Was ist AC-262?
AC-262, ausgeschrieben AC-262,536 und im Handel auch Accadrine genannt, ist ein nicht-steroidaler selektiver Androgen-Rezeptor-Modulator (SARM). Er stammt aus einem Screening-Programm von ACADIA Pharmaceuticals, das nach Alternativen zur Testosteron-Therapie suchte. Vom selben Unternehmen stammt auch ACP-105.
Die gesamte veröffentlichte Wirkungsforschung besteht aus einer Studie an kastrierten Ratten über zwei Wochen. Eine klinische Entwicklung hat nie begonnen. Weitere Arbeiten zu AC-262 stammen aus Dopingkontroll-Laboren, die untersuchen, wie sich der Stoff nachweisen lässt. Im Sortiment liegt AC-262 als Tablette mit 50 mg vor.
Diese Information dient ausschließlich Forschungs- und Bildungszwecken. Keine medizinischen Empfehlungen.
Vergleich
SARMs im Vergleich
Fünf SARMs aus dem TPD-Lexikon, so wie dort beschrieben. Ein Klick öffnet den Eintrag.
Vereinfacht: Alle setzen am Androgen-Rezeptor an. AC-262 und ACP-105 aktivieren ihn laut den Erstbeschreibungen nur teilweise. Einen direkten Vergleich am Menschen gibt es nicht. 15
Wie es wirkt
AC-262 bindet an den Androgen-Rezeptor und aktiviert ihn nur teilweise. Im Zellversuch erreichte es nicht die volle Wirkung von Testosteron, sondern blieb darunter. Diese Eigenschaft nennt man teilweisen Agonismus. Sie war der Grund, warum die Entwickler sich ein milderes Profil erhofften.
Bei kastrierten Ratten wuchs unter AC-262 der Levator-ani-Muskel, ein klassischer Messpunkt für anabole Wirkung. Prostata und Samenblasen reagierten dagegen nur schwach. Zugleich senkte AC-262 das bei kastrierten Tieren stark erhöhte LH. Das zeigt, dass es die Rückkopplung auf das Gehirn auslöst, also auch bei gesunden Tieren die eigene Hormonachse bremsen dürfte.
Wirkorte
Wo AC-262 in Versuchen wirkte
Punkt oder Karte antippen. Farbe = Androgen-Rezeptor, grau = beobachtet. Wirkung nur aus der Rattenstudie.
- Skelettmuskel
Levator-ani-Muskel wuchs, klassischer Messpunkt für anabole Wirkung (Ratte)1
AR - Hypothalamus und Hypophyse
Erhöhtes LH sank: Rückkopplung auf die Hormonachse (Ratte)1
AR - Prostata und Samenblasen
Nur schwache androgene Wirkung, anders als Testosteron (Ratte)1
AR - Leber
Leberschäden in Fallberichten zu SARMs als Klasse, nicht zu AC-262 selbst3
In Studien beobachtet
Bekannte Ziele7
Wirkstoff PubChem CID 44512434: ein beschriebenes Ziel, Teilweiser Agonist (Zellversuch).
- Gen
- AR
- UniProt
- P10275
- ChEMBL
- CHEMBL1871
- Wirkung
- Teilweiser Agonist (Zellversuch)
Anwendung und Dosierung
Dosierung
Dosierung, Titrationsplan und Spritze
Die Dosierung wird geladen …
- Einstieg und Steigerung als Treppe
- Einheiten auf der U-100-Spritze je Stufe
- Wie lange ein Vial reicht
Was die Forschung zeigt
Piu und Kollegen (J Steroid Biochem Mol Biol 2008) beschrieben AC-262 als starken und selektiven Liganden des Androgen-Rezeptors mit teilweiser Wirkung im Vergleich zu Testosteron. In einer zweiwöchigen Studie an kastrierten Ratten verbesserte es anabole Messwerte, vor allem das Wachstum des Levator-ani-Muskels. Außerdem drückte es das erhöhte LH. Die androgene Wirkung auf Prostata und Samenblasen blieb schwach.
Cutler und Kollegen (Drug Test Anal 2020) gaben AC-262 zwei Pferden und suchten nach den besten Nachweis-Zielen. Neben dem Ausgangsstoff fanden sie mehrere Abbauprodukte in Urin und Blut, dazu Einlagerung ins Haar. Die Autoren halten fest, dass AC-262 nie therapeutisch verfügbar war.
Zwei Arbeiten zur Klasse ordnen das ein. Vignali und Kollegen (J Xenobiot 2023) fanden in den Sicherheitsdaten zu SARMs Leberschäden in Fallberichten und Anstiege des Leberwerts ALT in Studien. Van Wagoner und Kollegen (JAMA 2017) zeigten, dass von 44 online gekauften SARM-Produkten nur 52 Prozent überhaupt einen SARM enthielten und die Menge in 59 Prozent deutlich vom Etikett abwich.
Studienergebnisse
Was die Studien gemessen haben
Zum Ausprobieren: Reiter wechseln, Punkte antippen, Arme aus- und einblenden. Die Arme heißen relativ zueinander, keine Dosisempfehlung.
Was in 44 online gekauften SARM-Produkten steckte4
Anteil der Produkte in Prozent, Analyse nach Dopingkontroll-Standard
Werte aus dem Abstract (USA, 2016). Gefunden wurden Ostarine, LGD-4033 und Andarine, AC-262 war nicht darunter. Die Studie zeigt das Risiko ungeprüfter Ware, nicht die Wirkung eines bestimmten SARM.
Forschungsstand
Studienlage
Wo der Wirkstoff auf dem Weg von der Laborforschung zur Zulassung steht. Stand 26.10.2026. 6
- Präklinik Zellversuch und zweiwöchige Studie an kastrierten Ratten (2008)
- Phase 1 keine registrierte Studie
- Phase 2 keine registrierte Studie
- Phase 3 keine registrierte Studie
- Zulassung noch nicht
Bisher gibt es keine registrierte Humanstudie. 6
Nebenwirkungen
Ohne Humanstudien stützt sich diese Liste auf die Rattendaten und auf das, was für SARMs als Klasse bekannt ist.
- Unterdrückung der Testosteron-Achse. AC-262 senkte bei Ratten LH. Bei gesunden Menschen ist mit einer Bremse der eigenen Testosteron-Produktion zu rechnen, wie stark, ist unbekannt.
- Leber. Für SARMs sind Leberschäden in Fallberichten beschrieben. In Studien stiegen die Leberwerte häufig an.
- Blutfette. Sinkendes HDL ist bei Androgen-Rezeptor-Agonisten verbreitet.
- Unbekanntes. Langzeitfolgen, Wechselwirkungen und Pharmakokinetik beim Menschen sind nicht untersucht.
Diese Einordnung ersetzt keine ärztliche Beratung.
Nachweis und Wettkampf
AC-262 fällt bei der WADA unter S1.2 (andere anabole Wirkstoffe) und ist jederzeit verboten. Die Dopingkontroll-Labore haben Nachweis-Methoden für Urin und Blut entwickelt, im Pferdeversuch war der Stoff auch im Haar zu finden.
Wer Kontrollen unterliegt, sollte davon ausgehen, dass AC-262 sicher erkannt wird. Wie lange der Nachweis beim Menschen möglich ist, wurde nicht veröffentlicht.
Lagerung
Trocken, bei Raumtemperatur und vor Licht geschützt lagern, Dose verschlossen halten. Nicht im Bad aufbewahren, die Feuchtigkeit dort setzt Tabletten zu.
Außer Reichweite von Kindern aufbewahren und das Verfallsdatum beachten. Tabletten nicht in unbeschriftete Behälter umfüllen.