blut rasch und überwiegend unverändert ins Gehirn. Orexin B wurde im Blut so schnell abgebaut, dass im Gehirn kein intaktes Orexin B nachweisbar war.

Was bei Narkolepsie im Orexin-System fehlt78

Anteil in Prozent, körpereigenes Orexin, nicht gespritztes Orexin B

Kein Orexin nachweisbar7 7 von 9 Menschen mit Narkolepsie
Menschen mit Narkolepsie 77,8 %
Weniger Orexin-Nervenzellen8 mindestens, Gewebe nach dem Tod
Menschen mit Narkolepsie 85,0 % 85 bis 95 %

7 von 9 entspricht 77,8 Prozent. Für die Nervenzellen nennt die Studie eine Spanne von 85 bis 95 Prozent, die Grafik zeigt den unteren Wert. Die Zellen für das Hormon MCH daneben waren nicht vermindert. Das zeigt, warum das Orexin-System für Wachheit erforscht wird, nicht, dass gespritztes Orexin B wirkt.

Mattes gläsernes Gehirnmodell mit einem kleinen gläsernen Auge davor auf einem durchsichtigen Glassockel in einem hellen Raum
Fast alles Wissen zu Orexin B stammt aus Tier- und Zellversuchen. Symbolbild.

Forschungsstand

Studienlage

Im Register stehen viele Studien zu Medikamenten, die Orexin-Rezeptoren blockieren oder anregen. Eine Studie mit dem Peptid Orexin B als Wirkstoff gibt es nicht. Stand 26.10.2026. 9

  1. Präklinik Tierversuche und Zellsysteme
  2. Phase 1 keine registrierte Studie
  3. Phase 2 keine registrierte Studie
  4. Phase 3 keine registrierte Studie
  5. Zulassung noch nicht
Keine Zulassung und keine registrierte Studie mit Orexin B. Zugelassen sind bisher nur Medikamente, die Orexin-Rezeptoren blockieren (USA seit 2014, gegen Schlafstörungen).9

Bisher gibt es keine registrierte Humanstudie. 9

Nebenwirkungen

Auch hier gilt: Es gibt kein etabliertes Nebenwirkungsprofil für peripher angewendetes Orexin B beim Menschen, weil die Anwendung schlicht nicht in Studien untersucht ist.

  • Lokale Reaktionen an der Einstichstelle (Rötung, Schwellung, leichte Reizung) sind bei jeder subkutanen Peptidgabe denkbar
  • Da das Orexin-System mit Arousal, Herz-Kreislauf und Appetit verknüpft ist, sind theoretisch Effekte auf Wachheit, Kreislauf oder Hunger nicht auszuschließen - im Forschungskontext beschrieben, nicht für diese Anwendungsform belegt
  • Reinheit und korrekte Rekonstitution sind kritisch: unsauber gelöstes oder kontaminiertes Material ist ein eigenes Risiko

Das Fehlen dokumentierter Nebenwirkungen ist kein Sicherheitsbeweis, sondern ein Zeichen fehlender Daten.

Einordnung

Orexin B ist eines der Peptide, bei denen die Theorie spannender klingt als die Praxis es hergibt. Das OX2R-Signal ist real und an Wachheit gekoppelt, das ist gut belegt. Der Knackpunkt ist die Galenik: Als subkutane Injektion erreicht Orexin B das Gehirn kaum, weil es im Blut zu schnell abgebaut wird. Für einen zentralen Wach-Effekt ist die periphere Spritze deshalb wahrscheinlich der falsche Weg.

Behandle Orexin B als das, was es ist: ein experimentelles Forschungs-Peptid mit dünner Humandatenlage, dessen peripherer Nutzen offen bis fraglich ist. Wer realistische Erwartungen will, sollte das ehrlich einkalkulieren.

Lagerung

Das ungelöste Pulver ist robust, normale Raumtemperatur (rund 20 bis 25 Grad) reicht, am besten dunkel lagern. Angemischt im Kühlschrank (2 bis 8 Grad) mindestens 4 bis 6 Monate haltbar. Das bakteriostatische Wasser bringt einen Konservierungsstoff mit, der die gelöste Form länger stabil hält. Vor Licht und Wärme schützen, nicht einfrieren-auftauen-einfrieren.

Haltbarkeit

Wie lange es hält

Ungelöst (Pulver) Raumtemperatur, rund 20 bis 25 Grad, dunkel

Robust, ein Kühlschrank ist nicht nötig. Hält so problemlos mehrere Monate.

Gelöst (angemischt) Kühlschrank, 2 bis 8 Grad

Mindestens 4 bis 6 Monate haltbar. Das bakteriostatische Wasser bringt einen Konservierungsstoff mit.

  • Dunkel lagern
  • Gelöst: 2 bis 8 Grad
  • Anmischdatum notieren
Neun Vials mit weißem Pulver und blauen Kappen im Türfach eines hellen Kühlschranks
Pulver dunkel bei Raumtemperatur, gelöst in den Kühlschrank (2 bis 8 Grad), dort mindestens 4 bis 6 Monate haltbar. Symbolbild.

Verwandt

Verwandte Wirkstoffe

Ein anderer Weg: alles im TPD-Lexikon.

FAQ

Häufige Fragen zu Orexin B (Hypocretin-2)

Kurze Antworten, jede mit den Quellen unten belegt.

Was ist Orexin B?

Ein Neuropeptid aus 28 Aminosäuren, das Nervenzellen im Hypothalamus zusammen mit Orexin A aus demselben Vorläufer bilden. Beschrieben wurde das System 1998 von zwei Gruppen. Zentral gegeben steigerten die Orexine bei Ratten die Nahrungsaufnahme, beim Fasten stieg ihr Bauplan an.1012

An welche Rezeptoren bindet Orexin B?

An die beiden Orexin-Rezeptoren OX1R und OX2R. Am OX2R ist Orexin B so stark wie Orexin A, am OX1R 10- bis 100-fach schwächer. Laut einer Übersicht ist OX2R eng an die Steuerung von Schlaf und Wachheit gekoppelt, OX1R eher an Motivation, Belohnung und vegetative Funktionen.45

Kommt gespritztes Orexin B ins Gehirn?

In einer Studie an Mäusen nicht. Orexin A gelangte aus dem Blut rasch und überwiegend unverändert ins Gehirn. Orexin B wurde im Blut so schnell abgebaut, dass im Gehirn kein intaktes Orexin B nachweisbar war. Es ist auch deutlich weniger fettlöslich (0,030 gegen 0,232).3

Was hat Orexin mit Narkolepsie zu tun?

Bei 7 von 9 Menschen mit Narkolepsie war Orexin nicht nachweisbar. Im Gehirn von Betroffenen fehlten 85 bis 95 Prozent der Orexin-Nervenzellen. Bei Narkolepsie Typ 1 gilt der Verlust dieser Zellen als Kernmechanismus, vermutlich durch eine Autoimmunreaktion. Das betrifft das körpereigene Orexin, nicht gespritztes Orexin B.786

Gibt es Medikamente am Orexin-System?

Ja, aber sie blockieren die Rezeptoren. In den USA sind solche Blocker seit 2014 und 2019 gegen Schlafstörungen zugelassen. Wirkstoffe, die die Rezeptoren anregen, werden gegen starke Tagesschläfrigkeit erforscht. Orexin B selbst ist kein Medikament und steht nicht im Register ClinicalTrials.gov.59

Welche Nebenwirkungen sind bekannt?

Belastbare Daten gibt es nicht, weil gespritztes Orexin B nie in einer registrierten Studie am Menschen geprüft wurde. Dass keine Nebenwirkungen beschrieben sind, ist kein Beleg für Sicherheit, sondern ein Zeichen fehlender Daten.9

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Gepunktet unterstrichene Wörter im Text zeigen diese Erklärungen direkt an.

Affinität
Wie fest ein Stoff an seinen Rezeptor bindet. Höhere Affinität heißt, es reicht weniger Stoff für dieselbe Bindung.
Agonist
Stoff, der einen Rezeptor anregt. Das Gegenteil ist ein Antagonist, der ihn blockiert.
Blut-Hirn-Schranke
Dichte Wand der Blutgefäße im Gehirn. Sie lässt nur bestimmte Stoffe aus dem Blut ins Hirngewebe.
Hypocretin
Zweiter Name der Orexine. Zwei Gruppen entdeckten sie 1998 fast gleichzeitig und gaben ihnen verschiedene Namen.
Hypothalamus
Kleine Hirnregion an der Basis des Gehirns. Sie steuert Hunger, Temperatur, Hormone und den Schlaf-Wach-Rhythmus.
Narkolepsie
Chronische Schlafkrankheit mit starker Tagesschläfrigkeit. Bei Typ 1 kommt Kataplexie dazu, ein plötzlicher Verlust der Muskelspannung.
Neuropeptid
Kurzes Eiweiß, das Nervenzellen als Botenstoff ausschütten.
OX1R
Orexin-Rezeptor Typ 1. Er ist eher an Motivation, Belohnung und vegetative Funktionen gekoppelt.
OX2R
Orexin-Rezeptor Typ 2. Er ist eng an Schlaf und Wachheit gekoppelt, Orexin B bindet hier so stark wie Orexin A.
Präklinisch
Forschung vor dem Einsatz am Menschen, also in Zellkulturen und Tiermodellen.
Subkutan
In das Fettgewebe direkt unter der Haut.

Evidenz

Quellen

Alle 11 Quellen anzeigenQuellen ausblenden 7 Studien1 Studienregister3 Datenbank geprüft am 26.10.2026

Studien

  1. Entdeckung der Orexine und ihrer Rezeptoren (Ratte)

    Sakurai et al., Cell, 1998

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  2. Entdeckung der Hypocretine im Hypothalamus

    de Lecea et al., Proceedings of the National Academy of Sciences, 1998

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  3. Wie Orexin A und B die Rezeptoren OX1R und OX2R erkennen

    Ammoun et al., Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics, 2003

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  4. Übersicht: Orexin-Rezeptoren und Schlafphasen

    Sun, Tisdale und Kilduff, Frontiers of Neurology and Neuroscience, 2021

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  5. Übersicht zur Narkolepsie

    Kornum et al., Nature Reviews Disease Primers, 2017

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  6. Kein Orexin bei 7 von 9 Menschen mit Narkolepsie

    Nishino et al., The Lancet, 2000

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  7. Weniger Orexin-Nervenzellen bei Narkolepsie

    Thannickal et al., Neuron, 2000

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed

Studienregister

  1. Suche im Register ClinicalTrials.gov (keine Studie mit dem Peptid Orexin B)

    ClinicalTrials.gov, U.S. National Library of Medicine

    Geprüft am 26.10.2026 über ClinicalTrials.gov API v2

Datenbank

  1. Orexin A, aber nicht Orexin B gelangt aus dem Blut ins Gehirn (Maus, PubMed-Eintrag)

    Kastin und Akerstrom, Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics, 1999 (in PubMed ohne DOI, Crossref nennt 10.1016/s0022-3565(24)38126-1)

    Geprüft am 26.10.2026 über PubMed, Crossref
  2. Orexin-Vorläufer in UniProt (Orexin-B = Bausteine 70 bis 97)

    UniProt (O43612, HCRT)

    Geprüft am 26.10.2026 über UniProt
  3. Struktur von Orexin B in PubChem

    PubChem, U.S. National Library of Medicine (CID 44404987)

    Geprüft am 26.10.2026 über PubChem

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