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Lexikon

Reta + Tesamorelin Blend

Injizierbares Experiment aus zwei Peptiden in einem Vial - ohne Humandaten zur Kombination, ohne etablierte Dosierung.

5 Min. Lesezeit 15 Quellen

Reta-plus-Tesamorelin-Blend-Vial mit weißem Pulver und schwarzem TPD-Etikett auf einem weißen Podest, daneben zwei blaue 3D-Peptidketten in einem hellen Labor
Retatrutide in Phase 3 · nicht zugelassen

Kurzfassung

Auf einen Blick

Quellen geprüft am 26.10.2026

Zur Mischung
0 Studien

keine Studie mit Retatrutide und Tesamorelin zusammen, Stand 26.10.202613

Retatrutide allein, Phase 2
-24,2 %

Körpergewicht nach 48 Wochen, höchste Studiendosis (Placebo -2,1 %)1

Tesamorelin allein, Bauchfett
-15,4 %

viszerales Fett nach 26 Wochen, Unterschied zu Placebo, 806 Patienten mit HIV4

Phase 3 der Bestandteile
16 Studien

14 mit Retatrutide, 2 mit Tesamorelin, Stand 26.10.202612

  • Der Blend verbindet Retatrutide (Triple-Agonist an GLP-1, GIP und Glukagon) und Tesamorelin (Analog des Hormons GHRH) im festen Verhältnis 1:1.1415
  • Zur Mischung gibt es keine Studie. Alle Zahlen stammen aus Studien der Bestandteile, die einzeln und in eigenem Rhythmus gegeben wurden: Retatrutide einmal pro Woche, Tesamorelin täglich.1313
  • Retatrutide allein senkte das Körpergewicht in Phase 2 nach 48 Wochen in der höchsten Studiendosis um 24,2 Prozent. Eine Meta-Analyse mit 878 Teilnehmenden fand im Mittel 14,33 Prozentpunkte mehr Abnahme als unter Placebo.12
  • Tesamorelin senkte bei HIV mit zu viel Bauchfett das viszerale Fett in 26 Wochen um 15,4 Prozent stärker als Placebo. In den USA ist es dafür seit 2010 zugelassen.411
  • Retatrutide ist nicht zugelassen (Phase 3). Alles hier ist Forschungsstand und keine Empfehlung.14
Steckbrief

Stand Juni 2026

Typ
Injizierbares Blend

Triple-Agonist + GHRH-Analog

Route
Subkutan, rekonstituiert

Lyophilisat

Datenlage
Keine Humandaten für die Kombination
Vial
20 mg pro Vial

10 mg Reta + 10 mg Tesa, 10 Vials

Größen
20 mg

1 Größe im Shop

Inhalt 14 Abschnitte
  1. Auf einen Blick
  2. Was ist Reta + Tesamorelin Blend?
  3. Wie es wirkt
  4. Anwendung und Rekonstitution
  5. Dosierung
  6. Was die Forschung zeigt
  7. Studienlage
  8. Nebenwirkungen
  9. Praxis
  10. Lagerung
  11. Verwandte Wirkstoffe
  12. Häufige Fragen
  13. Begriffe
  14. Quellen

Zubehör

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Was ist Reta + Tesamorelin Blend?

Das hier ist ein injizierbares Blend aus zwei sehr unterschiedlichen Forschungssubstanzen: Retatrutide (ein GLP-1/GIP/Glukagon-Triple-Agonist aus der Stoffwechsel-Forschung) und Tesamorelin (ein GHRH-Analog, das die körpereigene Wachstumshormon-Ausschüttung anstoßen soll). Beide haben eigene Lexikon-Einträge als Einzel-Originale - dort findest du die belastbare Studienlage.

Wichtig und ehrlich vorweg: Das ist ein experimentelles Konstrukt. Es kommt als gefriergetrocknetes Pulver, das du mit bakteriostatischem Wasser rekonstituierst und subkutan spritzt - also der Weg, auf dem beide Wirkstoffe auch in den Studien gegeben wurden. Der Haken ist die feste 1:1-Mischung (10 mg Reta + 10 mg Tesa pro Vial): Beide Peptide haben völlig unterschiedliche typische Wochendosen, deshalb passt eine gemeinsame Dosis nie für beide gleichzeitig. Es gibt keine Humanstudie zu genau dieser Kombination - weder zur Wirksamkeit noch zur idealen Dosis. Was du hier liest, ordnet die Pharmakologie ein, ersetzt aber keine Daten zur Kombi, die es schlicht nicht gibt.

Diese Information dient ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Keine medizinischen Empfehlungen.

Vergleich

Stoffwechsel und Wachstumshormon-Achse

Welche Rezeptoren der Wirkstoff anspricht, so wie im TPD-Lexikon beschrieben. Ein Klick öffnet den Eintrag.

Vereinfacht: Die beiden Bestandteile setzen an völlig verschiedenen Systemen an. Die Mischung selbst ist nicht untersucht. 101415

Wie es wirkt

Auf dem Papier sind das zwei komplett getrennte Mechanismen:

  • Retatrutide aktiviert drei Rezeptoren gleichzeitig - GLP-1, GIP und Glukagon. Studien deuten auf Appetit-Dämpfung, verlangsamte Magenentleerung und über den Glukagon-Arm einen erhöhten Energieverbrauch hin.
  • Tesamorelin ahmt GHRH nach und soll die Hypophyse zur pulsatilen Ausschüttung von Wachstumshormon anregen, was den IGF-1-Spiegel hebt. Im Forschungskontext wurde es vor allem mit der Reduktion von viszeralem Bauchfett in Verbindung gebracht.

Der entscheidende Haken bei der festen Mischung: Reta wirkt schon im Bereich weniger Milligramm pro Woche, Tesamorelin wird in Studien dagegen im Milligramm-Bereich pro Tag gegeben. In einem 50/50-Vial kannst du nicht beide gleichzeitig in ihrem jeweils sinnvollen Bereich treffen - dosierst du auf Reta, ist die Tesa-Menge niedrig; dosierst du auf Tesa, wird die Reta-Menge schnell zu hoch. Pharmakologisch ist dieses Blend damit ein Kompromiss, kein optimiertes Kombi-Präparat.

Wirkorte

Wo die Bestandteile wirken

Punkt oder Karte antippen. Farbe = Rezeptor, grau = in Studien beobachtet. Alles aus Studien der Bestandteile, nicht zur Mischung.

  1. Gehirn

    Weniger Nahrungsaufnahme über Retatrutide (Tiermodell)10

    GLP-1GIP
  2. Leber

    Leberfett unter Retatrutide stark gesunken (Teilstudie)8

    Glukagon
  3. Bauchfett

    Viszerales Fett unter Tesamorelin gesunken, Unterhautfett kaum verändert (HIV)4

    In Studien beobachtet
  4. Blutwerte

    IGF-1 stieg unter Tesamorelin, Blutzucker blieb in den Studien stabil4

    GHRH
  5. Herz

    Puls stieg unter Retatrutide dosisabhängig leicht an1

    In Studien beobachtet

Ziele in der Datenbank ChEMBL14

Wirkstoff CHEMBL5095485 + CHEMBL1237026: vier erfasste Mechanismen, Art der Wirkung je Karte.

GLP-1-Rezeptor (Retatrutide)
Gen
GLP1R
UniProt
P43220
ChEMBL
CHEMBL1784
Wirkung
Agonist, direkte Bindung
GIP-Rezeptor (Retatrutide)
Gen
GIPR
UniProt
P48546
ChEMBL
CHEMBL4383
Wirkung
Agonist, direkte Bindung
Glukagon-Rezeptor (Retatrutide)
Gen
GCGR
UniProt
P47871
ChEMBL
CHEMBL1985
Wirkung
Agonist, direkte Bindung
GHRH-Rezeptor (Tesamorelin)
Gen
GHRHR
UniProt
Q02643
ChEMBL
CHEMBL2032
Wirkung
Agonist, Mechanismus in ChEMBL
Abstrakte Darstellung: links ein Haufen gläserner Zellen, an deren Rezeptoren blaue Molekülketten andocken, rechts eine gläserne Zelle, die kleine Kugeln ausschüttet
Zwei getrennte Wege: Stoffwechsel und Wachstumshormon. Symbolbild.

Anwendung und Rekonstitution

Dosierung. Die Dosierung wird geladen …

Dosierung

Dosierung

Dosierung, Titrationsplan und Spritze

Die Dosierung wird geladen …

  • Einstieg und Steigerung als Treppe
  • Einheiten auf der U-100-Spritze je Stufe
  • Wie lange ein Vial reicht

Was die Forschung zeigt

Für die Kombination selbst gibt es nichts - keine klinischen Studien, keine Pharmakokinetik-Daten, keine Wirksamkeitsnachweise für genau dieses Reta-plus-Tesa-Vial. Das muss man klar so sagen.

Was existiert, sind robuste Daten zu den Einzel-Originalen (jeweils subkutan):

  • Retatrutide: In einer Phase-2-Studie über 48 Wochen (subkutan, wöchentlich) zeigte sich bei der höchsten Dosis eine mittlere Gewichtsreduktion von rund 24% gegenüber Placebo. Eine Meta-Analyse über 878 Patienten bestätigte deutliche Effekte auf Gewicht und Stoffwechsel-Parameter.
  • Tesamorelin: Phase-3-Studien bei Patienten mit viszeraler Fettansammlung zeigten über 6 bis 12 Monate (subkutan, täglich) eine Reduktion des viszeralen Fetts um etwa 15 bis 18% sowie einen Anstieg von IGF-1, bei generell guter Verträglichkeit.

Diese Befunde gelten für die jeweilige Mono-Anwendung in ihrer eigenen, studien-typischen Dosis. Ob eine feste 50/50-Mischung, bei der keiner der beiden in seinem Idealbereich läuft, dieselben Effekte bringt, ist offen.

Studienergebnisse

Was die Studien gemessen haben

Zum Ausprobieren: Reiter wechseln, Punkte antippen, Arme aus- und einblenden. Die Arme heißen relativ zueinander, keine Dosisempfehlung.

Körpergewicht über 48 Wochen, Retatrutide allein1

Mittlere Veränderung in Prozent, Phase-2-Studie mit 338 Teilnehmenden

0-5 %-10 %-15 %-20 %-25 % Woche 0Woche 24Woche 48 -2,1 %-8,7 %-17,1 %-22,8 %-24,2 %

Placebo: Woche 0 0,0 %, Woche 24 -1,6 %, Woche 48 -2,1 %. Retatrutide Stufe 1 (niedrigste): Woche 0 0,0 %, Woche 24 -7,2 %, Woche 48 -8,7 %. Retatrutide Stufe 2: Woche 0 0,0 %, Woche 24 -12,9 %, Woche 48 -17,1 %. Retatrutide Stufe 3: Woche 0 0,0 %, Woche 24 -17,3 %, Woche 48 -22,8 %. Retatrutide Stufe 4 (höchste, 12 mg): Woche 0 0,0 %, Woche 24 -17,5 %, Woche 48 -24,2 %.

Gezeigt sind nur die Messpunkte aus dem Abstract (Woche 0, 24 und 48). Stufe 2 und 3 fassen je zwei Gruppen mit unterschiedlicher Startdosis zusammen. Studie mit Retatrutide allein, nicht mit dem Blend.

Viszerales Bauchfett, Tesamorelin allein34

Mittlere Veränderung in Prozent, gemessen per CT, Patienten mit HIV und zu viel Bauchfett

Phase-3-Studie, 26 Wochen3
Placebo -0,6 %
Tesamorelin -10,9 %
Weiter mit Tesamorelin bis Woche 524 Gruppe, die durchgehend Tesamorelin bekam, beide Studien zusammen
Tesamorelin -17,5 %

Werte aus den Abstracts. Wer nach 26 Wochen auf Placebo wechselte, verlor den Effekt schnell wieder. Tesamorelin wurde täglich gegeben, ohne Retatrutide.

Leber aus klarem Glas und ein gelbes Läppchen Fettgewebe in einer Glasvitrine auf weißem Sockel in einem hellen Labor
Studien gibt es nur zu den Bestandteilen. Symbolbild.

Forschungsstand

Studienlage

Zur Mischung gibt es keine registrierte Studie. Hier stehen die Studien der beiden Bestandteile mit Stand, Teilnehmenden und Ergebnissen. Stand 26.10.2026. 12

  1. Präklinik Zellversuche und Tiermodelle der Bestandteile
  2. Phase 1 2 Studien zu Bestandteilen, 2 abgeschlossen
  3. Phase 2 4 Studien zu Bestandteilen, 4 abgeschlossen
  4. Phase 3 16 Studien zu Bestandteilen, 7 abgeschlossen
  5. Zulassung noch nicht
21.539 Teilnehmende in Phase 3 Bei laufenden Studien geplante Zahlen Keine Zulassung für die Mischung. Tesamorelin ist in den USA seit 2010 zugelassen, nur gegen zu viel Bauchfett bei HIV mit Lipodystrophie. Retatrutide ist nicht zugelassen, ChEMBL führt es mit höchster Phase 3.14
Alle 20 Studien aus Phase 2 und 3 im ZeitverlaufZeitverlauf ausblenden 11 abgeschlossen 9 laufend 5 mit Ergebnissen
Phase 2
Phase 3

Balken: Start bis Hauptendpunkt (bei laufenden Studien geplant). Grün = abgeschlossen, blau = Fortschritt bis 26.10.2026. Phase 1: 2 Studien zu Verträglichkeit und Pharmakokinetik, nicht als Balken gezeigt.

Nebenwirkungen

Weil es keine Daten zur Kombination gibt, lassen sich Nebenwirkungen nur von den Einzel-Originalen ableiten:

  • Vom Retatrutide-Arm (GLP-1/GIP/Glukagon): In den Studien standen gastrointestinale Effekte im Vordergrund - Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung. Sie waren dosisabhängig und meist mild bis moderat. Beobachtet wurden außerdem dosisabhängige Anstiege der Herzfrequenz.
  • Vom Tesamorelin-Arm (GHRH): Berichtet wurden u.a. Reaktionen an der Einstichstelle, Gelenk- und Gliederbeschwerden, Wassereinlagerungen und gelegentlich Kribbeln. Die Glukose-Parameter blieben in den Studien weitgehend stabil.

Im festen Blend addieren sich beide Profile. Weil der Reta-Anteil beim Hochdosieren zuerst limitiert, sind GI-Beschwerden der wahrscheinlichste Grund, warum man nicht weiter hoch kann. Ein Sicherheitsprofil für genau diese Kombination existiert nicht - hier ist entsprechend viel Unsicherheit im Spiel.

Verträglichkeit

Häufigkeit in Studien der Bestandteile

Anteil mit dem Ereignis in den Phase-3-Studien der Bestandteile. Zur Mischung gibt es keine Daten.

8 von 100 Placebo
14 von 100 Retatrutide, niedrigste Studiendosis
21 von 100 Retatrutide, mittlere Studiendosis
28 von 100 Retatrutide, höchste Studiendosis (12 mg)
Ereignis PlaceboRetatrutide, niedrigste StudiendosisRetatrutide, mittlere StudiendosisRetatrutide, höchste Studiendosis (12 mg)
Übelkeit (Retatrutide, TRIUMPH-2)7 8 %14 %21 %28 %
Durchfall (Retatrutide, TRIUMPH-2)7 13 %27 %34 %34 %
Reaktion an der Einstichstelle (Tesamorelin)11 6 %0 %0 %0 %
Gelenkschmerzen (Tesamorelin)11 11 %0 %0 %0 %
Wassereinlagerung in Beinen oder Armen (Tesamorelin)11 2 %0 %0 %0 %

Gerundete Werte. Retatrutide aus dem Abstract von TRIUMPH-2 (80 Wochen), Tesamorelin aus der US-Fachinformation (erste 26 Wochen, beide Phase-3-Studien). Im Blend kämen beide Profile zusammen.711

Praxis

Praktische Einordnung in Klartext: Dieses Blend ist ein Versuchsaufbau, kein ausgereiftes Kombi-Präparat. Wer die belastbare Forschung zu Retatrutide oder Tesamorelin sucht, schaut sich die Einzel-Lexikon-Einträge der beiden Originale an - dort liegt die ganze Studienlage.

  1. Reta und Tesa haben stark unterschiedliche typische Dosen - eine feste 1:1-Mischung trifft nie beide gleichzeitig ideal.

  2. Dosier reta-verankert (der potente Anteil zuerst), sonst riskierst du eine Reta-Überdosis auf der Jagd nach mehr Tesa.

  3. Keine Humandaten zur Kombi heißt auch: keine Aussage zur Langzeit-Sicherheit genau dieser Mischung.

Ein Glas Wasser, eine Schüssel mit grünem Gemüse, eine Schale mit Beeren und ein weißes Notizbuch auf einer hellen Küchenarbeitsplatte

Wenn du gezielt einen der beiden Mechanismen ausreizen willst, sind die Einzel-Injektions-Einträge der ehrlichere und sauberere Startpunkt. Dieses Blend bleibt experimentell.

Lagerung

Das ungeöffnete, gefriergetrocknete Vial kühl und dunkel lagern. Angemischt im Kühlschrank (2 bis 8 Grad) mindestens 4 bis 6 Monate haltbar. Bakteriostatisches Wasser als Lösungsmittel hemmt Keimwachstum. Nicht einfrieren, vor Hitze und direktem Licht schützen.

Haltbarkeit

Wie lange es hält

Ungelöst (Pulver) Kühl und dunkel

Das ungelöste Pulver kühl und vor Licht geschützt lagern.

Gelöst (angemischt) Kühlschrank, 2 bis 8 Grad, nicht einfrieren

Mindestens 4 bis 6 Monate haltbar. Bakteriostatisches Wasser als Lösungsmittel hemmt Keimwachstum.

  • Dunkel lagern
  • Gelöst: 2 bis 8 Grad
  • Anmischdatum notieren
Neun Vials mit weißem Pulver und blauen Kappen im Türfach eines hellen Kühlschranks
Gelöst in den Kühlschrank (2 bis 8 Grad), dort mindestens 4 bis 6 Monate haltbar, nicht einfrieren. Symbolbild.

Verwandt

Verwandte Wirkstoffe

Gleiche Rezeptoren oder Blends mit Reta + Tesamorelin Blend: alles im TPD-Lexikon.

FAQ

Häufige Fragen zu Reta + Tesamorelin Blend

Kurze Antworten, jede mit den Quellen unten belegt.

Ist der Reta + Tesamorelin Blend zugelassen oder untersucht?

Nein. Am 26. Oktober 2026 steht im Register ClinicalTrials.gov keine Studie mit Retatrutide und Tesamorelin zusammen. Tesamorelin allein ist in den USA seit 2010 zugelassen, Retatrutide ist in Phase 3 und nicht zugelassen.131415

Wo liegt der Haken an der festen Mischung?

Die beiden Wirkstoffe wurden in ganz unterschiedlichen Rhythmen untersucht: Retatrutide einmal pro Woche, Tesamorelin täglich. In einem 1:1-Vial lassen sich die Bereiche aus beiden Studienprogrammen nicht gleichzeitig treffen. Der Eintrag richtet sich deshalb am Retatrutide-Anteil aus.13

Was zeigen die Studien zu Retatrutide?

In Phase 2 sank das Körpergewicht nach 48 Wochen in der höchsten Studiendosis um 24,2 Prozent, unter Placebo um 2,1 Prozent. In Phase 3 (TRIUMPH-1) waren es nach 80 Wochen 25,0 gegen 3,9 Prozent. Eine Meta-Analyse mit 878 Teilnehmenden bestätigte deutliche Effekte auf Gewicht und Stoffwechselwerte.162

Was zeigen die Studien zu Tesamorelin?

Bei 806 Patienten mit HIV und zu viel Bauchfett sank das viszerale Fett in 26 Wochen um 15,4 Prozent stärker als unter Placebo, das Unterhautfett blieb fast gleich. IGF-1 stieg, der Blutzucker blieb stabil. Wer weitermachte, hielt den Effekt bis Woche 52.45

Welche Nebenwirkungen wurden bei den Bestandteilen beobachtet?

Retatrutide: vor allem Übelkeit, Durchfall und andere Magen-Darm-Beschwerden, abhängig von der Dosis, dazu ein leichter Anstieg des Pulses. Tesamorelin: Reaktionen an der Einstichstelle, Gelenk- und Muskelschmerzen, Wassereinlagerungen und Kribbeln. Ein Sicherheitsprofil für die Mischung gibt es nicht.7111

Welche Studien laufen noch?

Zu Retatrutide laufen neun Phase-3-Studien, die größte zu Herz- und Nierenereignissen bis 2029. Die Phase-3-Studien zu Tesamorelin sind seit Jahren abgeschlossen. Eine Studie zur Mischung steht nicht im Register.1213

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Gepunktet unterstrichene Wörter im Text zeigen diese Erklärungen direkt an.

Agonist
Ein Stoff, der an einen Rezeptor bindet und ihn aktiviert, so wie es der körpereigene Botenstoff tut. Ein Triple-Agonist aktiviert drei verschiedene Rezeptoren.
GHRH
Growth hormone-releasing hormone: Botenstoff aus dem Gehirn, der die Hirnanhangdrüse Wachstumshormon ausschütten lässt.
GIP
Glukoseabhängiges insulinotropes Polypeptid: zweites Darmhormon, das bei hohem Blutzucker die Insulinfreisetzung verstärkt.
GLP-1
Glucagon-like Peptide 1: Darmhormon, das Insulin freisetzt, die Magenentleerung bremst und im Gehirn satt macht.
Glukagon
Hormon der Bauchspeicheldrüse. Es kann den Blutzucker heben und erhöht in der Leber den Fettabbau und den Energieverbrauch.
IGF-1
Wachstumsfaktor, den vor allem die Leber unter Wachstumshormon bildet. Er dient als Messwert für die Wirkung.
Lipodystrophie
Gestörte Fettverteilung, bei HIV-Therapie oft mehr Fett im Bauch und weniger an Armen und Beinen.
Lyophilisat
Gefriergetrocknetes Pulver. Ohne Wasser ist ein Peptid so deutlich länger haltbar.
Meta-Analyse
Gemeinsame Auswertung mehrerer Studien, um ein genaueres Gesamtergebnis zu bekommen.
Placebo
Scheinpräparat ohne Wirkstoff. Der Vergleich damit zeigt, was am Wirkstoff selbst liegt.
Subkutan
In das Fettgewebe direkt unter der Haut.
Viszerales Fett
Fett im Bauchraum rund um die Organe, im Unterschied zum Fett direkt unter der Haut.

Evidenz

Quellen

Alle 15 Quellen anzeigenQuellen ausblenden 10 Studien2 Studienregister3 Datenbank geprüft am 26.10.2026

Studien

  1. Retatrutide: Phase-2-Studie zu Adipositas

    Jastreboff et al., New England Journal of Medicine, 2023

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  2. Retatrutide: Meta-Analyse aus drei Studien mit 878 Teilnehmenden

    Abdrabou Abouelmagd et al., Baylor University Medical Center Proceedings, 2025

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  3. Tesamorelin: Phase-3-Studie zu Bauchfett bei HIV mit Verlängerung

    Falutz et al., Journal of Acquired Immune Deficiency Syndromes, 2010

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  4. Tesamorelin: gemeinsame Auswertung beider Phase-3-Studien

    Falutz et al., Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 2010

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  5. Tesamorelin: erste Phase-3-Studie zu Bauchfett bei HIV

    Falutz et al., New England Journal of Medicine, 2007

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  6. Retatrutide: Phase-3-Studie TRIUMPH-1 zu Adipositas

    Jastreboff et al., New England Journal of Medicine, 2026

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  7. Retatrutide: Phase-3-Studie TRIUMPH-2 mit Typ-2-Diabetes

    Bellido et al., The Lancet, 2026

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  8. Retatrutide: Phase-2a-Teilstudie zu Leberfett (MASLD)

    Sanyal et al., Nature Medicine, 2024

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  9. Retatrutide: Phase-1b-Studie mit Halbwertszeit

    Urva et al., The Lancet, 2022

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  10. Retatrutide: Entdeckung und Pharmakologie des Triple-Agonisten

    Coskun et al., Cell Metabolism, 2022

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed

Studienregister

  1. Studien der Bestandteile im Register ClinicalTrials.gov

    ClinicalTrials.gov, U.S. National Library of Medicine

    Geprüft am 26.10.2026 über ClinicalTrials.gov API v2
  2. Suche nach Retatrutide und Tesamorelin zusammen (keine Studie)

    ClinicalTrials.gov, U.S. National Library of Medicine

    Geprüft am 26.10.2026 über ClinicalTrials.gov API v2

Datenbank

  1. Tesamorelin: US-Fachinformation (Zulassung, Nebenwirkungen)

    DailyMed, U.S. National Library of Medicine

    Geprüft am 26.10.2026 über DailyMed
  2. Retatrutide: Wirkmechanismus und Ziele in ChEMBL

    ChEMBL, EMBL-EBI (CHEMBL5095485)

    Geprüft am 26.10.2026 über ChEMBL
  3. Tesamorelin: Zulassung und Ziel in ChEMBL

    ChEMBL, EMBL-EBI (CHEMBL1237026)

    Geprüft am 26.10.2026 über ChEMBL

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