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Lexikon

SS-31 (Elamipretid)

Ein mitochondrien-gerichtetes Peptid, das an Cardiolipin bindet und die Energieproduktion der Zelle stützen soll, mit echten klinischen Studien.

2 Min. Lesezeit 19 Quellen

Standbild aus dem Erklärvideo zu diesem Eintrag
Zugelassen · in den USA seit 2025, nur Barth-SyndromLaborgeprüft im Shop

Keine Lust, alles zu lesen? Schau dir das Video an: der ganze Eintrag in rund einer Minute, von der Wirkung über die Studien bis zur Lagerung.

Kurzfassung

Auf einen Blick

Quellen geprüft am 25.10.2026

Tetrapeptid
4 Aminosäuren

klein und zellgängig, lagert sich an Cardiolipin an1

Anreicherung in der inneren Membran
~1.000 -fach

Zellversuche mit der Peptid-Familie, zu der SS-31 gehört12

Gehtest in Phase 3
-3,2 m

Myopathie, 24 Wochen: Unterschied zu Placebo, Hauptziel verfehlt3

Gehstrecke beim Barth-Syndrom
+96,1 m

nach 168 Wochen offener Verlängerung, 8 Personen, ohne Placebo5

Phase 3 im Register
4 Studien

inklusive Phase 2/3, davon 3 beendet, Stand 25.10.202618

  • SS-31 (Elamipretid) ist ein Tetrapeptid: vier Aminosäuren, die sich in der inneren Mitochondrien-Membran anreichern und dort an Cardiolipin binden.11213
  • In Zellen und Tiermodellen schützte es die Cristae der Mitochondrien und half der Zelle, nach Sauerstoffmangel schneller wieder ATP zu bilden.1314
  • Beim Menschen sind die Ergebnisse gemischt: Die Phase-3-Studie zur mitochondrialen Myopathie verfehlte ihre Hauptziele, bei Herzschwäche und trockener Makuladegeneration ebenso.386
  • Beim seltenen Barth-Syndrom stiegen Gehstrecke und Muskelkraft in der offenen Langzeitphase. Darauf stützt sich eine beschleunigte Zulassung in den USA seit September 2025.516
  • Am häufigsten waren Reaktionen an der Einstichstelle. In der EU gibt es keine Zulassung. Alles hier ist Forschungsstand und keine Empfehlung.1617
Steckbrief

Stand Mai 2026

Klasse
Mitochondrien-gerichtetes Peptid
Anwendung
Subkutan

in mg

Halbwertszeit
kurz
Status
Klinische Studien

mitochondriale Erkrankungen

Größen
10 bis 100 mg

3 Größen im Shop

Inhalt 15 Abschnitte
  1. Auf einen Blick
  2. Was ist SS-31?
  3. Wie es wirkt
  4. Was du brauchst
  5. Rekonstitution
  6. Dosierung
  7. Injektion
  8. Was die Forschung zeigt
  9. Studienlage
  10. Nebenwirkungen
  11. Lagerung
  12. Verwandte Wirkstoffe
  13. Häufige Fragen
  14. Begriffe
  15. Quellen

Was ist SS-31?

SS-31, auch Elamipretid, ist ein kleines Peptid, das gezielt in die Mitochondrien wandert und dort an Cardiolipin bindet, einen wichtigen Baustein der inneren Mitochondrien-Membran. Die Idee: die Energieproduktion der Zelle stabilisieren, gerade wenn die Mitochondrien geschwächt sind.

Vergleich

Im Vergleich mit verwandten Wirkstoffen

Wo die Wirkstoffe ansetzen, so wie im TPD-Lexikon beschrieben. Ein Klick öffnet den Eintrag.

Wie es wirkt

Durch die Bindung an Cardiolipin soll SS-31 die innere Membran stabilisieren, die Elektronen-Transportkette effizienter machen und weniger schädliche Sauerstoffradikale entstehen lassen. In Modellen verbesserte das die mitochondriale Funktion in belasteten Zellen.

Wirkorte

In Studien beobachtet

Punkt oder Karte antippen. Grau = in Studien beobachtet.

  1. Auge (Netzhaut)

    Photorezeptor-Schicht ging langsamer verloren, Hauptziele verfehlt6

    In Studien beobachtet
  2. Herz

    Nach einer hohen Einzel-Infusion kleinere Kammervolumina7

    In Studien beobachtet
  3. Niere

    Weniger Sauerstoffmangel nach einem Stent-Eingriff (Pilotstudie)10

    In Studien beobachtet
  4. Skelettmuskel

    Mehr mitochondriale Energiekapazität direkt nach einer Infusion11

    In Studien beobachtet
Aufgeschnittenes gläsernes Mitochondrium mit gefalteter innerer Membran, an der blaue 3D-Moleküle liegen
Mitochondrium im Schnitt: SS-31 sammelt sich an der gefalteten inneren Membran. Symbolbild.

Was du brauchst

Material

2 Teile, nummeriert wie im Bild

Hak ab, was du schon hast. Vial und BAC-Wasser sind unsere echten Shop-Fotos in gleicher Größe.

SS-31-Vial und bakteriostatisches Wasser in gleicher Größe mit schwarzem TPD-Etikett, daneben zwei U-100-Insulinspritzen, zwei Alkoholtupfer und ein Abwurfbehälter mit blauem Deckel
  1. SS-31-Vial

    Das SS-31-Vial (lyophilisiertes Pulver).

    Im Shop
  2. Wasser und Zubehör

    Bakteriostatisches Wasser, U-100-Insulinspritzen, Alkoholtupfer.

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Rekonstitution

Nutze den Peptid-Rechner. Ein 10mg-Vial mit 2ml Wasser ergibt 5mg pro ml, 5mg sind dann 20 Einheiten auf der U-100-Spritze. Das Wasser einfach ins Vial geben und auflösen lassen.

Schritt für Schritt

So löst du das Pulver

Vier Schritte, gleich für jede Vial-Größe.

  1. 1Deckel abwischen

    Den Gummistopfen mit einem Alkoholtupfer reinigen.

  2. 2BAC-Wasser zugeben

    Einfach reingeben, egal ob es direkt aufs Pulver trifft.

  3. 3Schwenken oder schütteln

    Bis sich alles gelöst hat, beides ist okay.

  4. 4Aufziehen

    Mit der U-100-Insulinspritze.

Weniger Wasser höhere Konzentration weniger Einheiten auf der Spritze Beispiel: 10 mg + 2 ml = 5 mg/ml

Dosierung

Dosierung

Dosierung, Titrationsplan und Spritze

Die Dosierung wird geladen …

  • Einstieg und Steigerung als Treppe
  • Einheiten auf der U-100-Spritze je Stufe
  • Wie lange ein Vial reicht

Injektion

Gespritzt wird subkutan, also ins Unterhautfettgewebe. Typische Stellen sind der Bauch (etwa zwei Finger breit rund um den Nabel aussparen), die Vorderseite und die Innenseite des Oberschenkels oder die Rückseite des Oberarms.

Der Ablauf in Kurzform:

Injektion

Wo und in welchem Winkel

Stelle antippen oder Winkel umschalten. Subkutan heißt: ins Unterhautfett, nicht in den Muskel.

Stelle jedes Mal wechseln, nie zweimal hintereinander dieselbe.

90°Mehr Unterhautfett

Faustregel: Wo mehr Unterhautfett ist, gerade im 90-Grad-Winkel einstechen. Bei schlanken Personen mit wenig Fett im 45-Grad-Winkel, damit die Nadel im Unterhautfett bleibt. Vereinfachtes Schema.

  1. Hautstelle mit einem Alkoholtupfer reinigen und kurz trocknen lassen

  2. Eine kleine Hautfalte abheben

  3. Die Nadel einstechen: im 90-Grad-Winkel, wenn an der Stelle mehr Unterhautfett ist, im 45-Grad-Winkel bei schlanken Personen mit wenig Fett

  4. Langsam injizieren, kurz warten, dann die Nadel zurückziehen

  5. Die Nadel sofort in den Sammelbehälter geben

Wechsle die Einstichstelle von Mal zu Mal, damit sich das Gewebe nicht reizt. Nie zweimal hintereinander dieselbe Stelle.

Was die Forschung zeigt

Eine randomisierte Dosis-Eskalations-Studie (Karaa, 2018) testete Elamipretid bei Patienten mit primärer mitochondrialer Myopathie und sah einen dosisabhängigen Trend zu besserer Gehstrecke. Spätere größere Studien fielen gemischt aus. SS-31 ist also klinisch ernsthaft untersucht, aber kein gesicherter Selbstläufer.

Studienergebnisse

Was die Studien gemessen haben

Zum Ausprobieren: Reiter wechseln, Punkte antippen, Arme aus- und einblenden. Die Arme heißen relativ zueinander, keine Dosisempfehlung.

Sehschärfe bei wenig Licht nach 48 Wochen6

Anteil mit einem Gewinn von 10 oder mehr Buchstaben, Phase-2-Studie mit 176 Teilnehmenden

ReCLAIM-26 Trockene Makuladegeneration mit geographischer Atrophie
Placebo 2 %
Elamipretid (SS-31) 15 %

Genau 14,6 % gegen 2,1 %, die Balken zeigen gerundete Werte. Der Unterschied ist nominal: Die beiden Hauptziele der Studie (Sehschärfe im Mittel und Größe der Atrophie) wurden nicht erreicht.

Langsamerer Verlust der Photorezeptor-Schicht6

Weniger Fortschreiten als unter Placebo nach 48 Wochen, gemessen per OCT an der Ellipsoidzone

ReCLAIM-26 Verlangsamung gegenüber Placebo
Vollständiger Verlust der Schicht 43 %
Teilweiser Verlust der Schicht 47 %

Relative Verlangsamung gegenüber Placebo aus vorab festgelegten weiteren Endpunkten, nominale Werte. Dieser Endpunkt ist das Hauptziel der laufenden Phase-3-Studie ReNEW.

Sauerstoffmangel in der Niere nach dem Stent10

Veränderung des Anteils mit Sauerstoffmangel 24 Stunden nach dem Eingriff, 14 Teilnehmende

Nierenarterien-Stenose10 Infusion vor und während der Gefäßweitung
Placebo +47 %
Elamipretid (SS-31) -6 %

Kleine Pilotstudie mit 6 Personen auf Wirkstoff und 8 auf Placebo, gemessen per MRT. Nach 3 Monaten lagen beide Gruppen wieder auf dem Ausgangswert.

Petrischale mit einem leuchtenden Mitochondrium-Modell unter einem Mikroskop
Symbolbild.

Forschungsstand

Studienlage

Von Versuchen an isolierten Mitochondrien bis zur Zulassung in den USA: registrierte Studien mit Stand, Teilnehmenden und Ergebnissen. Stand 25.10.2026. 18

  1. Präklinik Isolierte Mitochondrien und Nieren von Ratten
  2. Phase 1 8 Studien, 8 abgeschlossen
  3. Phase 2 15 Studien, 12 abgeschlossen, 2 vorzeitig beendet
  4. Phase 3 4 Studien, 2 abgeschlossen, 1 vorzeitig beendet
  5. Zulassung in den USA seit 2025, nur Barth-Syndrom
645 Teilnehmende in Phase 3 USA: seit September 2025 beschleunigt zugelassen, nur für das Barth-Syndrom. EU: keine Zulassung. ChEMBL führt noch Phase 3 als höchste Phase.16
Alle 19 Studien aus Phase 2 und 3 im ZeitverlaufZeitverlauf ausblenden 14 abgeschlossen 2 laufend 3 vorzeitig beendet 9 mit Ergebnissen
Phase 2
Phase 3

Balken: Start bis Hauptendpunkt (bei laufenden Studien geplant). Grün = abgeschlossen, blau = Fortschritt bis 25.10.2026, grau = vorzeitig beendet. Phase 1: 8 Studien zu Verträglichkeit und Pharmakokinetik, nicht als Balken gezeigt.

Nebenwirkungen

  • Reaktionen an der Einstichstelle (Rötung, Schwellung) sind in den Studien das häufigste.
  • Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden.

Verträglichkeit

Einstichstelle in der Barth-Syndrom-Studie

Je Feld 100 Punkte für alle 12 Teilnehmenden: wie viele das Ereignis hatten. Jede Person bekam 12 Wochen den Wirkstoff und 12 Wochen Placebo.

67 von 100 Placebo
100 von 100 Elamipretid (SS-31)
Ereignis PlaceboElamipretid (SS-31)
Irgendeine Reaktion an der Einstichstelle16 67 %100 %
Rötung16 25 %100 %
Schmerz16 42 %75 %
Verhärtung16 17 %67 %
Juckreiz16 17 %67 %
Bluterguss16 0 %25 %

Gerundete Werte aus der US-Fachinformation (Kreuzstudie, jede Person bekam beides). In Studien ab 30 Tagen stiegen häufig die Eosinophilen im Blut, am stärksten um Tag 90, danach wieder auf den Ausgangswert.16

Lagerung

Vor dem Auflösen ist das Pulver robust, normale Raumtemperatur (rund 20 bis 25 Grad) reicht, am besten dunkel lagern. Nach dem Auflösen in den Kühlschrank (2 bis 8 Grad), nicht einfrieren. Dort hält die Lösung mindestens 4 bis 6 Monate nahezu ohne Wirkstoffverlust, in der Praxis deutlich länger. Schwenken oder schütteln zum Mischen ist beides okay.

Haltbarkeit

Wie lange es hält

Ungelöst (Pulver) Raumtemperatur, rund 20 bis 25 Grad, dunkel

Robust, ein Kühlschrank ist nicht nötig. Hält so problemlos mehrere Monate.

Gelöst (angemischt) Kühlschrank, 2 bis 8 Grad, nicht einfrieren

Mindestens 4 bis 6 Monate nahezu ohne Wirkstoffverlust. Das bakteriostatische Wasser bringt einen Konservierungsstoff mit.

  • Dunkel lagern
  • Gelöst: 2 bis 8 Grad
  • Anmischdatum notieren
Neun Vials mit weißem Pulver und blauen Kappen im Türfach eines hellen Kühlschranks
Pulver dunkel bei Raumtemperatur, gelöst in den Kühlschrank (2 bis 8 Grad), dort mindestens 4 bis 6 Monate haltbar. Symbolbild.

Verwandt

Verwandte Wirkstoffe

Gleiche Ansatzpunkte oder ein anderer Weg: alles im TPD-Lexikon.

FAQ

Häufige Fragen zu SS-31 (Elamipretid)

Kurze Antworten, jede mit den Quellen unten belegt.

Ist SS-31 zugelassen?

In den USA ja, aber eng begrenzt: Seit September 2025 gibt es eine beschleunigte Zulassung für das Barth-Syndrom bei Personen ab 30 kg Körpergewicht. Sie stützt sich auf mehr Kraft im Knie-Streckmuskel, die volle Zulassung hängt von einer Bestätigungsstudie ab, die laut Register gerade rekrutiert. In den Arzneimittel-Daten der EU-Arzneimittelagentur ist Elamipretid nicht gelistet (Stand 25. Oktober 2026).16151817

Wie wirkt SS-31?

SS-31 bindet an Cardiolipin, ein Fett der inneren Mitochondrien-Membran, das die Cristae formt. Die Peptid-Familie, zu der SS-31 gehört, reicherte sich in Zellversuchen rund 1.000-fach in dieser Membran an. Im Tiermodell schützte SS-31 die Cristae bei Sauerstoffmangel, bremste eine schädliche Reaktion von Cytochrom c und die Zelle bildete danach schneller wieder ATP.121314

Was hat die Forschung zur mitochondrialen Myopathie gezeigt?

In der ersten Studie (5 Tage Infusion, 36 Teilnehmende) gingen die Personen in der höchsten Studiendosis im 6-Minuten-Gehtest im Mittel 64,5 m weiter, unter Placebo 20,4 m. Die Kreuzstudie mit 30 Personen sah 19,8 m Unterschied, statistisch nicht gesichert, aber weniger Erschöpfung. Die Phase-3-Studie mit 218 Personen über 24 Wochen fand keinen Unterschied: minus 3,2 m gegenüber Placebo.123

Was kam beim Barth-Syndrom heraus?

In der Kreuzstudie mit 12 Personen (je 12 Wochen Wirkstoff und Placebo) wurde keines der beiden Hauptziele erreicht. In der offenen Verlängerung ohne Placebo stieg die Gehstrecke: nach 36 Wochen um 95,9 m, nach 168 Wochen insgesamt um 96,1 m bei den 8 verbliebenen Personen. Die Erschöpfung lag zu allen Zeitpunkten unter dem Ausgangswert.45

Und bei Herz und Auge?

Bei Herzschwäche verkleinerte eine hohe Einzel-Infusion die Herzkammer-Volumina (minus 18 ml enddiastolisch gegenüber Placebo), nach 4 Wochen täglicher Gabe zeigte sich bei 71 Personen kein Unterschied. Beim Herzinfarkt wurde der Infarkt nicht kleiner. Bei trockener Makuladegeneration verfehlte die Phase-2-Studie ihre Hauptziele, die Photorezeptor-Schicht ging aber um 43 bis 47 % langsamer verloren. Eine Phase-3-Studie dazu läuft bis 2027.789618

Welche Nebenwirkungen wurden beobachtet?

Am häufigsten Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötung, Schmerz, Juckreiz und Verhärtung, meist leicht. In der Kreuzstudie zur Myopathie hatten 80 % solche Reaktionen. In Studien ab 30 Tagen stiegen häufig die Eosinophilen im Blut und gingen nach 6 bis 12 Monaten oder nach dem Absetzen wieder zurück. In der Augen-Studie meldeten 86 % unter Wirkstoff und 71 % unter Placebo irgendein Ereignis.1626

Wie lange bleibt SS-31 im Körper?

Nur kurz. Unter die Haut gespritzt erreicht der Spiegel nach 0,5 bis 1 Stunde sein Maximum, rund 92 % kommen im Blut an. SS-31 wird schrittweise in unwirksame Bruchstücke zerlegt und fast vollständig binnen 48 Stunden über den Urin ausgeschieden. Nach einer einmaligen Infusion war es 24 Stunden später nicht mehr nachweisbar. In den Studien wurde es deshalb täglich gegeben.167

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Gepunktet unterstrichene Wörter im Text zeigen diese Erklärungen direkt an.

6-Minuten-Gehtest
Wie weit jemand in sechs Minuten geht. Ein einfaches Maß für die körperliche Belastbarkeit in Studien.
ATP
Adenosintriphosphat: der Energieträger der Zelle, gebildet vor allem in den Mitochondrien.
Barth-Syndrom
Sehr seltene erbliche Erkrankung, fast nur bei Jungen. Ein Gendefekt stört den Aufbau von Cardiolipin, betroffen sind Herz und Muskeln.
Beschleunigte Zulassung
US-Zulassung auf Basis eines Zwischen-Endpunkts. Der echte Nutzen muss danach in einer Bestätigungsstudie gezeigt werden.
Cardiolipin
Besonderes Fett, das fast nur in der inneren Mitochondrien-Membran vorkommt. Es formt die Cristae und hält die Atmungskette zusammen.
Cristae
Falten der inneren Mitochondrien-Membran. Je intakter sie sind, desto besser kann die Zelle Energie bilden.
Elektronen-Transportkette
Reihe von Eiweißkomplexen in der inneren Membran. Sie gibt Elektronen weiter und treibt so die ATP-Bildung an.
Eosinophile
Eine Gruppe weißer Blutkörperchen. Ihr Anteil steigt etwa bei Allergien oder Reaktionen auf Fremdstoffe.
Innere Mitochondrien-Membran
Stark gefaltete innere Hülle der Mitochondrien. In ihren Falten (Cristae) sitzt die Atmungskette.
Lyophilisat
Gefriergetrocknetes Pulver. Ohne Wasser ist ein Peptid so deutlich länger haltbar.
Makuladegeneration
Altersbedingte Erkrankung der Netzhautmitte. Bei der trockenen Form gehen Sehzellen langsam verloren (geographische Atrophie).
Mitochondriale Myopathie
Erbliche Muskelerkrankung, bei der die Mitochondrien zu wenig Energie liefern. Typisch sind Schwäche und schnelle Erschöpfung.
Mitochondrien
Kraftwerke der Zelle. Sie bilden den Großteil des ATP, also der Energie, die jede Zelle braucht.
Placebo
Scheinpräparat ohne Wirkstoff. Der Vergleich damit zeigt, was am Wirkstoff selbst liegt.
Sauerstoffradikale
Reaktive Sauerstoffverbindungen, die vor allem in belasteten Mitochondrien entstehen und Membranen schädigen können.
Studienphasen
Phase 1 prüft Verträglichkeit an wenigen Menschen, Phase 2 sucht die Dosis und erste Wirkung, Phase 3 bestätigt Nutzen und Sicherheit an vielen.
Subkutan
In das Fettgewebe direkt unter der Haut.
Tetrapeptid
Peptid aus genau vier Aminosäuren. SS-31 ist so klein, dass es leicht in Zellen gelangt.

Evidenz

Quellen

Alle 19 Quellen anzeigenQuellen ausblenden 15 Studien1 Studienregister3 Datenbank geprüft am 25.10.2026

Studien

  1. Dosis-Eskalations-Studie MMPOWER zur mitochondrialen Myopathie

    Karaa et al., Neurology, 2018

    Geprüft am 25.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  2. Kreuzstudie MMPOWER-2 zur mitochondrialen Myopathie

    Karaa et al., Journal of Cachexia, Sarcopenia and Muscle, 2020

    Geprüft am 25.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  3. Phase-3-Studie MMPOWER-3 zur mitochondrialen Myopathie

    Karaa et al., Neurology, 2023

    Geprüft am 25.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  4. Phase-2/3-Studie TAZPOWER zum Barth-Syndrom

    Thompson et al., Genetics in Medicine, 2021

    Geprüft am 25.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  5. Langzeitdaten über 168 Wochen zum Barth-Syndrom

    Thompson et al., Genetics in Medicine, 2024

    Geprüft am 25.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  6. Phase-2-Studie ReCLAIM-2 zur trockenen Makuladegeneration

    Ehlers et al., Ophthalmology Science, 2025

    Geprüft am 25.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  7. Einmalige Infusion bei Herzschwäche

    Daubert et al., Circulation: Heart Failure, 2017

    Geprüft am 25.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  8. Phase-2-Studie PROGRESS-HF zur Herzschwäche

    Butler et al., Journal of Cardiac Failure, 2020

    Geprüft am 25.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  9. Phase-2a-Studie EMBRACE STEMI zum Herzinfarkt

    Gibson et al., European Heart Journal, 2016

    Geprüft am 25.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  10. Pilotstudie zur Nierenarterien-Stenose

    Saad et al., Circulation: Cardiovascular Interventions, 2017

    Geprüft am 25.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  11. Muskel-Energie im Alter nach einer Infusion

    Roshanravan et al., PLOS ONE, 2021

    Geprüft am 25.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  12. Erste Arbeit zu den mitochondrien-gerichteten SS-Peptiden

    Zhao et al., Journal of Biological Chemistry, 2004

    Geprüft am 25.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  13. Bindung an Cardiolipin und Schutz der Cristae

    Birk et al., Journal of the American Society of Nephrology, 2013

    Geprüft am 25.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  14. Übersicht zum Wirkmechanismus an Cardiolipin

    Szeto, British Journal of Pharmacology, 2014

    Geprüft am 25.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed
  15. Übersicht zur ersten Zulassung

    Shirley, Drugs, 2026

    Geprüft am 25.10.2026 über doi.org, Crossref, PubMed

Studienregister

  1. Alle Studien im Register ClinicalTrials.gov

    ClinicalTrials.gov, U.S. National Library of Medicine

    Geprüft am 25.10.2026 über ClinicalTrials.gov API v2

Datenbank

  1. US-Zulassung und Fachinformation (Drugs@FDA)

    U.S. Food and Drug Administration, Drugs@FDA (NDA 215244)

    Geprüft am 25.10.2026 über openFDA
  2. Arzneimittel-Daten der EU-Arzneimittelagentur (kein Eintrag)

    European Medicines Agency, Medicines data

    Geprüft am 25.10.2026 über EMA Medicines JSON
  3. Wirkstoff-Eintrag in ChEMBL

    ChEMBL, EMBL-EBI (CHEMBL3833370)

    Geprüft am 25.10.2026 über ChEMBL

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