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Lexikon

YK11

Ein Sonderfall: strukturell ein Steroid-Derivat, das wie ein SARM wirkt und zusätzlich als Myostatin-Hemmer beschrieben wird, mit sehr dünner Datenlage.

2 Min. Lesezeit 12 Quellen

Weiße Tablettendose mit dunklem TPD-Etikett auf einem weißen Podest, daneben ein großes blaues 3D-Molekülmodell mit weißen Atomen in einem hellen Labor, Symbolbild für YK11
Präklinisch · nicht zugelassen

Kurzfassung

Auf einen Blick

Quellen geprüft am 26.10.2026

Humanstudien im Register
0 Studien

keine Studie mit YK11 bei ClinicalTrials.gov, Stand 26.10.202611

Molekülmasse
430,5 g/mol

Steroid-Gerüst, anders als die meisten SARMs12

Im Urin gefunden
14 Abbauprodukte

unverändertes YK11 tauchte im Urin nicht auf, einige Produkte über 48 Stunden nachweisbar9

Rattenstudie zum Gehirn
5 Wochen

mehr oxidativer Stress und Entzündung im Hippocampus, schlechteres Gedächtnis8

  • YK11 hat ein Steroid-Gerüst, verhält sich im Zellversuch aber wie ein selektiver Androgen-Rezeptor-Modulator: Es aktiviert den Rezeptor nur teilweise und nur an bestimmten Genen.212
  • In Muskelzellen aus der Maus regte YK11 die Bildung von Follistatin an, einem Gegenspieler von Myostatin. Ein Antikörper gegen Follistatin hob den Effekt auf.1
  • In Knochenzellen förderte YK11 Wachstum und Mineralisierung, bei Ratten schlossen sich Knochendefekte mit YK11-Gel besser.45
  • Bei Ratten, die YK11 fünf Wochen lang bekamen, stiegen oxidativer Stress und Entzündung im Hippocampus, das Gedächtnis wurde schlechter.78
  • Im Register ClinicalTrials.gov steht keine Humanstudie (Stand Oktober 2026), YK11 wurde aber schon in Dopingproben gefunden. Alles hier ist präklinischer Forschungsstand und keine Empfehlung.1110
Steckbrief

Stand Mai 2026

Klasse
SARM-artiges Steroid-Derivat
Anwendung
Oral

oft aufgeteilt

Status
Rein präklinisch

keine Humandaten

WADA
Verboten
Größen
10 mg

1 Größe im Shop

Inhalt 14 Abschnitte
  1. Auf einen Blick
  2. Was ist YK11?
  3. Wie es wirkt
  4. Einnahme
  5. Dosierung
  6. Was die Forschung zeigt
  7. Studienlage
  8. Nebenwirkungen
  9. Praxis
  10. Lagerung
  11. Verwandte Wirkstoffe
  12. Häufige Fragen
  13. Begriffe
  14. Quellen

Was ist YK11?

YK11 ist ein Sonderfall unter den SARM-artigen Stoffen. Strukturell ist es ein Steroid-Derivat, verhält sich aber wie ein selektiver Androgen-Rezeptor-Modulator. Zusätzlich wurde es in Zellmodellen als Myostatin-Hemmer beschrieben, also als Stoff, der die natürliche Wachstumsbremse des Muskels lockern könnte.

Ehrlich vorweg: Zu YK11 gibt es praktisch keine Humandaten. Alles, was vorliegt, stammt aus Zellkultur.

Vergleich

YK11 und andere SARMs

Alle binden am Androgen-Rezeptor, so wie im TPD-Lexikon beschrieben. Ein Klick öffnet den Eintrag.

Vereinfacht: YK11 ist hier der einzige Stoff mit Steroid-Gerüst. Der Weg über Follistatin ist nur aus Zellkultur bekannt, einen Vergleich am Menschen gibt es nicht. 21

Wie es wirkt

YK11 aktiviert den Androgen-Rezeptor als Partial-Agonist. In Muskelzellen steigerte es die Bildung von Follistatin, einem körpereigenen Gegenspieler von Myostatin. Da Myostatin Muskelwachstum bremst, wäre mehr Follistatin theoretisch ein Hebel für mehr Wachstum.

Wichtig: Das ist in C2C12-Muskelzellen beschrieben, nicht im Menschen. Ob und wie stark sich das überträgt, ist offen.

Wirkorte

Wo YK11 in Zell- und Tierversuchen wirkte

Punkt oder Karte antippen. Farbe = Androgen-Rezeptor, grau = beobachtet. Keine Daten vom Menschen.

  1. Muskelzellen

    Mehr Follistatin und Muskel-Steuerfaktoren als mit DHT, Zellen reiften schneller (Zellkultur)1

    AR
  2. Knochen

    Knochenzellen wuchsen und mineralisierten stärker, Defekte bei Ratten schlossen sich besser5

    AR
  3. Gehirn (Hippocampus)

    Bei Ratten mehr Entzündungsbotenstoffe und oxidativer Stress, schlechteres Gedächtnis8

    In Studien beobachtet
  4. Blut (Entzündung)

    Bei Mäusen mit Sepsis weniger Entzündungsbotenstoffe und weniger Todesfälle6

    In Studien beobachtet

Bekannte Ziele2

Wirkstoff PubChem CID 119058028 (YK11): ein beschriebenes Ziel, Partieller Agonist im Zellversuch, ohne N/C-Interaktion.

Androgen-Rezeptor
Gen
AR
UniProt
P10275
ChEMBL
CHEMBL1871
Wirkung
Partieller Agonist im Zellversuch, ohne N/C-Interaktion
Durchscheinende, hellblaue Muskelfasern in Nahaufnahme, dazwischen blaue und weiße Molekülketten und dunkle Kugeln
Im Zellversuch über den Androgen-Rezeptor und Follistatin. Symbolbild.

Einnahme

Oral, oft auf zwei Gaben verteilt.

  • Wegen der kürzeren Wirkdauer wird häufig gesplittet.
  • Mit etwas Wasser, mit oder ohne Essen.
  • Zyklen werden kurz gehalten.
Weiße Tablettendose mit dunklem TPD-Etikett, davor drei weiße Tabletten, daneben ein Glas Wasser auf einem hellen Tisch
Tabletten zum Einnehmen. Symbolbild.

Dosierung

Dosierung

Dosierung, Titrationsplan und Spritze

Die Dosierung wird geladen …

  • Einstieg und Steigerung als Treppe
  • Einheiten auf der U-100-Spritze je Stufe
  • Wie lange ein Vial reicht

Was die Forschung zeigt

Die zentrale Studie (Kanno, 2013) zeigte, dass YK11 in C2C12-Muskelzellen die Bildung von Follistatin anregte und darüber die myogene Differenzierung förderte. Der Effekt ließ sich mit einem Follistatin-Antikörper aufheben, was den Mechanismus stützt.

Das ist eine saubere präklinische Arbeit, aber eben Zellkultur. Es gibt keine Humanstudien, keine Pharmakokinetik am Menschen und keine Langzeitdaten. YK11 ist klar experimentell.

Draufsicht auf Petrischalen und Pipetten um ein gläsernes Bündel roter Muskelfasern und ein offenes gläsernes Vorhängeschloss
Bisher nur Zellkultur und Tierversuche. Symbolbild.

Forschungsstand

Studienlage

YK11 wurde nie in einer registrierten Studie am Menschen geprüft. Die Daten stammen aus Zellkultur und Versuchen an Mäusen und Ratten. Stand 26.10.2026. 11

  1. Präklinik Zellversuche seit 2011, später Mäuse und Ratten
  2. Phase 1 keine registrierte Studie
  3. Phase 2 keine registrierte Studie
  4. Phase 3 keine registrierte Studie
  5. Zulassung noch nicht
Keine Zulassung und keine registrierte Studie am Menschen. In Dopinglaboren ist YK11 bekannt und wurde in einer Wettkampfprobe nachgewiesen.11

Bisher gibt es keine registrierte Humanstudie. 11

Nebenwirkungen

  • Aus der Fallliteratur zu SARM-artigen Stoffen sind Leberbelastungen bekannt, für YK11 wird das Fenster als besonders eng eingeschätzt.
  • Als androgen wirksamer Stoff ist eine Unterdrückung der eigenen Achse zu erwarten.
  • Belastbare Nebenwirkungs-Daten am Menschen fehlen schlicht.

Praxis

  1. Erwartungen am Boden halten, alles beruht auf Zellmodellen.

  2. Wenn überhaupt, sehr niedrig und kurz.

  3. In offiziellen Wettkämpfen verboten.

  4. Leber- und Blutwerte im Blick behalten.

Zwei hellblaue Kurzhanteln, ein Shaker mit hellem Getränk und ein gefaltetes hellblaues Handtuch auf einem Holzboden

Lagerung

Trocken, kühl und vor Licht geschützt lagern, außerhalb der Reichweite von Kindern. Originalbehälter verschlossen halten und das Verfallsdatum beachten.

Drei weiße Tablettendosen und ein gefaltetes hellblaues Handtuch auf einem weißen Regal
Trocken, kühl und vor Licht geschützt im verschlossenen Originalbehälter. Symbolbild.

Verwandt

Verwandte Wirkstoffe

Gleiche Ansatzpunkte: alles im TPD-Lexikon.

FAQ

Häufige Fragen zu YK11

Kurze Antworten, jede mit den Quellen unten belegt.

Ist YK11 am Menschen untersucht?

Nein. Am 26. Oktober 2026 steht im Register ClinicalTrials.gov keine Studie mit YK11. Alle Daten stammen aus Zellkultur und Versuchen an Mäusen und Ratten. Zu Aufnahme, Halbwertszeit und Verträglichkeit beim Menschen gibt es keine Studie.111

Warum heißt YK11 SARM, obwohl es ein Steroid ist?

Die Entdecker fanden 2011, dass YK11 den Androgen-Rezeptor nur teilweise aktiviert. Es schiebt den Rezeptor in den Zellkern, löst aber nicht die Faltung aus, die DHT auslöst. Je nach Gen wirkte es stärker oder schwächer als ein volles Androgen. Dieses Muster nennen sie selektive Modulation.23

Was hat YK11 mit Myostatin zu tun?

In C2C12-Muskelzellen aus der Maus regte YK11 die Bildung von Follistatin an, DHT tat das nicht. Follistatin bremst Myostatin, die körpereigene Wachstumsbremse des Muskels. Ein Antikörper gegen Follistatin hob die schnellere Reifung der Zellen auf. Ob das im lebenden Körper genauso abläuft, ist nicht untersucht.1

Was zeigen die Tierversuche?

Bei Ratten schlossen sich Knochendefekte am Schädel mit einem YK11-Gel besser, gebremst wurde das durch Blockade des Androgen-Rezeptors. Bei Mäusen mit Sepsis sanken Entzündungsbotenstoffe und Todesfälle. Eine brasilianische Gruppe gab Ratten fünf Wochen lang YK11: Im Hippocampus stiegen oxidativer Stress und Entzündung, die Mitochondrien arbeiteten schlechter und das Gedächtnis litt.5678

Wird YK11 in Dopingkontrollen gefunden?

Ja. Das Kölner Dopinglabor beschrieb 2018 vierzehn Abbauprodukte im Urin, unverändertes YK11 war nicht dabei. Gebundene Abbauprodukte waren über 48 Stunden nachweisbar. Ein Labor in Los Angeles meldete 2023 den Nachweis in einer Dopingprobe.910

Welche Risiken sind bekannt?

Belastbare Daten vom Menschen fehlen. Die Rattenstudien zeigen Schäden im Hippocampus, die Autoren warnen ausdrücklich vor der Einnahme durch Sportler. Als Stoff, der den Androgen-Rezeptor aktiviert, ist eine Wirkung auf die körpereigene Hormonachse naheliegend, gemessen wurde sie nicht.782

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Gepunktet unterstrichene Wörter im Text zeigen diese Erklärungen direkt an.

Abbauprodukt (Metabolit)
Stoff, in den der Körper einen Wirkstoff umbaut. Dopinglabore suchen oft nach ihnen statt nach dem Wirkstoff.
Androgen-Rezeptor
Andockstelle für Testosteron und DHT in der Zelle. Aktiviert schaltet er Gene für Muskel, Knochen und Geschlechtsmerkmale an.
C2C12-Zellen
Muskel-Vorläuferzellen aus der Maus, ein Standardmodell im Labor.
DHT
Dihydrotestosteron, ein starkes körpereigenes Androgen und der Vergleich in den Zellversuchen.
Follistatin
Körpereigenes Eiweiß, das Myostatin abfängt und so die Bremse lockert.
Hippocampus
Hirnregion, die für Lernen und Gedächtnis wichtig ist.
Myostatin
Körpereigenes Eiweiß, das das Muskelwachstum bremst.
Oxidativer Stress
Überschuss an reaktiven Sauerstoff-Teilchen, der Zellen schädigen kann.
Partieller Agonist
Stoff, der einen Rezeptor aktiviert, aber nicht so stark wie der körpereigene Botenstoff.
Präklinisch
Forschung vor dem ersten Einsatz am Menschen, also in Zellkulturen und Tiermodellen.
SARM
Selektiver Androgen-Rezeptor-Modulator: Stoff, der den Androgen-Rezeptor je nach Gewebe oder Gen unterschiedlich stark aktiviert.

Evidenz

Quellen

Alle 12 Quellen anzeigenQuellen ausblenden 10 Studien1 Studienregister1 Datenbank geprüft am 26.10.2026

Studien

  1. YK11 steuert die Reifung von Muskelzellen über Follistatin (Zellkultur)

    Kanno et al., Biological and Pharmaceutical Bulletin, 2013

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  2. YK11 als partieller Agonist am Androgen-Rezeptor (Zellkultur)

    Kanno et al., Biological and Pharmaceutical Bulletin, 2011

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  3. Warum YK11 andere Gene schaltet als DHT (Zellkultur)

    Kanno et al., Experimental Cell Research, 2022

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  4. YK11 fördert Knochenzellen über den Androgen-Rezeptor (Zellkultur)

    Yatsu et al., Biological and Pharmaceutical Bulletin, 2018

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  5. YK11 und die Heilung von Knochendefekten (Zellen und Ratten)

    Wang et al., Journal of Molecular Endocrinology, 2025

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  6. YK11 bei Sepsis (Mäuse)

    Lee et al., Biochemical and Biophysical Research Communications, 2021

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  7. Oxidativer Stress und Mitochondrien im Hippocampus (Ratten)

    Dahleh et al., Journal of Steroid Biochemistry and Molecular Biology, 2023

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  8. Entzündung und Gedächtnis im Hippocampus (Ratten)

    Dahleh et al., Chemico-Biological Interactions, 2024

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  9. Abbauprodukte von YK11 für Dopingkontrollen

    Piper et al., Drug Testing and Analysis, 2018

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  10. Nachweis von YK11 in einer Dopingprobe

    Sobolevsky et al., Drug Testing and Analysis, 2024

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed

Studienregister

  1. Suche im Register ClinicalTrials.gov (keine Studie mit YK11)

    ClinicalTrials.gov, U.S. National Library of Medicine

    Geprüft am 26.10.2026 über ClinicalTrials.gov API v2

Datenbank

  1. Struktur von YK11 in PubChem

    PubChem, U.S. National Library of Medicine (CID 119058028)

    Geprüft am 26.10.2026 über PubChem

Im Shop

YK11 im Katalog

Größen, Preise und Versandzeiten stehen auf der Produktseite.

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