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Lexikon

Sildenafil

Der klassische PDE-5-Hemmer (bekannt als Viagra). Schneller Wirkeintritt, mittlere Wirkdauer, on-demand eingesetzt.

2 Min. Lesezeit 4 Quellen

Standbild aus dem Erklärvideo zu diesem Eintrag
Wirkstoff zugelassen · seit 1998Laborgeprüft im Shop

Keine Lust, alles zu lesen? Schau dir das Video an: der ganze Eintrag in rund einer Minute, von der Wirkung über die Studien bis zur Lagerung.

Kurzfassung

Auf einen Blick

Quellen geprüft am 26.10.2026

Erfolgreiche Versuche in der Zulassungsstudie
69 %

gegen 22 Prozent unter Placebo, letzte vier Wochen der Dosis-Steigerungsstudie1

Erfolgreiche Versuche
5,9 pro Monat

gegen 1,5 pro Monat unter Placebo1

Bis zum höchsten Spiegel
~60 Minuten

Median nüchtern, nach fettreichem Essen rund 60 Minuten später2

Halbwertszeit
~4 Stunden

gilt auch für das wirksame Abbauprodukt2

  • Sildenafil hemmt das Enzym PDE5. Dadurch bleibt der Botenstoff cGMP im Schwellkörper länger erhalten, die glatte Muskulatur entspannt sich und es strömt mehr Blut ein.42
  • Ohne sexuelle Erregung passiert laut Fachinformation nichts: der Auslöser bleibt das körpereigene Stickstoffmonoxid.2
  • In der Zulassungsstudie gelangen 69 Prozent der Versuche gegen 22 Prozent unter Placebo. Kopfschmerz, Gesichtsrötung und Magendrücken waren die häufigsten Nebenwirkungen.1
  • Nitrate und Stickstoffmonoxid-Spender sind laut Fachinformation ausgeschlossen, weil der Blutdruck gefährlich fallen kann.2
  • Laut ChEMBL ist Sildenafil seit 1998 zugelassen. Alles hier ist Forschungsstand und keine Empfehlung.4
Steckbrief

Stand Mai 2026

Klasse
PDE-5-Hemmer

auch Viagra

Anwendung
Oral

on-demand

Wirkdauer
~4 bis 6 Stunden
Timing
~30 bis 60 Minuten vorher
Größen
50 bis 160 mg

3 Größen im Shop

Inhalt 15 Abschnitte
  1. Auf einen Blick
  2. Titration
  3. Was ist Sildenafil?
  4. Wie es wirkt
  5. Einnahme
  6. Sildenafil vs Tadalafil
  7. Was die Forschung zeigt
  8. Studienlage
  9. Nebenwirkungen
  10. Sicherheit und Wechselwirkungen
  11. Lagerung
  12. Verwandte Wirkstoffe
  13. Häufige Fragen
  14. Begriffe
  15. Quellen

Einstieg

Gängige Dosierungen

On-Demand, etwa 30 bis 60 Minuten vorher, maximal einmal pro Tag. Fettiges Essen verzögert die Wirkung.

Dosierung. Die Dosierung wird geladen …

Was ist Sildenafil?

Sildenafil ist der bekannteste PDE-5-Hemmer und unter dem Markennamen Viagra weltberühmt geworden. Es wird für die erektile Funktion eingesetzt und ist einer der am besten untersuchten Wirkstoffe überhaupt.

Genommen wird es als Tablette bei Bedarf, etwa eine halbe bis eine Stunde vor der gewünschten Wirkung. Sildenafil wirkt relativ schnell und über ein mittleres Zeitfenster, was es zum klassischen "kurz vorher"-Mittel macht.

Wie es wirkt

Eine Erektion entsteht, wenn ein Botenstoff (cGMP) die Blutgefäße im Penis entspannt und so mehr Blut einströmt. Das Enzym PDE-5 baut diesen Botenstoff wieder ab. Sildenafil blockiert PDE-5, dadurch bleibt das Signal länger erhalten und die Erektion fällt leichter und stabiler aus.

Wichtig: Sildenafil ersetzt nicht die sexuelle Erregung, es verstärkt nur die natürliche Reaktion. Ohne Stimulation passiert nichts.

Wirkorte

Wo Sildenafil wirkt

Punkt oder Karte antippen. Farbe = PDE5, grau = in Studien beobachtet.

  1. Schwellkörper und Gefäße

    Mehr cGMP, die glatte Muskulatur entspannt sich, mehr Blut strömt ein2

    PDE5
  2. Auge

    Farbstich beim Sehen, weil auch PDE6 der Netzhaut leicht gehemmt wird2

    In Studien beobachtet
  3. Kopf

    Kopfschmerz bei 16 gegen 4 Prozent2

    In Studien beobachtet
  4. Magen

    Magendrücken bei 7 gegen 2 Prozent2

    In Studien beobachtet
  5. Leber

    Abbau vor allem über CYP3A4, ein wirksames Abbauprodukt entsteht2

    In Studien beobachtet

Ziele in der Datenbank ChEMBL4

Wirkstoff CHEMBL1737: ein erfasster Mechanismus, Hemmer, direkte Bindung.

Phosphodiesterase 5A
Gen
PDE5A
UniProt
O76074
ChEMBL
CHEMBL1827
Wirkung
Hemmer, direkte Bindung
Netz aus durchsichtigen, hellblau schimmernden Röhren, in zwei Ausbuchtungen je ein Molekülmodell aus blauen, hellblauen und weißen Kugeln
Sildenafil hemmt PDE5, das Signal im Gewebe hält länger. Symbolbild.

Einnahme

Sildenafil wird als Tablette geschluckt, etwa 30 bis 60 Minuten vor der Aktivität.

  • Eine fettreiche Mahlzeit verzögert und schwächt die Wirkung deutlich. Deshalb mit etwas Abstand zum Essen nehmen, am besten auf eher leeren Magen.
  • Maximal einmal pro Tag.
  • Alkohol in größeren Mengen kann die Wirkung verschlechtern.
Weiße Tablettendose mit dunklem Etikett für Sildenafil, davor vier weiße Tabletten, daneben eine Sanduhr und ein Glas Wasser auf einem hellen Tisch
Die Wirkung setzt nicht sofort ein, fettreiches Essen verzögert sie. Symbolbild.

Sildenafil vs Tadalafil

Die beiden meistverglichenen PDE-5-Hemmer. Der Kern-Unterschied ist die Wirkdauer:

  • Sildenafil wirkt rund 4 bis 6 Stunden, schneller Eintritt, klassisch kurz vorher genommen. Reagiert empfindlicher auf fettiges Essen.
  • Tadalafil wirkt bis zu 36 Stunden ("Wochenend-Pille") und entkoppelt die Einnahme zeitlich von der Aktivität. Weniger empfindlich gegenüber Essen, kann auch täglich niedrig dosiert werden.

Kurz: Sildenafil für planbare, einzelne Gelegenheiten, Tadalafil für mehr Spontaneität über einen längeren Zeitraum. Welches besser passt, ist individuell.

Vergleich

Vier PDE-5-Hemmer im Lexikon

Alle vier hemmen dasselbe Enzym. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie schnell sie wirken und wie lange, so wie im TPD-Lexikon beschrieben. Ein Klick öffnet den Eintrag.

Vereinfacht: Sildenafil wirkt einige Stunden, Tadalafil deutlich länger. 42

Was die Forschung zeigt

Sildenafil ist extrem gut belegt. In der Zulassungsstudie (Goldstein, 1998) stieg die Erfolgsrate bei den Anwendern dosisabhängig deutlich an, in der Dosis-Eskalations-Gruppe waren rund 69 Prozent der Versuche erfolgreich gegenüber 22 Prozent unter Placebo. Auf dieser Basis wurde Sildenafil zugelassen und ist seitdem millionenfach untersucht und eingesetzt worden.

Die Studie mit Link findest du unten im Quellenblock.

Studienergebnisse

Was die Studien gemessen haben

Zum Ausprobieren: Reiter wechseln, Punkte antippen, Arme aus- und einblenden. Die Arme heißen relativ zueinander, keine Dosisempfehlung.

Anteil erfolgreicher Versuche1

329 Männer, flexible Dosis-Steigerung über 12 Wochen, letzte vier Wochen

Dosis-Steigerungsstudie1
Placebo 22 %
Sildenafil 69 %

Pro Monat gelangen im Mittel 5,9 statt 1,5 Versuche. In der zweiten Studie mit 532 Männern besserte sich die Erektion mit steigender Dosis, 92 Prozent schlossen die anschließende offene Verlängerung ab.

Aufgeschnittenes, durchsichtiges Modell eines Blutgefäßes mit roten Blutkörperchen auf einem weißen Ständer, daneben eine rosa-weiße Rose in einem Glas Wasser vor einem hellen Fenster
Mehr Blutfluss im Gewebe ist der Kern der Wirkung. Symbolbild.

Forschungsstand

Studienlage

Sildenafil ist seit 1998 zugelassen. Im Register ClinicalTrials.gov nennen 494 Studien Sildenafil unter den Interventionen, auch zu anderen Fragen als der Erektion. Die Zulassungsstudie lief vor dem Register. Gezeigt sind drei abgeschlossene Studien nach der Zulassung. Stand 26.10.2026. 3

  1. Präklinik Wirkprinzip: Hemmung der Phosphodiesterase 5
  2. Phase 1 keine registrierte Studie
  3. Phase 2 keine registrierte Studie
  4. Phase 3 keine registrierte Studie
  5. Zulassung seit 1998
Zugelassen: ChEMBL führt Sildenafil mit höchster Phase 4 und erster Zulassung 1998.4
Alle 3 Studien aus Phase 4 im ZeitverlaufZeitverlauf ausblenden 3 abgeschlossen 0 laufend 0 mit Ergebnissen
Phase 4

Balken: Start bis Hauptendpunkt (bei laufenden Studien geplant). Grün = abgeschlossen, blau = Fortschritt bis 26.10.2026.

Nebenwirkungen

Die häufigsten Effekte sind mild und kommen vom Mechanismus: Kopfschmerzen, Gesichtsrötung (Flush), verstopfte Nase, manchmal Sodbrennen. Gelegentlich ein blau-stichiges oder verschwommenes Sehen, das vorübergeht. Meist sind die Effekte dosisabhängig.

Verträglichkeit

Nebenwirkungen gegen Placebo

Von 100 Teilnehmenden je Gruppe: wie viele das Ereignis über 2 bis 26 Wochen hatten.

4 von 100 Placebo
16 von 100 Sildenafil
Ereignis PlaceboSildenafil
Kopfschmerz2 4 %16 %
Gesichtsrötung (Flush)2 1 %10 %
Magendrücken2 2 %7 %
Verstopfte Nase2 2 %4 %
Sehstörung2 0 %3 %
Sehstörung nach fester Dosis2 1 %0 %

Die Sehstörung war meist ein Farbstich, mehr Lichtempfindlichkeit oder verschwommenes Sehen, leicht und vorübergehend. Abgebrochen haben wegen Nebenwirkungen 2,5 Prozent unter Sildenafil und 2,3 Prozent unter Placebo.2

Sicherheit und Wechselwirkungen

Ein Punkt ist nicht verhandelbar und der wichtigste hier: PDE-5-Hemmer dürfen niemals mit Nitraten kombiniert werden. Dazu gehören Herz-Nitrate (z.B. Nitroglycerin) und auch "Poppers" (Amylnitrit). Die Kombination kann den Blutdruck gefährlich stark abfallen lassen.

Vorsicht auch bei Alpha-Blockern (Blutdruck) und bei bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wer Vorerkrankungen hat oder Medikamente nimmt, sollte das vorher ärztlich abklären. Das ist kein Bereich für Experimente.

Lagerung

Die Tabletten trocken, bei Raumtemperatur und vor Licht geschützt lagern, außerhalb der Reichweite von Kindern. Originalverpackung verschlossen halten und das Verfallsdatum beachten.

Drei weiße Tablettendosen in einem hellen Regal neben einem gefalteten hellblauen Handtuch
Trocken, bei Raumtemperatur und vor Licht geschützt. Symbolbild.

Verwandt

Verwandte Wirkstoffe

Gleiche Ansatzpunkte, Blends mit Sildenafil oder ein anderer Weg: alles im TPD-Lexikon.

FAQ

Häufige Fragen zu Sildenafil

Kurze Antworten, jede mit den Quellen unten belegt.

Wie wirkt Sildenafil?

Bei Erregung wird im Schwellkörper Stickstoffmonoxid frei. Das erhöht den Botenstoff cGMP, die glatte Muskulatur entspannt sich und Blut strömt ein. PDE5 baut cGMP wieder ab. Sildenafil hemmt PDE5, das Signal hält länger. Ohne Erregung hat es laut Fachinformation keine Wirkung.2

Ist Sildenafil zugelassen?

Ja. ChEMBL führt Sildenafil als zugelassenen Wirkstoff mit erster Zulassung 1998. Im Register ClinicalTrials.gov nennen 494 Studien Sildenafil unter den Interventionen (Stand 26. Oktober 2026). Alles hier ist Forschungsstand und keine Empfehlung.43

Was zeigte die Zulassungsstudie?

Goldstein und Kollegen prüften zwei Studien. In der ersten mit 532 Männern besserte sich die Erektion mit steigender Dosis, bei der höchsten Studiendosis von 100 mg verdoppelte sich der Wert für das Erreichen einer Erektion. In der zweiten mit 329 Männern gelangen 69 statt 22 Prozent der Versuche.1

Warum spielt das Essen eine Rolle?

Laut Fachinformation wird der höchste Spiegel nüchtern nach im Median 60 Minuten erreicht. Nach einer fettreichen Mahlzeit kommt er im Mittel 60 Minuten später und fällt um 29 Prozent niedriger aus.2

Warum nie zusammen mit Nitraten?

Nitrate geben selbst Stickstoffmonoxid ab. Zusammen mit Sildenafil verstärkt sich die Blutdrucksenkung, deshalb sind organische Nitrate und Nitrite in jeder Form laut Fachinformation ausgeschlossen. Dasselbe gilt für Mittel wie Riociguat. Vorsicht gilt auch bei Alpha-Blockern und anderen Blutdruckmitteln.2

Woher kommt der Farbstich beim Sehen?

Sildenafil hemmt PDE5 nur etwa zehnmal stärker als PDE6, ein Enzym der Netzhaut. Bei der höchsten festen Studiendosis berichteten 11 Prozent eine Sehstörung, unter Placebo 1 Prozent. Bei plötzlichem Sehverlust nennt die Fachinformation sofortiges Absetzen und ärztliche Hilfe.2

Was, wenn eine Erektion nicht nachlässt?

Hält eine Erektion länger als 4 Stunden an, nennt die Fachinformation das einen Notfall. Ein höherer Spiegel, etwa durch starke CYP3A4-Hemmer wie Ritonavir, macht Blutdruckabfall, Ohnmacht und lange Erektionen wahrscheinlicher.2

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Gepunktet unterstrichene Wörter im Text zeigen diese Erklärungen direkt an.

cGMP
Botenstoff in der Zelle, der glatte Muskulatur entspannt und so Gefäße weitet.
CYP3A4
Leberenzym, das viele Wirkstoffe abbaut. Hemmt etwas dieses Enzym, steigt der Spiegel anderer Mittel.
Flush
Plötzliche Rötung und Wärme im Gesicht durch weitere Gefäße.
NAION
Durchblutungsstörung am Sehnerv mit plötzlichem Sehverlust. Selten, steht als Warnung in der Fachinformation.
Nitrate
Mittel, die Stickstoffmonoxid abgeben, etwa bei Angina. Dazu zählen auch Poppers.
PDE5
Phosphodiesterase 5, ein Enzym, das den Botenstoff cGMP im Schwellkörper abbaut.
PDE6
Verwandtes Enzym in der Netzhaut, das für das Sehen gebraucht wird.
Priapismus
Erektion, die stundenlang nicht nachlässt. Ein Notfall, weil das Gewebe Schaden nehmen kann.
Schwellkörper
Schwammartiges Gewebe im Penis, das sich mit Blut füllt.
Stickstoffmonoxid
Gas, das der Körper als Signal bildet. Es startet die Kette, die zur Erektion führt.

Evidenz

Quellen

Alle 4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden 1 Studien1 Studienregister2 Datenbank geprüft am 26.10.2026

Studien

  1. Zulassungsstudien zu Sildenafil bei Erektionsstörung

    Goldstein et al., New England Journal of Medicine, 1998

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed

Studienregister

  1. Studien zu Sildenafil im Register ClinicalTrials.gov

    ClinicalTrials.gov, U.S. National Library of Medicine

    Geprüft am 26.10.2026 über ClinicalTrials.gov API v2

Datenbank

  1. US-Fachinformation zu Sildenafil

    DailyMed, U.S. National Library of Medicine (Stand 17.11.2023)

    Geprüft am 26.10.2026 über DailyMed, openFDA
  2. Wirkmechanismus und Zulassung in ChEMBL

    ChEMBL, EMBL-EBI (CHEMBL192, Mechanismus am Citrat CHEMBL1737)

    Geprüft am 26.10.2026 über ChEMBL

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