Was ist Anastrozole?
Anastrozole (Markenname Arimidex) ist ein nicht-steroidaler, reversibler Aromatase-Hemmer. Er blockiert das Enzym Aromatase, das Testosteron zu Estradiol umwandelt. Im Anabolika-Research-Kontext wird er eingesetzt, um Estrogen-Nebenwirkungen bei aromatisierenden Compounds (z.B. Testosteron) zu kontrollieren.
Diese Information dient ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Keine medizinischen Empfehlungen.
Vergleich
Estrogen-Blocker im Vergleich
Aromatase-Hemmer und Estrogen-Rezeptor-Modulatoren aus dem TPD-Lexikon, so wie dort beschrieben. Ein Klick öffnet den Eintrag.
Vereinfacht: Aromatase-Hemmer senken die Bildung von Estradiol, SERMs blockieren den Rezeptor und lassen Estradiol im Blut stehen. Letrozol senkte Estrogene im direkten Vergleich etwas stärker als Anastrozol. 29
Wie es wirkt
Anastrozole bindet reversibel an die Aromatase und senkt dadurch den Estradiol-Spiegel im Blut um bis zu 80%. Weniger Estradiol bedeutet weniger Wassereinlagerung und ein geringeres Gynäkomastie-Risiko. Reversibel heißt: nach Absetzen normalisiert sich die Aromatase-Aktivität wieder.
Wirkorte
Wo Anastrozol in Studien wirkte
Punkt oder Karte antippen. Farbe = Aromatase, grau = in Studien beobachtet.
- Hormone im Blut
Aromatase im ganzen Körper zu 97 Prozent gehemmt, Estradiol rund 85 Prozent tiefer2
CYP19A1 - Hoden
Testosteron bei älteren Männern rund zwei Drittel höher3
In Studien beobachtet - Hypophyse
Weniger Estradiol-Rückmeldung, LH stieg3
In Studien beobachtet - Knochen
Knochendichte der Wirbelsäule sank bei älteren Männern, mehr Brüche als unter Tamoxifen5
In Studien beobachtet - Gelenke
Gelenkschmerzen häufiger als unter Tamoxifen (15 gegen 11 Prozent)7
In Studien beobachtet - Leber
Rund 85 Prozent des Abbaus laufen über die Leber7
In Studien beobachtet
Ziele in der Datenbank ChEMBL9
Wirkstoff CHEMBL1399 (Anastrozol): ein erfasster Mechanismus, Hemmer, direkte Bindung.
- Gen
- CYP19A1
- UniProt
- P11511
- ChEMBL
- CHEMBL1978
- Wirkung
- Hemmer, direkte Bindung
Anwendung und Dosierung
Dosierung
Dosierung, Titrationsplan und Spritze
Die Dosierung wird geladen …
- Einstieg und Steigerung als Treppe
- Einheiten auf der U-100-Spritze je Stufe
- Wie lange ein Vial reicht
Was die Forschung zeigt
Die große ATAC-Studie (Lancet Oncology, 2008) verglich Anastrozole mit Tamoxifen bei postmenopausalem frühem Brustkrebs über 100 Monate und etablierte die langfristige Wirksamkeit und Verträglichkeit von Anastrozole. Das ist die klinische Basis, aus der die Estrogen-senkende Potenz gut belegt ist.
Studienergebnisse
Was die Studien gemessen haben
Zum Ausprobieren: Reiter wechseln, Punkte antippen, Arme aus- und einblenden. Die Arme heißen relativ zueinander, keine Dosisempfehlung.
Hormone bei älteren Männern mit niedrigem Testosteron3
Veränderung gegenüber dem Ausgangswert, in Prozent (aus den Mittelwerten berechnet)
37 Männer zwischen 62 und 74 Jahren. Das Abstract nennt Mittelwerte vorher und nachher, etwa 343 auf 572 ng/dl Gesamt-Testosteron bei täglicher Gabe. Alle Veränderungen waren gegenüber Placebo signifikant, Placebo-Werte nennt das Abstract nicht. Estradiol blieb im Normalbereich.
Knochendichte der Wirbelsäule bei älteren Männern5
Veränderung nach einem Jahr, in Prozent (aus den Mittelwerten berechnet)
69 Männer ab 60 Jahren. Testosteron stieg nach drei Monaten um rund 64 Prozent, Estradiol sank um rund 20 Prozent. Die Knochendichte sank trotzdem: Aromatase-Hemmung verbesserte die Knochen dieser Männer nicht.
Estrogene im Blut, Anastrozol gegen Letrozol2
Mittlere Senkung in Prozent, je sechs Wochen im Wechsel
12 Frauen nach den Wechseljahren mit Brustkrebs. Die Aromatase im ganzen Körper war unter Anastrozol zu 97,3 Prozent gehemmt, unter Letrozol zu mehr als 99,1 Prozent.
Rückfall bei hormonempfindlichem frühem Brustkrebs1
Anteil mit Rückfall, in Prozent
Frauen nach den Wechseljahren, mittlere Beobachtung 100 Monate. Der Abstand wuchs auch nach dem Behandlungsende weiter. Bei der Gesamtsterblichkeit gab es keinen Unterschied.
Brustkrebs bei Frauen mit erhöhtem Risiko6
Anteil mit Brustkrebs nach median 5 Jahren, in Prozent (berechnet)
Berechnet aus 85 von 1.944 Frauen unter Placebo und 40 von 1.920 unter Anastrozol. Hazard Ratio 0,47. Todesfälle gleich verteilt (17 gegen 18).
Forschungsstand
Studienlage
Anastrozol ist seit 1995 zugelassen. Im Register ClinicalTrials.gov nennen 493 Studien Anastrozol unter den Interventionen, oft in der Krebstherapie. Gezeigt sind registrierte Studien mit Bezug zu diesem Eintrag. ATAC lief unter einer ISRCTN-Nummer. Stand 26.10.2026. 10
- Präklinik Entwicklung als nicht-steroidaler Aromatase-Hemmer
- Phase 1 keine registrierte Studie
- Phase 2 1 Studie, 1 abgeschlossen
- Phase 3 2 Studien, 2 abgeschlossen
- Zulassung in den USA seit 1995
Alle 3 Studien aus Phase 2 und 3 im ZeitverlaufZeitverlauf ausblenden
NCT00104572 · 44 Teilnehmende, Start 03/2004, Hauptendpunkt erreicht 12/2013. Prüft mehrere Wirkstoffe.
Registereintrag ↗ · Ergebnisse noch nicht in PubMed
IBIS-II · NCT00078832 · 3.864 Teilnehmende, Start 09/2003, Hauptendpunkt erreicht 12/2013.
Registereintrag ↗ · Ergebnisse: Cuzick et al., The Lancet, 2014
IBIS-II DCIS · NCT00072462 · 2.980 Teilnehmende, Start 09/2003, Hauptendpunkt erreicht 12/2015. Prüft mehrere Wirkstoffe.
Registereintrag ↗ · Ergebnisse noch nicht in PubMed
Balken: Start bis Hauptendpunkt (bei laufenden Studien geplant). Grün = abgeschlossen, blau = Fortschritt bis 26.10.2026.
Nebenwirkungen
- Zu niedriges Estradiol: Gelenkschmerzen, Libido-Verlust, Müdigkeit, schlechter Schlaf - das häufigste Problem bei Überdosierung.
- Lipide: sehr niedriges Estradiol verschlechtert das Cholesterin-Profil.
- Knochendichte: bei langer Anwendung relevant.
Verträglichkeit
Nebenwirkungen in ATAC
Von 100 Teilnehmenden je Gruppe: wie viele das Ereignis über rund 5 Jahre Behandlung hatten.
| Ereignis | Tamoxifen | Anastrozol |
|---|---|---|
| Hitzewallungen7 | 41 % | 36 % |
| Gelenkentzündung7 | 14 % | 17 % |
| Gelenkschmerzen7 | 11 % | 15 % |
| Osteoporose7 | 7 % | 11 % |
| Knochenbruch7 | 7 % | 10 % |
| Erhöhtes Cholesterin7 | 4 % | 9 % |
Werte aus der US-Fachinformation (ATAC, je rund 3.090 Frauen). Vergleich ist Tamoxifen, nicht Placebo. Brüche waren nur während der Behandlung häufiger, danach nicht mehr.71
Lagerung
Trocken und vor Licht geschützt lagern. Außerhalb der Reichweite von Kindern.