Was ist AICAR?
AICAR ist ein kleines Molekül, das das Enzym AMPK aktiviert, den zentralen Energiesensor der Zelle. Es gilt als Exercise-Mimetic-Kandidat: ein Teil der Stoffwechsel-Signale, die sonst beim Ausdauertraining entstehen, soll auch ohne Training ausgelöst werden.
Ehrlich vorweg: Die spektakulären Effekte stammen aus Tiermodellen, eine etablierte, sinnvolle Humandosis gibt es nicht.
Vergleich
Exercise-Mimetic-Kandidaten im Vergleich
Stoffe aus dem TPD-Lexikon, die Trainings-Signale nachahmen sollen, so wie dort beschrieben. Ein Klick öffnet den Eintrag.
Vereinfacht: AICAR setzt an AMPK an, Cardarine am PPAR-delta-Rezeptor. In der Mausstudie von 2008 wurden beide Wege geprüft. Einen Vergleich am Menschen gibt es nicht. 1
Wie es wirkt
Durch die Aktivierung von AMPK schaltet AICAR Programme an, die mit Energieverbrauch, Fettverbrennung und Ausdauer zu tun haben. In Mäusen steigerte AICAR die Laufausdauer schon ohne Training deutlich (Narkar, 2008). Die Wirkung beim Menschen in vertretbaren Dosen ist aber unklar.
Wirkorte
Wo AICAR in Studien wirkte
Punkt oder Karte antippen. Farbe = AMPK, grau = beobachtet. Am Menschen nur als Infusion geprüft.
- Skelettmuskel
Mehr Ausdauer bei Mäusen, mehr Zuckeraufnahme im Muskel gesunder Männer (Infusion)3
AMPK - Blut
Rasche Aufnahme in rote Blutkörperchen und Umbau zum Monophosphat, Halbwertszeit 1,4 Stunden2
In Studien beobachtet - Herz
Kein Schutz vor Komplikationen bei Bypass-Operationen (Phase 3)4
In Studien beobachtet - Niere
Nierenprobleme bei sehr hohen Infusionen in Leukämie-Studien5
In Studien beobachtet
Ziele in der Datenbank ChEMBL8
Wirkstoff CHEMBL1551724 (Acadesin): ein erfasster Mechanismus, Aktivator laut ChEMBL.
- Gen
- PRKAA1, PRKAA2
- UniProt
- Q13131, P54646
- ChEMBL
- CHEMBL2096907
- Wirkung
- Aktivator laut ChEMBL
Was du brauchst
Material
2 Teile, nummeriert wie im Bild
Hak ab, was du schon hast. Vial und BAC-Wasser sind unsere echten Shop-Fotos in gleicher Größe.
-
AICAR-Vial
Das AICAR-Vial (lyophilisiertes Pulver).
-
Wasser und Zubehör
Bakteriostatisches Wasser, U-100-Insulinspritzen, Alkoholtupfer.
Rekonstitution
Nutze den Peptid-Rechner. Ein 50mg-Vial mit 2ml Wasser ergibt 25mg pro ml. Das Wasser einfach ins Vial geben und auflösen lassen.
Schritt für Schritt
So löst du das Pulver
Vier Schritte, gleich für jede Vial-Größe.
- 1Deckel abwischen
Den Gummistopfen mit einem Alkoholtupfer reinigen.
- 2BAC-Wasser zugeben
Einfach reingeben, egal ob es direkt aufs Pulver trifft.
- 3Schwenken oder schütteln
Bis sich alles gelöst hat, beides ist okay.
- 4Aufziehen
Mit der U-100-Insulinspritze.
Dosierung
Dosierung
Dosierung, Titrationsplan und Spritze
Die Dosierung wird geladen …
- Einstieg und Steigerung als Treppe
- Einheiten auf der U-100-Spritze je Stufe
- Wie lange ein Vial reicht
Injektion
Gespritzt wird subkutan, also ins Unterhautfettgewebe. Typische Stellen sind der Bauch (etwa zwei Finger breit rund um den Nabel aussparen), die Vorderseite und die Innenseite des Oberschenkels oder die Rückseite des Oberarms.
Der Ablauf in Kurzform:
Injektion
Wo und in welchem Winkel
Stelle antippen oder Winkel umschalten. Subkutan heißt: ins Unterhautfett, nicht in den Muskel.
Stelle jedes Mal wechseln, nie zweimal hintereinander dieselbe.
Faustregel: Wo mehr Unterhautfett ist, gerade im 90-Grad-Winkel einstechen. Bei schlanken Personen mit wenig Fett im 45-Grad-Winkel, damit die Nadel im Unterhautfett bleibt. Vereinfachtes Schema.
-
Hautstelle mit einem Alkoholtupfer reinigen und kurz trocknen lassen
-
Eine kleine Hautfalte abheben
-
Die Nadel einstechen: im 90-Grad-Winkel, wenn an der Stelle mehr Unterhautfett ist, im 45-Grad-Winkel bei schlanken Personen mit wenig Fett
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Langsam injizieren, kurz warten, dann die Nadel zurückziehen
-
Die Nadel sofort in den Sammelbehälter geben
Wechsle die Einstichstelle von Mal zu Mal, damit sich das Gewebe nicht reizt. Nie zweimal hintereinander dieselbe Stelle.
Was die Forschung zeigt
Die bekannte Studie (Narkar, 2008) zeigte in Mäusen, dass AICAR allein, ohne Training, die Laufausdauer nach 4 Wochen um 44 Prozent steigerte, ein klassisches Exercise-Mimetic-Ergebnis. Die Kombination mit Training wurde dort mit einem anderen Wirkstoff (einem PPAR-delta-Agonisten) geprüft. Das ist beeindruckend, aber Tierforschung mit hohen Dosen. AICAR steht zudem auf der WADA-Liste.
Am Menschen lief AICAR unter dem Namen Acadesin als Infusion bis in eine Phase-3-Studie bei Bypass-Operationen am Herzen (RED-CABG, Newman 2012). Sie wurde nach 3.080 Patienten vorzeitig beendet, weil kein Nutzen zu erwarten war. Eine Zulassung gibt es nicht.
Studienergebnisse
Was die Studien gemessen haben
Zum Ausprobieren: Reiter wechseln, Punkte antippen, Arme aus- und einblenden. Die Arme heißen relativ zueinander, keine Dosisempfehlung.
Laufausdauer untrainierter Mäuse nach vier Wochen1
Veränderung gegenüber Mäusen ohne AICAR, in Prozent
Wert aus dem Abstract, Gabe laut Volltext täglich in die Bauchhöhle. Die Mäuse trainierten nicht, AICAR schaltete im Muskel Stoffwechsel-Gene an. Die Tiere bekamen hohe Dosen. Mausmodell, beim Menschen nicht geprüft.
Zuckeraufnahme im Muskel gesunder Männer3
Anstieg nach drei Stunden gegenüber dem Ausgangswert, als Vielfaches
Werte aus dem Abstract, 29 gesunde Männer. AICAR lief als Infusion in die Vene, nicht unter die Haut. Die Zuckerverwertung des ganzen Körpers stieg nur um 7 Prozent, die AMPK-Aktivität im Muskel änderte sich messbar nicht.
Tod, Schlaganfall oder schweres Herzversagen bis Tag 284
Anteil der Teilnehmenden in Prozent, je 1.493 je Gruppe
Werte aus dem Abstract. Die Studie wurde nach 3.080 von geplanten 7.500 Teilnehmenden gestoppt, weil eine Zwischenauswertung keinen Nutzen erwarten ließ. Auch die wichtigsten Nebenziele zeigten keinen Unterschied.
Forschungsstand
Studienlage
Im Register stehen fünf Studien mit AICAR oder Acadesin, alle mit dem Wirkstoff als Infusion oder Laborwerkzeug, keine mit Spritzen unter die Haut. Gezeigt sind die drei Acadesin-Studien mit Start und Ende im Register. Stand 26.10.2026. 7
- Präklinik Zellversuche und Mausmodelle, Exercise-Mimetic-Studie 2008
- Phase 1 keine registrierte Studie
- Phase 2 2 Studien, 1 abgeschlossen, 1 vorzeitig beendet
- Phase 3 1 Studie, 0 abgeschlossen, 1 vorzeitig beendet
- Zulassung noch nicht
Alle 3 Studien aus Phase 2 und 3 im ZeitverlaufZeitverlauf ausblenden
NCT00559624 · 40 Teilnehmende (geplant), Start 12/2007, Hauptendpunkt erreicht 12/2010.
Registereintrag ↗ · Ergebnisse: Van Den Neste et al., Cancer Chemotherapy and Pharmacology, 2013
NCT01813838 · 5 Teilnehmende, Start 06/2013, vorzeitig beendet 06/2013.
RED-CABG · NCT00872001 · 3.080 Teilnehmende, Start 04/2009, vorzeitig beendet 10/2010.
Registereintrag ↗ · Ergebnisse: Newman et al., JAMA, 2012
Balken: Start bis Hauptendpunkt (bei laufenden Studien geplant). Grün = abgeschlossen, blau = Fortschritt bis 26.10.2026, grau = vorzeitig beendet.
Nebenwirkungen
- Belastbare Humandaten fehlen weitgehend.
- Lokale Reaktionen an der Einstichstelle.
- In offiziellen Wettkämpfen verboten.
Lagerung
Vor dem Auflösen ist das Pulver robust, normale Raumtemperatur (rund 20 bis 25 Grad) reicht, am besten dunkel lagern. Nach dem Auflösen in den Kühlschrank (2 bis 8 Grad), nicht einfrieren. Dort hält die Lösung mindestens 4 bis 6 Monate nahezu ohne Wirkstoffverlust, in der Praxis deutlich länger. Schwenken oder schütteln zum Mischen ist beides okay.
Haltbarkeit
Wie lange es hält
Robust, ein Kühlschrank ist nicht nötig. Am besten dunkel lagern.
Mindestens 4 bis 6 Monate nahezu ohne Wirkstoffverlust. Das bakteriostatische Wasser bringt einen Konservierungsstoff mit.
- Dunkel lagern
- Gelöst: 2 bis 8 Grad
- Anmischdatum notieren