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Lexikon

SR9009 (Stenabolic)

Ein Rev-erb-Agonist und Exercise-Mimetic-Kandidat, der im Tiermodell die Ausdauer steigerte, beim Menschen aber mit schlechter Bioverfügbarkeit kämpft.

1 Min. Lesezeit 6 Quellen

Weiße Tablettendose mit schwarzem TPD-Etikett für SR9009 auf einem weißen Podest, daneben ein Molekülmodell aus blauen, weißen und grünlichen Glaskugeln in einem hellen Labor
Präklinisch · nicht zugelassen

Kurzfassung

Auf einen Blick

Quellen geprüft am 26.10.2026

Am Menschen
0 Studien

keine registrierte Studie, Stand 26.10.20264

Angriffspunkte
2 Rezeptoren

REV-ERBα und REV-ERBβ, Schalter der inneren Uhr2

Halbmaximale Hemmung an REV-ERBα
670 nM

Zellversuch, an REV-ERBβ 800 nM2

Gesamtcholesterin (Maus)
-47 %

übergewichtige Mäuse nach 30 Tagen, gespritzt, Triglyceride -12 %2

  • SR9009 ist ein synthetischer Agonist an den Kernrezeptoren REV-ERBα und REV-ERBβ. Sie steuern die innere Uhr und Teile des Stoffwechsels.25
  • Bei Mäusen veränderten SR9009 und das verwandte SR9011 den Tagesrhythmus von Verhalten und Uhr-Genen, der Energieverbrauch stieg.2
  • Übergewichtige Mäuse verloren damit mehr Gewicht und Fett, das Gesamtcholesterin sank um 47 Prozent. Im Muskel stärkte die Aktivierung von REV-ERBα die Mitochondrien und die Ausdauer.21
  • Ein Teil der Wirkung hängt nicht an REV-ERB: in Zellen ganz ohne diese Rezeptoren veränderte SR9009 trotzdem Stoffwechsel und Zellwachstum.3
  • In allen genannten Tierstudien wurde SR9009 gespritzt. Studien am Menschen gibt es keine. Alles hier ist präklinischer Forschungsstand und keine Empfehlung.214
Steckbrief

Stand Mai 2026

Klasse
Rev-erb-Agonist

kein SARM

Anwendung
Oral

in mg, mehrfach täglich

Halbwertszeit
kurz
WADA
Verboten

Hormon- und Stoffwechsel-Modulatoren

Größen
10 bis 20 mg

2 Größen im Shop

Inhalt 13 Abschnitte
  1. Auf einen Blick
  2. Was ist SR9009?
  3. Wie es wirkt
  4. Einnahme
  5. Dosierung
  6. Was die Forschung zeigt
  7. Studienlage
  8. Nebenwirkungen
  9. Lagerung
  10. Verwandte Wirkstoffe
  11. Häufige Fragen
  12. Begriffe
  13. Quellen

Was ist SR9009?

SR9009, oft Stenabolic genannt, ist ein Agonist am Rev-erb-Rezeptor, einem Schalter der inneren Uhr und des Energiestoffwechsels. Es wird oft zusammen mit Cardarine genannt, ist aber kein SARM und kein PPAR-Agonist. Die Idee: einen Teil der Ausdauer- und Stoffwechsel-Effekte von Training nachahmen.

Ehrlich vorweg: SR9009 hat eine sehr schlechte orale Bioverfügbarkeit, der beeindruckende Maus-Effekt lässt sich kaum 1:1 auf den oralen Menschen übertragen.

Vergleich

Exercise-Mimetics im Lexikon

Stoffe, die im TPD-Lexikon als Trainings-Nachahmer geführt werden, mit ihrem Ansatzpunkt so wie dort beschrieben. Ein Klick öffnet den Eintrag.

Vereinfacht: verschiedene Schalter im Energiestoffwechsel. Keiner davon ersetzt Training.

Wie es wirkt

Über den Rev-erb-Rezeptor beeinflusst SR9009 die Bildung neuer Mitochondrien und den Energiestoffwechsel im Muskel. In Mäusen steigerte das die Ausdauer-Leistung deutlich. SR9009 wirkt nicht am Androgen-Rezeptor, unterdrückt also keine Hormonachse.

Wirkorte

Wo SR9009 in Mausstudien wirkte

Punkt oder Karte antippen. Farbe = REV-ERB. Alles aus Zell- und Mausstudien.

  1. Gehirn (innere Uhr)

    Eine Gabe verschob den Tagesrhythmus von Aktivität und Uhr-Genen im Hypothalamus2

    REV-ERB
  2. Skelettmuskel

    Mehr Mitochondrien, Mäuse liefen länger und weiter1

    REV-ERB
  3. Fettgewebe

    Weniger Fettmasse bei übergewichtigen Mäusen2

    REV-ERB
  4. Leber und Blutfette

    Gesamtcholesterin 47 Prozent, Triglyceride 12 Prozent niedriger2

    REV-ERB

Bekannte Ziele2

Wirkstoff PubChem CID 57394020 (CHEMBL1961796): zwei beschriebene Ziele, Art der Wirkung je Karte.

REV-ERBα
Gen
NR1D1
UniProt
P20393
ChEMBL
CHEMBL1961783
Wirkung
Agonist im Zellversuch (IC50 670 nM)
REV-ERBβ
Gen
NR1D2
UniProt
Q14995
ChEMBL
CHEMBL1961784
Wirkung
Agonist im Zellversuch (IC50 800 nM)
Gläserne Muskelfaser mit einer Reihe orange leuchtender Mitochondrien, darüber docken zwei blaue Moleküle an
Über REV-ERBα stärkte SR9009 in Mäusen die Mitochondrien im Muskel. Symbolbild.

Einnahme

Oral, wegen der kurzen Wirkdauer über den Tag verteilt.

  • Häufig mehrfach täglich, oft auch vor dem Training.
  • Mit etwas Wasser, mit oder ohne Essen.
Ein Glas Wasser, eine weiße Tablettendose mit schwarzem TPD-Etikett für SR9009 und einige weiße Tabletten auf einem weißen Tablett, dahinter hellblaue Laufschuhe
Bei TPD als Tablette geführt, in den Studien gespritzt. Symbolbild.

Dosierung

Dosierung

Dosierung, Titrationsplan und Spritze

Die Dosierung wird geladen …

  • Einstieg und Steigerung als Treppe
  • Einheiten auf der U-100-Spritze je Stufe
  • Wie lange ein Vial reicht

Was die Forschung zeigt

Die bekannte Studie (Woldt, Nature Medicine 2013) zeigte in Mäusen, dass SR9009 über Rev-erbalpha die oxidative Kapazität des Muskels steigerte und die Lauf-Ausdauer um rund 50 Prozent erhöhte. Das ist beeindruckend, aber Tierforschung, oft mit Injektion. Beim oral angewendeten Menschen ist die Wirkung wegen der schlechten Bioverfügbarkeit fraglich.

Studienergebnisse

Was die Studien gemessen haben

Zum Ausprobieren: Reiter wechseln, Punkte antippen, Arme aus- und einblenden. Die Arme heißen relativ zueinander, keine Dosisempfehlung.

Blutwerte nach 30 Tagen2

Veränderung gegenüber Mäusen ohne Wirkstoff, in Prozent

Gesamtcholesterin2
Mit SR9009 -47 %
Freie Fettsäuren2
Mit SR9009 -23 %
Blutzucker2
Mit SR9009 -19 %
Triglyceride2
Mit SR9009 -12 %
Leptin2 passend zu weniger Fett
Mit SR9009 -80 %

Übergewichtige Mäuse mit fettreichem Futter, 30 Tage lang zweimal täglich in die Bauchhöhle gespritzt. Sie verloren 60 Prozent mehr Gewicht als die Vergleichsgruppe und hatten weniger Fettmasse, bei gleicher Futtermenge.

Halbmaximale Hemmung je Rezeptor2

IC50 in Nanomol, kleiner heißt stärker

REV-ERBα2
Mit SR9009 670 nM
REV-ERBβ2
Mit SR9009 800 nM

REV-ERB unterdrückt Gene, ein Agonist verstärkt diese Unterdrückung. Gemessen wurde deshalb, wie stark SR9009 die Ablesung eines Test-Gens hemmt.

Reihe von Reagenzgläsern mit Farbverlauf von Gelb zu Blau, im ersten eine leuchtende Sonne, im letzten ein Mond aus Glas
Innere Uhr und Stoffwechsel, bisher nur an Zellen und Mäusen untersucht. Symbolbild.

Forschungsstand

Studienlage

Im Register ClinicalTrials.gov steht keine Studie mit SR9009. Alle Daten stammen aus Zellversuchen und Mausmodellen. Stand 26.10.2026. 4

  1. Präklinik Zellversuche und Mausmodelle zu innerer Uhr, Stoffwechsel und Ausdauer
  2. Phase 1 keine registrierte Studie
  3. Phase 2 keine registrierte Studie
  4. Phase 3 keine registrierte Studie
  5. Zulassung noch nicht
Keine Zulassung. ChEMBL führt SR9009 ohne klinische Phase.4

Bisher gibt es keine registrierte Humanstudie. 4

Nebenwirkungen

  • Belastbare Humandaten fehlen weitgehend.
  • In der Regel werden wenige akute Nebenwirkungen berichtet, das täuscht aber nicht über die fehlende Datenlage hinweg.
  • In offiziellen Wettkämpfen verboten.

Lagerung

Trocken, kühl und vor Licht geschützt lagern, außerhalb der Reichweite von Kindern. Originalbehälter verschlossen halten und das Verfallsdatum beachten.

Drei weiße Tablettendosen in einem hellen Regal neben einem gefalteten hellblauen Handtuch
Trocken, kühl und vor Licht geschützt. Symbolbild.

Verwandt

Verwandte Wirkstoffe

Ein anderer Weg: alles im TPD-Lexikon.

FAQ

Häufige Fragen zu SR9009 (Stenabolic)

Kurze Antworten, jede mit den Quellen unten belegt.

Gibt es Studien am Menschen?

Nein. Stand 26. Oktober 2026 steht im Register ClinicalTrials.gov keine Studie mit SR9009. ChEMBL führt es ohne klinische Phase. Alle Daten stammen aus Zellversuchen und Mausmodellen.46

Was macht SR9009?

Es aktiviert REV-ERBα und REV-ERBβ, zwei Kernrezeptoren der inneren Uhr. Sie unterdrücken Gene, unter anderem für Fett- und Cholesterinbildung. Bei Mäusen veränderte schon eine Gabe den Tagesrhythmus von Aktivität und Uhr-Genen.2

Was zeigte die Ausdauerstudie?

Muskeln ohne REV-ERBα hatten weniger Mitochondrien und schlechtere Ausdauer. Mäuse, die SR9009 gespritzt bekamen, liefen im Ausdauertest länger und weiter als die Vergleichsgruppe. Eine Prozentzahl dazu nennt der Text der Studie nicht, sie steht nur als Grafik.1

Was passierte bei übergewichtigen Mäusen?

Nach 30 Tagen mit zwei Spritzen am Tag verloren sie 60 Prozent mehr Gewicht als die Vergleichsgruppe und hatten weniger Fettmasse, ohne weniger zu fressen. Gesamtcholesterin sank um 47 Prozent, Blutzucker um 19 und Triglyceride um 12 Prozent.2

Wirkt SR9009 nur über REV-ERB?

Offenbar nicht. Eine Forschungsgruppe entfernte REV-ERBα und REV-ERBβ vollständig aus Leber- und Stammzellen. SR9009 verringerte dort trotzdem das Überleben der Zellen, veränderte den Stoffwechsel und die Ablesung von Genen. Laut den Autoren taugt SR9009 deshalb nicht als reiner Anzeiger für REV-ERB.3

Wirkt es auch als Tablette?

Das ist nicht untersucht. In der Ausdauer- und in der Übergewichtsstudie wurde SR9009 in die Bauchhöhle gespritzt. Daten zur Aufnahme über den Mund beim Menschen gibt es nicht.12

Welche Nebenwirkungen sind bekannt?

Belastbare Daten gibt es nicht, weil SR9009 nie am Menschen geprüft wurde. Die Mausstudien maßen Wirkungen, keine systematischen Nebenwirkungen.4

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Gepunktet unterstrichene Wörter im Text zeigen diese Erklärungen direkt an.

Agonist
Stoff, der einen Rezeptor aktiviert, wie ein Schlüssel, der ins Schloss passt und aufschließt.
Bioverfügbarkeit
Anteil eines Stoffes, der nach der Einnahme tatsächlich im Blut ankommt.
Exercise-Mimetic
Stoff, der im Körper Teile der Wirkung von Training nachahmt, ohne dass trainiert wird. Bisher ein Forschungsbegriff.
IC50
Konzentration, bei der ein Stoff einen Vorgang zur Hälfte hemmt. Kleiner heißt stärker.
Innere Uhr
Netz aus Genen und Eiweißen, das Schlaf, Hormone und Stoffwechsel in einem Rhythmus von rund 24 Stunden steuert.
Kernrezeptor
Rezeptor im Zellinneren, der nach der Aktivierung direkt Gene an- oder abschaltet.
Mitochondrien
Kraftwerke der Zelle. In ihnen werden Fett und Zucker mit Sauerstoff zu Energie umgesetzt.
Präklinisch
Forschung vor dem ersten Einsatz am Menschen, also in Zellkulturen und Tiermodellen. Ergebnisse lassen sich nicht direkt auf Menschen übertragen.
REV-ERB
Zwei Kernrezeptoren, REV-ERBα und REV-ERBβ, die als Teil der inneren Uhr Gene im Tagesrhythmus unterdrücken.
SARM
Selektiver Androgen-Rezeptor-Modulator. SR9009 gehört nicht dazu, es wirkt nicht am Androgen-Rezeptor.

Evidenz

Quellen

Alle 6 Quellen anzeigenQuellen ausblenden 3 Studien1 Studienregister2 Datenbank geprüft am 26.10.2026

Studien

  1. REV-ERBα steuert Mitochondrien und Ausdauer im Muskel (Maus)

    Woldt et al., Nature Medicine, 2013

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed, PMC (Volltext)
  2. Synthetische REV-ERB-Agonisten, innere Uhr und Stoffwechsel (Maus)

    Solt et al., Nature, 2012

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed, PMC (Volltext)
  3. SR9009 wirkt auch ohne REV-ERB

    Dierickx et al., Proceedings of the National Academy of Sciences, 2019

    Geprüft am 26.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed

Studienregister

  1. Suche im Register ClinicalTrials.gov (keine Studie)

    ClinicalTrials.gov, U.S. National Library of Medicine

    Geprüft am 26.10.2026 über ClinicalTrials.gov API v2

Datenbank

  1. Struktur von SR9009 in PubChem

    PubChem, U.S. National Library of Medicine (CID 57394020)

    Geprüft am 26.10.2026 über PubChem
  2. SR9009 in ChEMBL (ohne klinische Phase)

    ChEMBL, EMBL-EBI (CHEMBL1961796)

    Geprüft am 26.10.2026 über ChEMBL

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