Was ist ACP-105?
ACP-105 ist ein nicht-steroidaler selektiver Androgen-Rezeptor-Modulator (SARM) von ACADIA Pharmaceuticals, demselben Unternehmen, aus dem auch AC-262 stammt. Gefunden wurde er in einem Hochdurchsatz-Screening, beschrieben 2009 als teilweiser Agonist am Androgen-Rezeptor mit anaboler Wirkung bei Ratten.
Später nutzten Forschungsgruppen ACP-105 als Werkzeug, um Androgen-Effekte im Gehirn zu untersuchen, etwa im Alzheimer-Mausmodell. Eine klinische Entwicklung gab es nie. Am Menschen existiert nur eine Dopingkontroll-Arbeit, in der eine Person einmalig 100 Mikrogramm einnahm. Im Sortiment liegt ACP-105 als Tablette mit 10 mg vor.
Diese Information dient ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Keine medizinischen Empfehlungen.
Vergleich
SARMs im Vergleich
Fünf SARMs aus dem TPD-Lexikon, so wie dort beschrieben. Ein Klick öffnet den Eintrag.
Vereinfacht: Alle setzen am Androgen-Rezeptor an. ACP-105 und AC-262 aktivieren ihn laut den Erstbeschreibungen nur teilweise. Einen direkten Vergleich am Menschen gibt es nicht. 18
Wie es wirkt
ACP-105 bindet an den Androgen-Rezeptor und aktiviert ihn nur teilweise, im Vergleich zu Testosteron bleibt die Antwort darunter. Bei kastrierten Ratten verbesserte es über zwei Wochen anabole Messwerte. Damit zeigt es das typische Muster eines SARM: Wirkung am Muskel bei geringerer Wirkung an androgenen Geweben.
Der Androgen-Rezeptor sitzt auch im Gehirn. Dort kann ein Androgen-Signal den Abbau von Amyloid beeinflussen und Verhalten verändern. Deshalb tauchte ACP-105 in Studien zu Angst, Gedächtnis und Strahlenschäden bei Mäusen auf. Als Agonist am Androgen-Rezeptor dürfte es wie alle SARMs die eigene Hormonachse bremsen, gemessen wurde das für ACP-105 aber nicht.
Wirkorte
Wo ACP-105 in Versuchen wirkte
Punkt oder Karte antippen. Farbe = Androgen-Rezeptor, grau = beobachtet. Wirkung nur aus Tierstudien.
- Skelettmuskel
Anabole Messwerte besser, zwei Wochen an kastrierten Ratten1
AR - Gehirn
Weniger Angstverhalten im Alzheimer-Mausmodell, mit einem ER-beta-Agonisten weniger Amyloid2
AR - Leber
Abbau in Lebermikrosomen zu 18 Abbauprodukten (Laborversuch)4
In Studien beobachtet - Niere und Urin
Sieben Abbauprodukte im Urin nach einer Mikrodosis (ein Mensch)4
In Studien beobachtet
Bekannte Ziele10
Wirkstoff PubChem CID 11638442: ein beschriebenes Ziel, Teilweiser Agonist (Zellversuch).
- Gen
- AR
- UniProt
- P10275
- ChEMBL
- CHEMBL1871
- Wirkung
- Teilweiser Agonist (Zellversuch)
Anwendung und Dosierung
Dosierung
Dosierung, Titrationsplan und Spritze
Die Dosierung wird geladen …
- Einstieg und Steigerung als Treppe
- Einheiten auf der U-100-Spritze je Stufe
- Wie lange ein Vial reicht
Was die Forschung zeigt
Schlienger und Kollegen (J Med Chem 2009) beschrieben die Entdeckung von ACP-105 als starken, teilweisen Agonisten am Androgen-Rezeptor. In einer zweiwöchigen Studie an kastrierten Ratten verbesserte er anabole Messwerte.
George und Kollegen (ACS Chem Neurosci 2013) gaben ACP-105 kastrierten Mäusen eines Alzheimer-Modells. Allein senkte es Angstverhalten. Erst zusammen mit einem Agonisten am Östrogen-Rezeptor beta stiegen die Amyloid-abbauenden Enzyme, das Amyloid im Gehirn sank und das Gedächtnis wurde besser. Dayger und Kollegen (Brain Res 2011) bestrahlten weibliche Mäuse: ohne ACP-105 litt die Bewegungskoordination, mit ACP-105 nicht.
Broberg und Kollegen (J Chromatogr B 2023) fanden nach einer einzelnen Gabe von 100 Mikrogramm sieben Abbauprodukte im Urin eines Menschen. Vignali und Kollegen (J Xenobiot 2023) fassen die Sicherheitsdaten zu SARMs zusammen: Leberschäden in Fallberichten, ALT-Anstiege in Studien. Zu ACP-105 selbst gibt es keine solchen Daten.
Studienergebnisse
Was die Studien gemessen haben
Zum Ausprobieren: Reiter wechseln, Punkte antippen, Arme aus- und einblenden. Die Arme heißen relativ zueinander, keine Dosisempfehlung.
Was in 44 online gekauften SARM-Produkten steckte7
Anteil der Produkte in Prozent, Analyse nach Dopingkontroll-Standard
Werte aus dem Abstract (USA, 2016). Zu ACP-105 selbst gibt es keine Wirkungsdaten in Zahlen, die Tierstudien berichten im Abstract nur die Richtung. Die Analyse zeigt das Risiko ungeprüfter Ware, nicht die Wirkung eines bestimmten SARM.
Forschungsstand
Studienlage
Wo der Wirkstoff auf dem Weg von der Laborforschung zur Zulassung steht. Stand 26.10.2026. 9
- Präklinik Zellversuche, Ratten- und Mausstudien seit 2009
- Phase 1 keine registrierte Studie
- Phase 2 keine registrierte Studie
- Phase 3 keine registrierte Studie
- Zulassung noch nicht
Bisher gibt es keine registrierte Humanstudie. 9
Nebenwirkungen
Ohne Humanstudien stützt sich diese Liste auf die Tierdaten und auf das, was für SARMs als Klasse bekannt ist.
- Unterdrückung der Testosteron-Achse. Für Agonisten am Androgen-Rezeptor zu erwarten. Wie stark sie bei ACP-105 ausfällt, ist nicht gemessen.
- Leber. Für SARMs sind Leberschäden in Fallberichten beschrieben. In Studien stiegen die Leberwerte häufig an.
- Blutfette. Sinkendes HDL ist bei Androgen-Rezeptor-Agonisten verbreitet.
- Stimmung und Verhalten. In Mäusen veränderte ACP-105 Angst- und Furchtverhalten. Was das beim Menschen bedeutet, ist offen.
- Unbekanntes. Pharmakokinetik, Wechselwirkungen und Langzeitfolgen sind nicht untersucht.
Diese Einordnung ersetzt keine ärztliche Beratung.
Nachweis und Wettkampf
ACP-105 fällt bei der WADA unter S1.2 (andere anabole Wirkstoffe) und ist jederzeit verboten. Die Dopingkontroll-Labore kennen seine Abbauprodukte aus Pferde- und Humanproben und schlagen die beiden wichtigsten als Nachweis-Ziele vor.
Wer Kontrollen unterliegt, sollte davon ausgehen, dass ACP-105 erkannt wird. Selbst eine Mikrodosis von 100 Mikrogramm lieferte auswertbare Abbauprodukte im Urin.
Lagerung
Trocken, bei Raumtemperatur und vor Licht geschützt lagern, Dose verschlossen halten. Nicht im Bad aufbewahren, die Feuchtigkeit dort setzt Tabletten zu.
Außer Reichweite von Kindern aufbewahren und das Verfallsdatum beachten. Tabletten nicht in unbeschriftete Behälter umfüllen.